Kann die Bildschirmzeit Auswirkungen auf Ihre psychische Gesundheit haben?

13.09.2021

Kann die Bildschirmzeit Auswirkungen auf Ihre psychische Gesundheit haben?

Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse  verbringen 25% der Deutschen 2 Stunden, 20% ganze 3 Stunden und 17% sogar 5-7 Stunden täglich vor PC, TV und Ähnlichem.  Die durchschnittliche Bildschirmzeit liegt damit bei 3,1 Stunden.   Bei Angestellten, die am PC arbeiten liegt der Durchschnitt noch höher.  Wenn man 20% (oder mehr) seiner Zeit damit verbringt, auf diverse Bildschirme zu starren, kann dies schwerlich eine gesunde Work-Life-Balance ermöglichen.   Die Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit sind weitgehend bekannt.  Aber längerfristige Konsequenzen für die psychische Gesundheit werden oft übersehen.

Kommen Ihnen die folgenden Symptome bekannt vor?

  • Nacken-und Rückenschmerzen
  • Schmerzende oder brennende Augen
  • Kopfschmerzen und Migränen
  • Gewichtzunahme

All dies sind häufig vorkommende Beschwerden für Menschen, die stundenlang an einem Bildschirm arbeiten oder sich nicht von ihrem Smartphone trennen können.  Natürlich kann man körperlichen Beschwerden durch vorbeugende Maßnahmen und mit ärztlicher Hilfe entgegenwirken.  Die Frage bleibt jedoch bestehen, ob unsere psychische Gesundheit durch unseren unentwegten Zugriff auf PC-, Tablet- und Smartphone Bildschirme beeinträchtigt wird.  Was kann man dagegen unternehmen, sollte dies der Fall sein?

Wenn auch Sie sich Sorgen machen, zu viel Zeit vor Bildschirmen zu verbringen, dann sollte Ihnen der nachfolgende Artikel helfen.  Er beschreibt einige psychologische Warnsignale und wie man am besten mit Ihnen umgeht.

 

 

Leiden Sie unter Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen?

Was ist das Erste, was Sie tun, wenn Sie morgens aufwachen?  Wie verbringen Sie Ihre Zeit kurz vor dem Schlafengehen?  Viele Menschen hängen auch im Bett noch an ihren Smartphones, Tablets und Laptops.  Selten sind diese auβer Reichweite.  Die Versuchung ist einfach zu groβ, die Lieblingssendung noch weiter zu schauen oder bis in die frühen Morgenstunden in den sozialen Medien zu stöbern. 

Natürlich ist die eine oder andere spätgewordene Nacht ok.  Man kann sich aber um den gesunden Schlaf bringen, wenn man zu lange an diversen Bildschirmen hängt. Wenn man dazu noch im Job viel Zeit am PC verbringt, kann dies das Problem noch verschlimmern.  Fühlen Sie sich jemals abends hundemüde, sind aber zur Schlafenszeit wieder hellwach?   Zuviel Bildschirmzeit kann unsere Gehirnfunktionen stimulieren und dadurch unsere Wachsamkeit erhöhen – keineswegs ideal, wenn man abschalten und sich durch einen guten Schlaf wieder regenerieren sollte.

Selbst wenn Sie sich zur Schlafenszeit endlich von Ihren Bildschirm losreiβen ist der Schaden oftmals schon geschehen.   Das Einschlafen mag Ihnen schwerfallen.  Oder Sie wachen ständig auf und bekommen keinen ausreichenden Tief-und REM-Schlaf.  Am nächsten Morgen fühlen Sie sich dann wie ausgelaugt.  Bei manchen Menschen kann überzogene Bildschirmzeit der Auslöser für chronische Schlaflosigkeit sein.

Eine schlechte Schlafqualität kann zu Burnout und Erschöpfung führen.   Der beste Tipp, um die Schlafqualität wieder ins Reine zu bringen ist, mindestens 30 Minuten vor der Schlafenszeit den Bildschirm auszuschalten.  Versuchen Sie stattdessen, ein Buch zu lesen. Oder hören Sie sich einen Podcast an, falls es Ihnen schwerfällt, einfach nur so im Dunkeln dazuliegen.  Sie könnten auch Folgendes versuchen:

  • Sich eine regelmäßige Schlafroutine einrichten
  • Sicherstellen, dass Sie tagsüber körperlich aktiv sind
  • Ihren Nikotin-und Alkoholkonsum verringern
  • Schweres Essen vor dem Schlafengehen vermeiden
  • Vor dem Schlafen weniger Flüssigkeiten einnehmen
  • Mittagsschlaf vermeiden

 

 

Was ist Neuroplastizität?

Es mag etwas dramatisch klingen, aber zu viel Bildschirmzeit kann die Funktionsweise des Gehirns verändern.  Dies ist als Neuroplastizität bekannt.  Wenn ein Gehirn 3 (oder mehr) Stunden auf eine bestimmte Sache konzentriert ist, kann es sich durch diese intensive Stimulierung verändern.  Wenn man bedenkt, dass die Durchschnittsperson täglich mehr als doppelt so viel Zeit vor Bildschirmen verbringt, lässt sich mit Sicherheit sagen, dass deren Leistungsfähigkeit beeinflusst wird.

Bei regelmäβiger Bildschirmzeit passt sich das Gehirn diesem neuen ‚virtuellen Umfeld‘ an, indem es seine Nervenzellen (Neuronen) neu miteinander verknüpft.  Das bedeutet, das bestehende, aber unbenutzte Verknüpfungen mit der Zeit verkümmern, es sei denn, sie werden wieder neu hergestellt.  Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass Sie Probleme mit Ihrer kognitiven Funktion (Denk-, und Wahrnehmungsvermögen) haben?  Dieses Phänomen nennt man Brain Fog – ‚Gehirnnebel‘ auf Deutsch.

Aber keine Angst - um den Effekt der Neuroplastizität zu mildern brauchen Sie nicht vollkommen auf ihre Bildschirme verzichten.   Das wäre auch nicht realistisch, da viele Menschen heutzutage ihr Geld mit der Arbeit am Bildschirm verdienen.  Es ist aber auf jeden Fall wichtig darauf zu achten, wieviel Zeit man am Bildschirm verbringt.  Stellen Sie sicher, dass Sie – im Idealfall - alle 2 Stunden eine Pause einlegen. Es reicht schon, wenn Sie sich nur ein Getränk holen oder kurz nach der Post schauen.   Ab und an für 5-10 Minuten abzuschalten ist absolut wichtig, um einen gesunden Geist zu fördern.

Kann Bildschirmzeit Depressionen und Angstgefühle verschlimmern?

Zweifellos hat Technologie seine Vorteile.  Man kann problemlos von zuhause arbeiten, mit der Familie im Kontakt stehen und Unterhaltungsprogramme jederzeit und überall genieβen.  All dies befürwortet Bildschirmzeit.  Aber was passiert, wenn man mehr Zeit in der virtuellen als in der realen Welt verbringt?

In den letzten Jahren war die Tendenz der wegen Angst und Depressionen hilfesuchenden Menschen steigend.   Natürlich könnte man dies auch auf eine - auf globaler Ebene - besseren Anerkennung psychischer Gesundheitsprobleme zurückführen.   Jedoch hat man festgestellt, dass in den vergangenen 18 Monaten die Auswirkungen der Pandemie zu einem Anstieg der Zahl der ärztlichen Hilfe suchenden Menschen geführt hat.  Für viele Menschen war (und ist) die Heimarbeit eine Belastung für ihre psychische Gesundheit.  Aber wo liegt der Zusammenhang zur Bildschirmzeit?

Bedingt durch das Arbeiten von zuhause haben viele Arbeitnehmer verlernt, wann es Zeit zum Abschalten ist. Man vergisst seine regulären Arbeitszeiten und legt schnell mal Extra-Stunden am Abend, an den Wochenenden und in der Mittagspause ein.  Immer mehr Menschen arbeiten länger, als von ihnen erwartet wird.  Der Grund: Die ‚Büro-Technologie‘ ist durch das Arbeiten im Home-Office leicht zugänglich.  Außerdem hat sich so manch einer im vergangenen Jahr um seine Arbeitsstelle Sorgen gemacht. Da ist die Versuchung, sich für den Arbeitgeber noch mehr ins Zeug zu legen, schon groβ.  

Den ganzen Tag am Computer arbeiten und nach Feierabend dann auch noch am Tablet oder Smartphone zu hängen ist für eine ausgeglichene und gesunde Denkweise eher nicht förderlich. Eine Bildschirmabhängigkeit kann folgendes beeinträchtigen:

  • Ihre Beziehungen zu anderen Menschen
  • Ihre Körperhygiene
  • Ihre Ernährung
  • Ihre sportliche Betätigung
  • Ihr Selbstbewuβtsein

Eine Vernachlässigung dieser Lebenselemente kann ihre psychische Gesundheit beeinträchtigen.  Egal ob Sie an Angstzuständen und zu Depressionen neigen oder nicht  – zu viel Zeit am Bildschirm kann solche Probleme nur noch verschlimmern.   Die einfachste Weise, sich zu helfen, ist weniger Zeit am Bildschirm zu verbringen.  Aber die menschliche Psyche macht uns da manchmal einen Strich durch die Rechnung.  Es gibt viele Quellen im Internet, die Ihnen bei psychischen Gesundheitsproblemen helfen können.  Außerdem könnten Sie folgendes Versuchen:

  • Überdenken Sie Ihre Ernährungsweise und führen Sie gegebenenfalls einen neuen Stil ein
  • Passen Sie Ihre Arbeitszeiten besser an Ihre eignen Bedürfnisse an
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und machen Sie sich gegenüber Ihrer Arbeit zur Priorität.  Stellen sie Ihre Arbeit ruhig auch mal hinten an.
  • Pflegen Sie persönliche Beziehungen, indem Sie Kontakt halten und Zeit miteinander verbringen
  • Fangen Sie an, Sport zu treiben oder suchen Sie sich ein neues Hobby, dass Sie aktiv hält

 

 

Die Technologie ist heute phänomenal und vereinfacht unser Leben auf vielfältige Weise, insbesondere wenn man von zuhause arbeitet.  Per Knopfdruck haben wir Zugriff auf so ziemlich alles, was unser Herz begehrt.   Wenn Sie Ihrer Bildschirmzeit gesunde Grenzen setzen und sich - falls nötig - die richtige Hilfe suchen, wird Technologie auch weiterhin einen positiven Platz in Ihrem Leben einnehmen, anstatt ihre psychische Gesundheit zu schädigen.

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