Die wichtigsten RebsortenAllein in Deutschland werden fast hundert Rebsorten angebaut, die sich
natürlich in ihrer Farbe, ihrem Geschmack und Geruch voneinander
unterscheiden. Es ist also nicht ganz leicht, sich einen Überblick zu
verschaffen. Doch auch wer kein echter Weinkenner ist, sollte wenigstens
die wichtigsten Rebsorten kennen, denn dann liest sich die Weinkarte im
Restaurant erheblich leichter – und man kann beim Fachsimpeln über Wein
wenigstens ansatzweise mitreden. Wir stellen sie Ihnen vor:
Rotweine
Zu den echten Klassikern unter den Rotweinen zählt der
Spätburgunder, in seiner Heimat Frankreich Pinot Noir genannt.
Er wird auf rund zehn Prozent der deutschen Rebflächen, vor allem im
badischen Kaiserstuhl, angebaut.
Der Spätburgunder gehört zu den trockenen Rotweinen und neigt nur selten
zu einer leichten Restsüße. Mit seinem vollmundigen und dabei fruchtigen
Aroma, das meistens einen Hauch von Mandel aufweist, ist er einer der
beliebtesten deutschen Rotweine.
Ursprünglich aus Österreich stammt der
Blaue Lemberger,
der leicht und fruchtig schmeckt und dabei eher kräftig duftet.
Der Lemberger ist eine sehr empfindliche Rebsorte, die fast
ausschließlich in Württemberg angebaut wird. Im Unterschied zu manch
anderen Weinen kann er wegen seiner ausreichenden Säure relativ lange
gelagert werden.
Ursprünglich aus Burgund kommt der
Schwarzriesling, der bis
auf die Traubenform übrigens nichts mit dem bekannten weißen Riesling
gemeinsam hat. Sein französischer Bruder heißt Pinot Meunier; in
Deutschland wird er vorwiegend in Württemberg angebaut. Sein fruchtiges
Aroma und der geringe Säuregehalt machen ihn zu einen süffigen Wein, der
gut zu Fleischgerichten passt.
Weißweine
Den Spitzenplatz unter den Weißweinen belegt der fruchtige, säurebetonte
Riesling. Fast überall in Deutschland angebaut – in Baden trägt er auch
den Namen Klingenberger –, erfreut er sich großer Beliebtheit, besonders
als spritziger Sommerwein.
Da er nach der Ernte noch mindestens ein Jahr lang nachreifen sollte,
sollte man ihm auf jeden Fall etwas Zeit geben – man kann einen
hochwertigen Riesling beinahe unbegrenzt lagern.
Einer der ältesten modernen Weine ist der in der Schweiz beheimatete
Müller-Thurgau, der mittlerweile aber in fast allen deutschen
Anbaugebieten zu Hause ist. Mit einer milden Säure und einem
feinfruchtigen, manchmal sogar Muskataroma, eignet sich der
Müller-Thurgau hervorragend für lange Sommerabende. Er sollte allerdings
nicht zu lange gelagert werden. Übrigens: Ist der Müller-Thurgau als
Rivaner ausgewiesen, ist er besonders frisch und trocken.
Vor allem in Rheinhessen wird die eher herzhafte Rebsorte
Silvaner
angebaut, die ihren Ursprung in Österreich hat. Am besten in Geschmack
und Aroma ist der leicht erdige und dabei vollmundige Silvaner zwei
Jahre nach seiner Ernte, eine lange Lagerung ist daher nicht von Vorteil.
Aus Vorderasien stammt die bekannteste Rebsorte der Welt: der
Chardonnay. Er wird mittlerweile auch in vielen deutschen Regionen
angebaut. Neben seinem fruchtigen, vollen Geschmack erinnert er mit
seinem Duft von exotischen Früchten nach Sommer und Süden.
Bildquelle: snygo.com