Organisation der SchriftgutverwaltungMit dem Siegeszug der EDV wurde das papierlose Büro prognostiziert.
Tatsächlich hat sich der Verbrauch von Büropapier in den letzten Jahren
kontinuierlich erhöht. Auch wenn man eigentlich nicht alles ausdrucken
müsste – viele wollen Schriftstücke immer noch schwarz auf weiß vor sich
haben. Und manche Unterlagen müssen nach gesetzlichen Vorschriften in
Papierform aufbewahrt werden. Registraturen und Ablagen werden also
nicht kleiner, sondern eher immer umfangreicher. Wie soll man da noch
den Überblick bewahren und einen schnellen Zugriff garantieren?
Gründe der Informationsspeicherung
Vieles wird unnötig, mehrfach oder viel zu lange aufbewahrt. Dabei ist
es eigentlich gar nicht so schwer, sich von „Informationsmüll“ zu
befreien – man muss sich nur bewusst machen, ob, warum und in welcher
Form man die Unterlagen künftig benötigt.
Informationen können dynamisch oder statisch sein. Dynamische werden
noch verändert oder ergänzt; sie werden daher zweckmäßigerweise per EDV
gespeichert. Statische Informationen dagegen müssen oder sollen
unverändert in der vorliegenden Form über eine gewisse Zeit aufbewahrt
werden; sie werden am besten auf Papier oder zum Beispiel Mikrofilm
gespeichert.
Doch nicht nur der Status der Informationen, sondern auch der Grund der
Archivierung kann die Art der Aufbewahrung beeinflussen. Im Wesentlichen
gibt es hier zwei Kategorien:
1. Betriebliche Notwendigkeiten
- Informationsquelle
- Sicherung von Ansprüchen
- Abwehr unberechtigter Ansprüche
- Dokumentation
2. Gesetzliche Vorschriften
Für Wirtschaftsunternehmen: Aufbewahrungspflicht für Handelsbriefe,
Buchungsbelege, Bücher, Inventare und Bilanzen; Fristen: sechs bis zehn
Jahre.
Für Behörden gelten eine Reihe anderer Vorschriften mit meist noch
längeren Fristen.
Gewichten Sie Ihre Informationen also nach ihrem Inhalt und dem
Aufbewahrungsgrund. Am besten durch eine Einteilung in Wertigkeitsstufen.
Die Wertigkeitsstufen
Informationen können in vier Wertigkeitsstufen eingeteilt werden:
1. Tageswert: Einmalige Informationen ohne bleibenden Wert, wie
zum Beispiel Prospekte, Zeitungen und Notizen, können nach Kenntnisnahme
vernichtet bzw. gelöscht werden.
2. Prüfwert: Dynamische, sich in Bearbeitung befindliche
Vorgänge und Unterlagen mit zeitlich befristetem Wert, wie zum Beispiel
Angebote, Mahnungen, Kataloge oder Preislisten, kommen in die
arbeitsplatzbezogene Zwischenablage bzw. werden auf Diskette oder der
Festplatte gespeichert.
3. Gesetzeswert: Statische Daten, also Unterlagen mit
gesetzlicher Aufbewahrungspflicht, bewahrt man am besten in
raumsparenden Registraturen bzw. speichert sie auf Mikrofilm.
4. Dauerwert: Unterlagen, die für das Unternehmen langfristige
Bedeutung haben, wie zum Beispiel Verträge, Patente, Muster oder Fotos,
werden in Archiven oder Spezialablagen verwahrt.
Was in welche Wertigkeitsstufe eingeordnet wird, sollte man
unternehmensspezifisch in einem Schriftgut-Katalog festlegen.
Manchmal muss es das Original sein
Es gibt außerdem genaue gesetzliche Vorschriften, wie manche Unterlagen
aufbewahrt werden müssen:
1. Aufbewahrung als Original
- Eröffnungsbilanzen
- Jahresabschlüsse
- Konzernabschlüsse
2. Wiedergabe dem Original entsprechend
- Empfangene Handelsbriefe
- Buchungsbelege
3. Wiedergabe dem Original inhaltlich entsprechend
Abgesandte Handelsbriefe, wie zum Beispiel Korrespondenz, Angebote,
Auftragsbestätigungen
Auch diese Vorschriften beeinflussen die Form der Aufbewahrung – ein
völlig papierloses Büro wird es schon deshalb auch künftig nicht geben.
Organisation des ArbeitsplatzesKonsequent planen und visualisieren
Wer seine Aufgabenliste ständig vor Augen hat, kann nur schwer etwas
vergessen. Mit dem Leitz-Aufgaben-Planer können Sie alle wichtigen
To-dos auf Planungskarten notieren und sie nach ihrer Priorität geordnet
in überschaubare Einheiten gliedern. So behalten Sie immer den
Überblick, können den Zeitaufwand leichter einschätzen und Ihre Tage
besser planen. Und wenn eine neue Aufgabe hinzukommt, können Sie den
Planer leicht ergänzen bzw. die Karten neu ordnen.
Systematisch strukturieren
Leeren Sie Ihre Schreibtischplatte! Auf dem Schreibtisch sollten nur die
Unterlagen liegen, die Sie für Ihre augenblickliche Arbeit benötigen.
Alles andere gehört in oder neben den Schreibtisch, am besten in eine
Hängeregistratur. Trotzdem werden Sie nichts vergessen – Sie haben ja
Ihren Aufgaben-Planer.
Ihre Hängeregistratur können Sie mit speziellen Methodik-Schildchen gut
strukturieren (zum Beispiel A für Aufgaben, U für Unterlagen zum
Nachschlagen, K für Kommunikationspartner). So können Sie alles mit
einem Griff zur Hand nehmen und haben trotzdem auf dem Schreibtisch
genügend Platz, um die Akten auszubreiten, die Sie gerade bearbeiten.
Sicher terminieren
Auch Vorgänge, die pünktlich zu einem bestimmten Termin bearbeitet
vorliegen müssen, sollten Sie nicht auf Ihrem Schreibtisch stapeln – und
womöglich täglich durchsehen, damit Sie keine Frist versäumen.
Vertrauen Sie bei der Terminsteuerung und -überwachung auf das Leitz
Termin-Set. Es ist in 31 Tages- und 12 Monatsmappen untergliedert. Die
Termine des aktuellen Monats werden in die entsprechende Tagesmappe, die
der folgenden Monate in die Monatsmappen einsortiert. Am Ende eines
Arbeitstages nehmen Sie die Mappe des nächsten Tages zur Hand, wissen
mit einem Blick, was ansteht und können Ihre Zeit entsprechend einteilen.
Organisation des Schriftgut-DurchlaufsUm eine reibungslose Organisation zu gewährleisten, sollten Sie einen
Schriftgut-Katalog erstellen. Hier wird festgelegt, wo und wie lange
häufig anfallende Belegarten aufzubewahren sind. So können Sie Doppel-
und Mehrfachablagen und ein unnötig langes Aufbewahren von Schriftgut
vermeiden. Die bereits vorgestellte Einteilung in Wertigkeitsstufen
hilft Ihnen dabei.
Den Zugriff sichern
Informationen, die nicht nur für Sie, sondern auch für andere
Mitarbeiter wichtig sind, müssen diesen natürlich auch zur Kenntnis
gelangen. Hier hilft ein Verteil- oder Ablaufplan, der regelt, welchen
Weg ein Schriftgut zu durchlaufen hat, bevor es dann schließlich in die
Ablage kommt.
Wichtig ist aber auch, dass abgelegte Belege leicht wiederauffindbar
sind und man gut auf sie zugreifen kann, wenn man sie braucht:
Ablage am Arbeitsplatz:
Vorgänge, die sich noch in Bearbeitung befinden und Informationen, die
Sie häufig benötigen oder die nur für Sie selbst interessant sind,
werden Sie natürlich in Ihrem Büro aufbewahren. Hier sorgen Sie selbst
für eine geeignete Ablage.
Bereichs- und Abteilungsablagen: Unterlagen, die von mehreren
Mitarbeitern gleichzeitig verwaltet werden, gehören in die Abteilungs-
oder Bereichsregistratur. Da diese Ablage meist schon ziemlich
umfangreich ist, sollte man flexible Möbel einsetzen, die eine gute
Raumausnutzung erlauben und sich den Gegebenheiten optimal anpassen
lassen.
Zentral-Registraturen: Vorgänge und Akten, die von verschiedenen
Bereichen benötigt werden und/oder auf die nur selten zugegriffen werden
muss, werden in der Zentralregistratur aufbewahrt. Entsprechend groß ist
der Raumbedarf und entsprechend wichtig der Einsatz von raumsparenden
Registratursystemen und Möbeln (Regale, Fahrschrankanlagen). Hier muss
unbedingt darauf geachtet werden, dass die Einsichts- und
Entnahmeberechtigung klar geregelt und die Rückgabe-Kontrolle und
Terminüberwachung organisiert ist.
Altablagen: Schriftgut, das nur noch aus dokumentarischen oder
gesetzlichen Gründen aufbewahrt wird, wird in Altablagen gesammelt. Da
hier kein Raum für Ergänzungen vorgesehen werden muss, können die
Behälter vollständig gefüllt und der vorhandene Möbelraum durchgängig
belegt werden. Bei Raumknappheit können Altablagen auch außer Haus
eingerichtet werden.
Richtig ordnen – schneller findenDas wichtigste Kriterium einer guten Registratur ist deren logischer
Aufbau. Denn es bringt gar nichts, wenn nur derjenige Unterlagen darin
wiederfinden kann, der sie aufgebaut hat. Selbst Ihre persönliche Ablage
muss so strukturiert sein, dass andere sich darin zurecht finden können
– zum Beispiel eine Krankheits- oder Urlaubsvertretung oder auch Ihre
Nachfolgerin. Es ist deshalb unabdingbar, jede Registratur nach einem
bestimmten Schema aufzubauen.
Entscheidend für die Wahl der Ordnungsweise ist die Art der zu ordnenden
Informationen. Man unterscheidet dabei zwischen personen- oder
firmenbezogenen Unterlagen (Rechnungen, Lieferscheine, Korrespondenz
etc.) und innerbetrieblichen, sachbezogenen Vorgängen (Kalkulationen,
Verkaufsstatistiken etc.).
Alphabetisch ordnen:
Diese Ordnungsart ist nach wie vor weit verbreitet. Ein Rückgriff auf
Schriftstücke ist leicht möglich, ohne dass das Dokument vorher mit
einer besonderen Kennzeichnung versehen werden muss. Beachten Sie bei
der Regalaufteilung, dass manche Buchstaben häufiger vorkommen und
deshalb mehr Raum brauchen.
Numerisch ordnen:
Bei der numerischen Ordnung werden die Vorgänge einfach mit einer Nummer
versehen und dann entsprechend eingeordnet. Die Ordnungsart eignet sich
natürlich besonders gut für alle Belege, die bereits eine Nummer tragen
(wie zum Beispiel Rechnungskopien). Der Nachteil: Ein Rückgriff ist nur
über einen Index möglich.
Große, fortlaufend nummerierte Registraturen haben außerdem den
Nachteil, dass neue Akten immer am Ende eingeordnet werden und sich alte
Akten, die man nach und nach aussortieren kann, am Anfang der
Registratur befinden. Dort wird also Platz frei – der hinten fehlt! Von
Zeit zu Zeit müssen also alle Akten nachgerückt werden.
Ordnung nach Endziffern:
Dieses Nachrücken können Sie vermeiden, wenn Sie die Schriftstücke nach
Endziffern ordnen. Die Registratur wird dabei in hundert – bei größeren
in tausend – gleich große Bereiche unterteilt. Erstes Ordnungsmerkmal
sind jetzt die zwei – oder drei – letzten Ziffern der Ordnungsnummer. In
den Bereich 21 gehören also alle Akten, die mit den Ziffern 21 enden
(1021, 1121, 1721 etc.). So erreicht man eine gleichmäßige
Raumausnutzung.Ordnung nach Geburtsdaten oder Personen-Kennziffern:
Personenbezogene Unterlagen kann man auch nach Geburtsdaten oder
Personen-Kennziffern ordnen. Auch dadurch ist selbst bei großen
Datenmengen eine eindeutige Zuordnung ohne Index und eine gute
Raumausnutzung gegeben.
Ordnen nach Stichwörtern:
Sachbezogene Informationen werden meist nach Stichwörtern geordnet. Da
die Auswahl eines Stichwortes subjektiv ist, gibt es bei mehreren
Benutzern allerdings oft Zuordnungsprobleme. Diese Ordnungsweise kann
daher nur für kleine Ablagen empfohlen werden.
Ordnen nach Aktenplan:
Ein Aktenplan ist ein einheitlicher Rahmen für die systematische und
logische Ordnung des gesamten sachbezogenen Schriftguts. Er ist meist
dekadisch nach Hauptgruppen, Gruppen, Unter- und Sachgruppen aufgebaut.
Wie Sie einen derartigen Plan erstellen können, zeigen wir Ihnen
ausführlich in unserem Kurs „Informationsstrukturplan“.
SpeichermöglichkeitenNachdem wir besprochen haben, nach welchen Systemen Sie Informationen
ordnen können, kommen wir nun zu der Frage, welche Behältnisse Sie
einsetzen können:
Hängeregistratur
Die altbewährte Hängeregistratur kennt sicher jeder – deshalb braucht
sie hier nicht weiter vorgestellt zu werden. Sie ist so beliebt, weil
sie so praktisch ist. Das Schriftgut kann einfach schnell in die Mappen
eingelegt oder geheftet und genauso schnell wieder herausgenommen
werden. Das macht die Registratur flexibel und deshalb wird sie beinahe
an jedem Arbeitsplatz eingesetzt.
Ordnerregistratur
Auch die Ordnerregistratur kennt jeder, denn sie ist in jedem Büro
vorhanden. Die Vorteile: Durch die gut beschriftbaren Rücken haben Sie
eine gute Übersicht und einen schnellen Zugriff. Das Abheften ermöglicht
eine geordnete Reihenfolge – nichts kann mehr durcheinander geraten. Und
mit Registerblättern können Sie den Ordner übersichtlich unterteilen.
Stehsammler-Registratur
Diese Registratur entspricht quasi einer Ordner-Registratur ohne
Mechanik: Ein Stehsammler ersetzt den Ordner-Einband; Einstellmappen
nehmen das Schriftgut lose oder geheftet auf und unterteilen den Sammler
wie ein Register den Ordner. Die Vorteile: Sie können bis zu sieben
Registraturreihen übereinander stapeln, erreichen damit eine gute
Raumausnutzung, haben gleichzeitig einen hervorragenden Überblick und
können auf alle Akten sofort zugreifen.
Pendel-Registratur
Bei dieser Registratur hängen die Behälter seitlich nebeneinander an
Profilstangen in Schränken oder Regalen. Auch hier können Sie sieben
Reihen übereinander abhängen und erreichen somit eine optimale
Raumausnutzung. Neue Behälter können an jeder Stelle eingesetzt werden –
das System ist also äußerst flexibel.
Direktkennzeichnungssystem Orgacolor®
Ob Stehsammler- oder Pendel-Registratur: Farbige Ziffern- und
Buchstaben-Signale bieten eine klare, überschaubare Ordnung und helfen,
die gesuchte Akte auf den ersten Blick zu erkennen. Falsch abgestellte
Mappen sieht man sofort, weil sie „aus der Reihe tanzen“. Bei Leitz
können Sie Orgacolor-Mappen übrigens auch beschriftet als
gebrauchsfertige Registratur geliefert bekommen – auf Wunsch auch
maschinenlesbar (Barcode als Beschriftungsschild).
Liegende Registratur
Diese Registraturart wurde früher oft eingesetzt – und man sieht sie
auch heute noch. In Regalen oder Schränken mit Facheinteilung werden die
Schriftgut-Behälter übereinander gestapelt. Weil sie eine schlechte
Übersicht bietet und sehr unflexibel ist, eignet sich die liegende
Registratur höchstens für die Altablage, denn nur hier können die Fächer
vollständig ausgenutzt werden. Wenn Sie eine neue Ablage aufbauen
müssen, sollten Sie sich deshalb besser für eine der flexibleren,
moderneren Alternativen entscheiden, die wir Ihnen vorgestellt haben.