Themen

 
Kurse und Downloads

 

Hedge-Fonds: Was ist das eigentlich?

Was ist ein Hegde-Fonds?
Ein Hedgefonds ist eine Investmentgesellschaft, die weniger der Kontrolle der Finanzaufsicht unterliegt als ein Investmentfonds.

Und was ist ein Investmentfonds? Angenommen, Sie hätten Geld auf der hohen Kante. Dann könnten Sie dieses Geld in einem Investmentfonds anlegen. Mit dem Kapital seiner Anleger wird der Fondsverwalter an der Börse aktiv: Er kauft Aktien verschiedener Unternehmen. Wenn er die richtigen kauft, wird sich Ihr Geld vermehren – weil der Wert der Aktie steigt. Kauft er die falschen, haben Sie Pech gehabt: der Wert Ihrer Anlagen sinkt. Um das Risiko zu verringern, kauft der Fondsverwalter Aktien von verschiedenen Unternehmen.

Hedgefonds hingegen arbeiten spekulativer. Sie machen vor allem dann Gewinne, wenn sich die Märkte verändern. Denn sie wetten zum Beispiel auch auf Kursentwicklungen.

Seit einiger Zeit kaufen sich Hedge-Fonds mit ihrem Kapital immer öfter auch in Europa direkt bei Unternehmen ein. Und weil sie sich die Mehrheit oft im Verborgenen sichern und dann insbesondere am Gewinn und nicht unbedingt an der langfristigen positiven Entwicklung von Unternehmen interessiert sind, sind sie sehr umstritten – und wurden von Franz Müntefering als Heuschrecken tituliert: die über ein Feld herfallen, es leer fressen und dann weiterziehen.
 
















Meistens engagieren sich Hedge-Fonds bei Unternehmen, die sich in einer Krise befinden und aus diesem – oder anderen Gründen – unterbewertet sind. Das Unternehmen ist also eigentlich mehr wert, als es kostet. Der Kauf wird zum einen von den Hedge-Fonds selbst, zum anderen aber über Bankkredite finanziert, die das gekaufte Unternehmen nach und nach zurückzahlen muss. Außerdem versucht die neue Unternehmensleitung, den Wert des Unternehmens zu steigern – damit der Verkauf nach einigen Jahren mehr bringt, als der Kauf gekostet hat. Diese Wertsteigerung soll erreicht werden, indem das Unternehmen umstrukturiert wird: Vielleicht werden Abteilungen neu organisiert, damit rentabler gearbeitet werden kann. Vielleicht werden Mitarbeiter entlassen, um die Kosten zu senken. Vielleicht werden auch Unternehmensbereiche verkauft, damit man sich auf das Kerngeschäft konzentrieren kann.

Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wird natürlich in der Presse breit darüber berichtet, wenn ein Unternehmen verkündet, dass Personalkürzungen anstehen – und immer öfter liest man dann, dass das Unternehmen von einem Hedge-Fonds übernommen wurde. Kein Wunder also, dass die Fonds in die Kritik geraten sind.

Allerdings darf man auch nicht vergessen, welch bedeutende Rolle Finanzinvestoren bei der Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen spielen. Welche Hausbank ist heutzutage noch bereit, krisengeschüttelten Firmen mit Krediten auszuhelfen?

Hedge-Fonds sind also weder Fluch noch Segen, sondern Teil unseres Kapitalismus. Man sollte sie deshalb nicht verallgemeinernd über einen Kamm scheren – dazu sind sie viel zu heterogen.