Das ABC der Börsenbegriffe
Schon seit dem späten Mittelalter werden an der Börse Anleihen,
Rohstoffe und Wertpapiere gehandelt. Verkäufer und Kaufwillige trafen
sich damals zwar noch unter freiem Himmel auf öffentlichen Plätzen, doch
noch vor dem 17. Jahrhundert entschlossen sich Händler aus Brügge, ihre
Verhandlungen erstmals in ein Gebäude zu verlegen: auf das Anwesen der
Familie Van der Beurse. Es ist wahrscheinlich, dass die Börse dieser
Handelsfamilie ihren Namen verdankt, so wie auch ihre Gesetze und
Vorschriften seit langer Zeit bestehen und nahezu unverändert
beibehalten wurden.
Weil die Börsen – seit der Globalisierung verstärkt – internationale
Bedeutung haben, ist es notwendig, eine Fachsprache zu verwenden, die
überall verstanden wird und die sich aus deutschen, englischen und
französischen Begriffen zusammensetzt.
Von Aktie bis Xetra
Wer ein Wertpapier wie die
Aktie sein eigen nennt, besitzt einen
Teil des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft und hat somit in der
Regel das Recht, beispielsweise an Aktionärsversammlungen teilzunehmen
und dort über die Geschicke des Unternehmens mitzubestimmen. Außerdem
erhält er jährlich einen Anteil am Gewinn des Unternehmens – die
Dividende.
Vorzugsaktien werden bei der Gewinnverteilung
„vorgezogen“ – man bekommt also anteilsmäßig mehr Dividende. Dafür muss
man oft auf das Stimmrecht verzichten.
Sinken aufgrund wirtschaftlicher Probleme eines oder mehrerer Länder die
Aktienkurse über eine längere Zeit stetig, nennt man das nach dem
französischen Begriff für „senken“
Baisse.
Festverzinsliche Schuldverschreibungen nennt man
Anleihen oder
auch
Bonds. Sie werden oft von staatlichen Organisationen oder
Unternehmen zur Finanzierung von Investitionen ausgegeben. Auch der Kurs
von Anleihen kann steigen oder fallen – je nach Nachfrage.
Die Aktien großer, international tätiger, angesehener Unternehmen werden
Blue Chips genannt.
Der Mensch, dem Sie Ihr Geld anvertrauen, damit er Aktien für Sie ein-
und Gewinn bringend verkauft, ist Ihr
Broker.
Bulle und Bär sind gewissermaßen die zwei tierischen Symbole
der Börse, wobei der Bulle für steigende und der Bär für fallende Kurse
steht. Mehr dazu unter „Wussten Sie schon…?"
Bei einem
Call oder einer
Option ersteht man das Recht,
Wertpapiere oder Waren zu einem definierten Zeitpunkt oder -raum und
Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Glück hat also der, der sich zum
Beispiel am Tag X die Option erhandelt, eine Aktie am Tag Y für 10 Euro
zu kaufen – deren Wert am Tag Y aber bei 40 Euro liegt. Allerdings kann
das gleiche auch mit umgekehrten Vorzeichen passieren. Eine
Verkaufsoption nennt man übrigens
Put.
Nicht immer hat ein
Crash solche dramatischen Auswirkungen wie am
Schwarzen Freitag 1929, als viele Menschen aufgrund des plötzlichen
starken Kurseinbruchs ihr gesamtes Vermögen verloren, was schließlich in
der Weltwirtschaftskrise endete.
Der
DAX ist der deutsche Aktienindex. In ihm sind die 30 größten
börsennotierten deutschen Aktiengesellschaften vertreten.
Derivate (Finanzinstrumente) sind Produkte, deren Wert von
klassischen Instrumenten wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen abhängt.
Gemeint sind also u.a. Optionen oder Termingeschäfte.
Der
Dow Jones ist der international maßgebliche Aktienindex. Er
wird aus den in New York gehandelten Aktienkursen von 30 Industrie-, 20
Eisenbahn- und 15 Versorgungsunternehmen errechnet.
Ist beispielsweise nach einem großen Ernteausfall für die Mehrheit der
Marktteilnehmer schon vorher ersichtlich, dass die Aktienkurse für
Südfrüchte stark einbrechen (an Wert verlieren) und dies daraufhin
tatsächlich geschieht, gebraucht man den französischen Ausdruck
fait accompli, zu deutsch: tatsächlich ausgeführt.
Das Gegenteil von einer Baisse ist die so genannte
Hausse
(französisch: steigen), bei der über einen längeren Zeitraum die Kurse
kontinuierlich ansteigen.
NASDAQ bezeichnet die größte amerikanische Börse.
Ein wichtiges Instrument der Wirtschaft ist das Beobachten der
Kursschwankungen von Aktien und Kennzahlen. Das dazugehörige Maß heißt
in der Fachsprache
Volatilität. Je höher die Volatilität
desto risikoreicher ist die Aktie – und desto höher ist die Gewinnchance.
Um jedes Wertpapier identifizier- und verfolgbar zu machen, ist jedem
eine sechsstellige Erkennungszahl zu geordnet, die so genannte
WKN
(Wertpapierkennnummer).
Der
XETRA – Exchange electronic Trading – ist das elektronische
Handelssystem der deutschen Börse. Seine Kurse sind Basis des DAX.
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