Augen auf und durch!
Sie haben’s geschafft – Glückwunsch zum neuen Job! Sie können stolz auf
sich sein, denn Sie haben den Wettkampf um die begehrte Stelle gewonnen.
Das ist beim derzeitigen Überangebot an Arbeitskräften eine ganz schöne
Leistung und zeugt von Ihren Qualitäten.
Doch nun, kurz vor dem ersten Arbeitstag, überkommt Sie plötzlich die
Panik und die Gedanken in Ihrem Kopf drehen sich wie ein Mühlrad: „Werde
ich es schaffen? Bei der Bewerbung hab ich alles mögliche erzählt und
nun muss ich die hohen Erwartungen erfüllen. Hoffentlich sind die neuen
Kolleginnen und Kollegen nett. Wie werden sie mich aufnehmen, wie soll
ich mich verhalten? Und mein neuer Chef? Hoffentlich ist er nicht so
streng und überfordert mich nicht.“
Versuchen Sie Ruhe zu bewahren! Auch Ihrem neuen Chef ist sicher klar,
dass Sie im Bewerbungsgespräch dick aufgetragen haben. Und schließlich
sind Sie keine Anfängerin. Sie haben Erfahrungen, auf die Sie bauen
können – sonst hätte ja auch eine andere die Stelle bekommen.
Klar, der erste Arbeitstag ist nicht ganz leicht. Alle kennen sich – nur
Sie kennen niemanden. Die neue Umgebung ist fremd und ungewohnt. Aber
spätestens nach ein paar Tagen wird das anders sein. Dann werden Sie
sich schon viel wohler fühlen.
Und damit Sie es in diesen Tagen leichter haben, haben wir ein paar
Tipps für Sie zusammengestellt.
Feel good!
Sie fühlen sich fast wie damals beim Bewerbungsgespräch: Sie wollen sich
von Ihrer besten Seite zeigen und nun stehen Sie vor dem Kleiderschrank
und wissen nicht so recht, was Sie anziehen sollen. Wofür auch immer Sie
sich entscheiden – wählen Sie etwas, in dem Sie sich wohl fühlen und das
Ihrer Persönlichkeit entspricht. Denn erstens kann nichts so irritierend
sein wie eine kneifende Hose oder ein ständig hochrutschender Rock. Und
zweitens müssen Sie auch morgen und übermorgen dort antanzen – und da
sollten Sie nicht völlig anders erscheinen als am ersten Tag.
Das heißt natürlich nicht, dass Sie Jeans anziehen sollten, weil die so
bequem sind und am besten zu Ihnen passen. Wählen Sie Ihre Kleidung
entsprechend Ihrer neuen Tätigkeit und achten Sie darauf, dass Sie weder
over- noch underdressed wirken. Die goldene Mitte ist der beste Weg,
keine neidischen oder pikierten Blicke zu ernten. Wie wäre es also mit
einem hellen Kostüm und einer Bluse? Oder einem lässigen Hosenanzug?
Sie sollten auch besser darauf verzichten, Ihre neuen – männlichen –
Kollegen mit Ihren schönen Beinen beeindrucken zu wollen. Es sei denn,
Sie wollen es sich von Anfang an mit Ihren Kolleginnen verscherzen.
Viel wichtiger als die Kleidung ist, dass Sie frisch geduscht und
pünktlich erscheinen. Zu spät zu kommen, macht einen schlechten ersten
Eindruck. Und wenn Sie viel zu früh dran sind, müssen Sie womöglich
lange auf Ihren neuen Vorgesetzten warten und werden noch aufgeregter.
Das richtige Handgepäck
Ob Akten- oder Handtasche, beides sollten Sie am Tag vorher noch schnell
durchsehen, denn wenn Sie ewig nach einem Kugelschreiber suchen müssen
und einen Lippenstift nach dem anderen auspacken, dann ist das kein
guter Auftritt.
Um eine solche Situation zu vermeiden, packen Sie lieber nur das
Nötigste ein. Wichtig ist vor allem ein Stift und ein kleiner Block. Und
um nicht in peinliche Situationen zu geraten, ist auch ein Handspiegel,
Taschentücher, eine Ersatzstrumpfhose und ein Deo oder Parfum von
Vorteil – auch wenn Sie nichts davon brauchen sollten, tut es Ihrer
Selbstsicherheit gut, auf Notsituationen vorbereitet zu sein. Und: die
Lohnsteuerkarte nicht vergessen, falls Sie diese noch nicht abgegeben
haben. Ansonsten nehmen Sie natürlich alles mit, was Sie sonst auch
dabei haben, wie zum Beispiel den Geldbeutel oder das Handy. Das sollte
allerdings den Tag über lautlos oder ganz ausgeschaltet bleiben.
Fettnäpfchen ausweichen
Es ist ganz normal, dass Sie die Abläufe in Ihrer neuen Firma nicht
kennen, Sie brauchen also nicht so zu tun, als würden Sie sich bereits
am ersten Tag wie zu Hause fühlen. Doch je freundlicher und offener Sie
sind, um so leichter fällt es Ihren neuen Kolleginnen und Kollegen, Sie
in ihren Kreis aufzunehmen.
Wenn Sie Augen und Ohren offen halten, werden Sie schnell merken, wie
der Hase läuft: Duzen oder siezen sich die Kollegen? Ist die
Kleiderordnung eher leger oder streng? Ist um Punkt zwölf Mittagspause
oder entscheidet das jeder für sich?
Scheuen Sie sich nicht zu fragen, wenn Ihnen etwas unklar ist oder wenn
Sie etwas interessiert. Ihre neuen Kollegen helfen Ihnen sicher gern –
schließlich waren sie mal in der gleichen Situation wie Sie.
In den ersten Tagen werden viele Informationen auf Sie hereinprasseln.
Doch auch wenn das meiste ganz einfach klingt, besteht bei der Fülle an
Lernstoff die Gefahr, dass Sie sich trotzdem nicht alles merken können.
Deshalb ist es sinnvoll, sich möglichst viel zu notieren, dann müssen
Sie nicht die gleiche Frage mehrmals stellen.
Zurückhaltung ist angebracht, wenn Sie mit den neuen Kollegen einen
Kaffee trinken oder eine Zigarette rauchen gehen. Seien Sie vorsichtig
mit ironischen Bemerkungen, vorschnellen Urteilen über Kollegen oder
Vorgesetzte und verzichten Sie auch auf abfällige Äußerungen über Ihren
alten Arbeitsplatz.
Und warten Sie mit Verbesserungsvorschlägen lieber bis nach der
Probezeit. Denn Sie könnten sonst leicht besserwisserisch wirken, auch
wenn Sie es nur gut gemeint haben.
Auch Sprüche wie: „Das war in meiner alten Firma aber ganz anders“,
sollten Sie sich verkneifen – zur Flexibilität gehört schließlich auch,
sich neuen Abläufen und Systemen anzupassen und sich damit zurecht zu
finden.
Und wie sieht’s mit dem Einstand aus? Fragen Sie doch einfach, was in
Ihrem neuen Unternehmen üblich ist. Ihre Kreativität können Sie dann bei
der Organisation des nächsten Betriebsausflugs ausleben...