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Lampenfieber bekämpfen

Jeder kennt es, jeder fürchtet es: Lampenfieber!
Lampenfieber sucht nicht nur Schauspieler heim. Jeder kennt es. Und man braucht nicht unbedingt ein großes Publikum, um feuchte Hände zu bekommen. Auch und gerade bei wichtigen Terminen mit Vorgesetzten, wie etwa Gehaltsverhandlungen oder Mitarbeitergespräche, und bei wichtigen Präsentationen kann es passieren, dass man vor Angst am liebsten das Weite suchen würde. Obwohl man sich gut vorbereitet hat, macht sich plötzlich Panik breit. Man kann kaum noch atmen, der Puls rast, der Bauch schmerzt und der Kopf fühlt sich wie leergeblasen an.

Kein Wunder, dass man sich plötzlich nichts mehr zutraut: „Oh Gott, ich kann das nicht.“ „Ich hab bestimmt irgendwas vergessen.“ „Ich hätte mich stärker auf das XY-Thema vorbereiten müssen, die werden bestimmt genau darauf herumreiten – und was mache ich dann?“

Je mehr Sie an sich zweifeln, desto schlimmer wird es, desto kleiner fühlen Sie sich – und eigentlich wollten Sie Ihre Gesprächspartner doch von Ihrem Können überzeugen!

Dabei gibt es Menschen, denen Lampenfieber ein Fremdwort zu sein scheint. Oder haben die nur gelernt, wie man es in den Griff bekommt?

Woher kommt Lampenfieber eigentlich?

Lampenfieber ist eine Form von Angst – ein Urinstinkt. Man fühlt sich bedroht und will sich durch Flucht schützen. Und damit das gelingt, schüttet der Hypothalamus Adrenalin aus. Dieses Hormon löst Unruhe aus – und es erweitert u.a. die Bronchien und Pupillen, fördert den Sauerstoffverbrauch des Körpers und befreit Fett- und Zuckervorräte aus den Speichern. Es setzt den Körper in Alarmbereitschaft.

Lampenfieber ist folglich eine Reaktion, der niemand entgehen kann. Aber man kann lernen, damit umzugehen und das Ganze auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Wenn Sie sich diese Tatsache bewusst machen, können Sie sich schon dadurch beruhigen, dass Sie die plötzlich aufkommenden Selbstzweifel einfach auf das Adrenalin zurückführen – und nicht etwa auf Ihre Inkompetenz.

Positives Lampenfieber

Lampenfieber hat auch etwas Gutes.
 
















Denn der alarmbereite Körper ist hellwach und hoch konzentriert. Jedes Quäntchen Energie wird frei – und diese Kraft können Sie jetzt einsetzen, um ganz besonders überzeugend zu sein. Wenn Sie sich derart fit und lebhaft präsentieren, überträgt sich dies auch auf Ihr Gegenüber.

Das glauben Sie nicht? Dann achten Sie mal darauf, wie einschläfernd jemand wirkt, der routinemäßig und deshalb gänzlich ohne Lampenfieber eine Rede hält. Die Coolness wird vom Publikum schnell als Langeweile oder Desinteresse aufgefasst, und der Vortrag wirkt bald lahm und träge.

Regen Sie sich also nicht über Ihr Lampenfieber auf – sondern freuen Sie sich, dass es da ist. Denn es hilft Ihnen, besser zu sein. Wenn Sie sich auch das bewusst machen, haben Sie die Nervosität ein weiteres Stück zurück gedrängt.

Ziel muss es also sein, negative und positive Nervosität in eine Balance zu bringen. Das Lampenfieber darf nicht überhand nehmen – aber Sie dürfen es auch nicht nur negativ sehen.

Werden Sie sich bewusst, dass Lampenfieber und kleine Redeschwächen einfach nur menschlich sind – und fordern Sie von sich keine übermenschlichen Leistungen.

Wie Sie Ihren Körper überlisten können...

Zum Beispiel durch Autosuggestion und positives Denken: Sie freuen Sie auf den Vortrag oder das Gespräch – Sie haben sich schließlich lange darauf vorbereitet. Bei Gehaltsverhandlungen hilft es, sich bewusst zu machen, dass Sie nichts zu verlieren haben.

Atmen Sie tief durch. Gehen Sie eine Runde um den Block. Machen Sie fünf Kniebeugen. Kurz: Geben Sie dem Fluchtbedürfnis Ihres Körpers nach, indem Sie ihm körperliche Bewegung anbieten.

Suchen Sie Ablenkung. Bestimmt findet sich eine Kollegin, die bereit ist, sich ein paar Minuten mit Ihnen zu unterhalten. Bestimmt kennen Sie jemanden, den Sie anrufen können. Notfalls tut es auch ein Gespräch mit der Bäckersfrau oder einem wildfremden Spaziergänger, der sich gerade auf einer Parkbank ausruht.
 
Gibt es eigentlich überhaupt einen Grund, nervös zu sein? Sie werden doch nur von Menschen beurteilt – wie Sie selbst einer sind. Mit Stärken und Schwächen. Und wenn Ihr Gesprächspartner seinen edlen Anzug nicht anhätte, sondern in der Sauna sitzen würde: Wie würde er dann wohl aussehen? Achtung: Malen Sie sich diese Situation nicht zu detailliert aus, sonst grinsen Sie plötzlich mitten im Meeting.

Am besten bekämpfen Sie Ihr Lampenfieber natürlich, indem Sie sich bestens auf Ihren Auftritt vorbereiten und ihn auch ein bisschen üben. Denn ob Sie Ihre Vorträge und Gesprächssituationen simulieren oder tatsächlich erleben – was man kennt, wirkt nicht beängstigend. Übrigens: Die simulierten Übungen werden am Effektivsten, wenn Sie auch mal kleinere Pannen oder Gegenfragen durchspielen – dieses Wissen können Sie dann später gut gebrauchen!

Trinken Sie vor einem wichtigen Termin auf keinen Fall Alkohol und nehmen Sie auch keine Beruhigungstabletten. Beides dämpft – und Sie wollen doch alle Sinne beieinander haben und nicht seelenruhig aber dafür schläfrig sein. Entscheidenden Situationen sollte man mit klarem Kopf begegnen. Nur dann kann man sicher sein, dass man geistesgegenwärtig reagiert und nicht einfach frei nach dem Motto „eh Wurst“ alles über sich ergehen lässt. Das gibt später ein böses Erwachen.



Bildquelle: snygo.com