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Wie verhält man sich bei Vorstellungsgesprächen?

Sie sind die Beste!

Erst mal herzlichen Glückwunsch – Sie haben die Hürde der schriftlichen Bewerbung erfolgreich hinter sich gelassen; der Personalleiter Ihrer Wunschfirma hat Sie zum Gespräch eingeladen. Auch wenn das nicht Ihre erste Vorstellung bei einem Unternehmen ist – die unangenehmen Fragen bleiben: Was soll ich anziehen? Wie mich vorbereiten? Was erwartet mich? Auf all diese Fragen gibt es Antworten, die helfen können, die Angst zu überwinden.

Die richtige Vorbereitung

Grundsätzlich ist es ratsam, sich über die angebotene Stelle und das Unternehmen genauestens zu informieren. Schließlich soll Ihr Gesprächspartner nicht den Eindruck bekommen, dass es Ihnen nur um einen Job geht – egal wo. Sie sollten also überzeugend vermitteln können, dass Sie sich für sein Unternehmen besonders interessieren – und das geht nur mit einer gründlichen Vorbereitung.

Am besten können Sie sich im Internet schlau machen. Hier finden Sie in der Regel die wichtigsten Firmendaten wie zum Beispiel Produkte, Kunden und Unternehmenshistorie sowie Informationen über die Branche. Hintergrundmaterial gibt es aber auch in Zeitungen oder Broschüren, die Sie durchaus beim Unternehmen selbst anfordern können.

Der Tag vor dem Gespräch

Eigentlich haben Sie alle nötigen Informationen, um fachlich zu glänzen, aber Sie sind trotzdem schrecklich nervös? Lenken Sie sich ab, indem Sie nun an die organisatorischen Vorbereitungen gehen.
















Legen Sie sich Ihre Kleidung zurecht. Ein perfektes Äußeres gibt einen kleinen Selbstbewusstseinsschub. Ziehen Sie sich so an, wie Sie das später auch in Ihrem neuen Job tun würden – gehen Sie also nicht in Jeans oder im Strandkleidchen, wenn Sie eine Stelle am Empfang eines guten Hotels oder in einer Bank ergattern möchten. Ein dunkles Kostüm mit einer hellen Bluse und wenigen ausgewählten Accessoires ist immer passend. Natürlich sollte Ihr Outfit perfekt gebügelt und sauber sein. Und selbstverständlich sollten auch Sie insgesamt gepflegt wirken – von den Haarspitzen bis zu den Fingernägeln. Beim Make-up gilt: Weniger ist mehr! Auch wenn Sie gerne sexy wirken – verzichten Sie in dieser Situation darauf! Also: Der Rock darf nicht zu kurz, der Ausschnitt nicht zu tief sein.

Nehmen Sie einen Stadtplan zur Hand und schauen Sie nach, wie Sie am besten zu Ihrem Termin anreisen. Falls Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, sollten Sie die Abfahrtszeiten heraussuchen. „Die Bahn kam nicht“ gilt nämlich nicht, und zu spät kommen ist absolut undenkbar! Doch auch in letzter Minute, völlig außer Atem und verschwitzt hereinzuschneien macht nicht gerade einen guten Eindruck. Wenn Sie mit dem Auto kommen: Verlassen Sie sich nicht auf einen Firmenparkplatz direkt vor dem Haus. Planen Sie also lieber etwas mehr Zeit ein. Ist der worst case aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eingetroffen, hilft nur noch, bei der Firma anzurufen und Ihr verspätetes Erscheinen mitzuteilen.

Um wirklich optimal gerüstet zu sein, sollten Sie jetzt schon ein paar wichtige Sachen einpacken, die Sie in der morgendlichen Hektik keinesfalls vergessen sollten. Stecken Sie vor allem Ihr Einladungsschreiben, auf dem Sie Adresse und Telefonnummer des Unternehmens sowie den Namen Ihres Gesprächspartners finden und etwas zum Schreiben in die Tasche.
Stellen Sie den Wecker so, dass Sie noch gemütlich frühstücken sowie die gesammelten Informationen durchgehen können und dann entspannt und absolut pünktlich zu Ihrem Termin kommen. Und: Stellen Sie schon mal Ihr Handy ab, damit Sie das in der Aufregung vor dem Gespräch nicht vergessen.

In der Höhle des Löwen

Personalleiter sind auch nur Menschen – daran sollten Sie in jedem Fall denken, wenn Sie im Besprechungszimmer Platz nehmen. Deshalb: Kein Grund zur Panik, Sie sind bestens vorbereitet und können sich nun voll auf Ihren Gesprächspartner konzentrieren. Bleiben Sie einfach so natürlich wie möglich und versuchen Sie, selbstsicher zu wirken, d.h. schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen und beantworten Sie seine Fragen präzise und so ehrlich wie möglich.

Meistens beginnt das Gespräch mit einem Überblick über Ihren beruflichen Werdegang und zielt dann darauf ab zu erfahren, warum Sie sich speziell dieses Unternehmen für Ihre Bewerbung ausgesucht haben.

Falls man von Ihnen wissen will, warum Sie Ihre alte Stelle gekündigt haben und Sie wegen eines Streits mit Ihrem Chef gegangen sind, schlucken Sie Ihren Zorn hinunter und schauen Sie lieber in die Zukunft. Dies ist nicht der richtige Ort, schmutzige Wäsche zu waschen!

Sehr beliebt sind auch Fragen nach Ihren Charaktereigenschaften. Hier sollten Sie Ihre Stärken klar herausstellen – sich aber auch nicht als Wunderkind verkaufen. Stehen Sie zu Ihren Schwächen, aber halten Sie dieses Kapitel eher kurz. Teamfähigkeit oder Stressresistenz, Aufgeschlossenheit und Fleiß werden Ihnen von Personalchefs positiv angerechnet.

Fragen nach Ihrem Gesundheitszustand sind nur erlaubt, wenn Sie für die Stelle relevant sind – das gilt auch für die Frage nach einer Schwangerschaft. Sie ist allerhöchstens zulässig, wenn Sie sich für eine Stelle bewerben, bei der Schwangere nicht oder nur beschränkt eingesetzt werden dürfen.
Zeigen Sie Ihre positive Seite auch während des Gesprächs: Lächeln Sie freundlich und zuvorkommend – Ihr Arbeitgeber wird sicher wert auf eine gute Atmosphäre legen. Der Rest wird sich dann von selbst einstellen. Schüchternheit ist nicht gefragt – Geschwätzigkeit allerdings auch nicht. Und wenn Sie Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, diese auch höflich zu stellen.

Geschafft!

Ob sich der Personalleiter nun letztendlich für Sie entscheidet, liegt nicht mehr in Ihren Händen. Sie haben alles getan, um einen guten Eindruck zu hinterlassen und im Endeffekt kommt es nun darauf an, ob die „Chemie“ zwischen Ihnen und Ihrem Gesprächspartner gestimmt hat. Wenn Sie sich unsicher sind, wie Ihre Chancen auf den Job stehen, können Sie nach etwa zwei Wochen getrost anrufen und nachfragen. Sollte es nicht geklappt haben: Ihre Bewerbungsmappe bekommen Sie in jedem Fall zurückgeschickt – dazu ist das Unternehmen gesetzlich verpflichtet – Sie müssen nur auf Ihr Bewerbungsschreiben verzichten.

Und auch wenn dieses Mal eine andere das Rennen gemacht hat, schauen Sie selbstbewusst in die Zukunft – beim nächsten Anlauf klappt’ s bestimmt!