Über den Wolken......ist für viele nicht die Freiheit, sondern die Angst grenzenlos. Woran
das liegt? Häufig leiden diese Menschen an Platz- oder Höhenangst oder
wollen nicht fliegen, weil sie der Technik nicht vertrauen und sich den
Piloten in mehreren tausend Metern Höhe hilflos ausgeliefert fühlen.
Seit dem 11. September kommt die Angst hinzu, dass Terroristen die
Maschine als fliegende Bombe missbrauchen könnten. Aber auch die Medien
tragen ihr Übriges dazu bei, dass die Flugangst – in Fachkreisen
Aviophobie genannt – nicht ab-, sondern vielmehr zunimmt. Ausführlich
wird von jeder weltweiten Flugzeugkatastrophe berichtet. So entsteht
schnell der falsche Eindruck, Fliegen sei extrem gefährlich. Tatsache
ist: Dieses Fortbewegungsmittel ist in den letzten Jahren sehr sicher
geworden. Natürlich besteht immer ein gewisses Restrisiko, aber glaubt
man Statistiken, so ist die Autofahrt von und zum Flughafen das
Gefährlichste an der gesamten Flugreise.
Statistiken hin oder her – eines ist sicher: Aviophobie schränkt Sie
gewaltig in Ihrer Freiheit ein! Dienstreisen und selbst die eigene
Urlaubsplanung bringen Probleme und viel Stress mit sich, sobald das
Reiseziel einige hundert Kilometer vom Heimatort entfernt liegt. Möchten
Sie andere Kontinente bereisen, so bleibt Ihnen keine andere
Möglichkeit, als sich in ein Flugzeug zu setzen. Oder wollen Sie eine
Autofahrt durch den ganzen Balkan in Kauf nehmen, nur um nach Istanbul
zu gelangen?
Sie haben die Wahl: Entweder Sie verzichten vollkommen auf Flugreisen,
schränken sich aber gleichzeitig in Ihrer Freiheit extrem ein. Viel
werden Sie von der weiten Welt jedenfalls nicht zu sehen bekommen und
auch geschäftliche Kontakte lassen sich so schwerer knüpfen. Oder Sie
nehmen in Kauf, trotz Ihrer Aviophobie hin und wieder zu fliegen. Das
bedeutet allerdings, dass Sie vor jeder erneuten Flugreise an
Schweißausbrüchen, Herzrasen und Panikattacken leiden werden. Wollen Sie
sich das wirklich über Jahre hinweg zumuten? Stellen Sie sich lieber
Ihrer Flugangst und bekämpfen Sie sie Schritt für Schritt. Wir helfen
Ihnen dabei.
Faszination Fliegen
Wer über das nötige Kleingeld verfügt, sollte am besten an einem der
Anti-Flugangstseminare teilnehmen, die von vielen Fluggesellschaften
angeboten werden. Dort lernen Sie unter fachkundiger Anleitung und durch
die geeignete Methodik mit Ihrer Angst umzugehen. Auch mithilfe einer
Hypnose-Behandlung können Sie die Panikattacken unter Umständen in den
Griff bekommen. Zu Beruhigungsmitteln sollten Sie nur in besonders
schwerwiegenden Fällen greifen. Wenden Sie sich in diesem Fall am besten
an Ihren Hausarzt. Empfehlenswert sind dagegen pflanzliche Präparate wie
Johanniskraut oder Baldrian. Wichtig ist, diese einige Stunden vor dem
Abflug einzunehmen, damit die entspannende Wirkung auch rechtzeitig
einsetzt.
Unsere folgenden Tipps ersetzen zwar keine professionelle Behandlung,
aber sind ein guter Anfang, die Aviophobie nach und nach in den Griff zu
bekommen.

Am besten ist, sich der Angst schrittweise zu stellen. Besuchen Sie
beispielsweise einmal in Ruhe einen Flughafen in Ihrer Nähe. Setzen Sie
sich auf eine Bank und beobachten Sie die Menschen um sich herum. Hier
liegen nicht nur Abschiedsschmerz und Freudentränen bei der Ankunft nah
beieinander; in vielen Gesichtern spiegeln sich mit Sicherheit auch die
Vorfreude auf den bevorstehenden Flug und die damit verbundenen neuen
Erfahrungen. Sehnen nicht auch Sie sich danach, eines Tages ein solches
Gefühl zu verspüren? Ab und zu werden an Flughäfen auch Flugzeuge zur
Besichtigung ausgestellt – nehmen Sie dieses Angebot unbedingt wahr!
Gehen Sie an Bord, schauen Sie sich in Ruhe um, und machen Sie es sich
für eine Weile auf einem Sitzplatz bequem. Wenn Sie möchten, können Sie
ruhig den Gurt anlegen und in Gedanken in ein Land oder einen Ort Ihres
Wunsches fliegen. Wenn die Möglichkeit besteht, lassen Sie sich von
einem Experten die Technik an Bord erklären – umfassende Informationen
sind äußerst hilfreich, um Ihre Skepsis gegenüber der modernen Technik
abzubauen.
Nur Fliegen ist schöner
Haben Sie den ersten Schritt ohne Probleme bewältigt, können Sie nun den
zweiten wagen: Einen kleinen Rundflug im Helikopter oder in einem
kleinen Motorflugzeug. Zwar sind diese Flüge nicht so komfortabel, dafür
bieten sie aber wesentliche Vorteile. Es gibt wenig Publikum, vor dem
Sie sich aufgrund Ihrer Flugangst genieren müssten; außerdem bestimmen
Sie, wie lange der Flug dauern soll. Im Extremfall drehen Sie einfach
eine kleine Runde und landen dann sofort wieder. Erfahrungsgemäß ist es
aber ein tolles Gefühl, die gewohnte Umgebung einmal aus der
Vogelperspektive zu betrachten. In Deutschland bieten viele kleine
Flughäfen günstige Rundflüge an. Trauen Sie sich!
Alles heil überstanden? Dann können Sie nun einen mittellangen Flug in
Angriff nehmen. Am besten eignen sich dabei Flüge mit einer Dauer von
ein bis zwei Stunden. Verbinden Sie diesen Schritt doch einfach mit
einem angenehmen Kurztrip. Mittlerweile gibt es viele günstige Angebote
für attraktive Reiseziele wie Paris oder Mallorca. Der Vorteil von
Paris: Der Flughafen liegt außerhalb der Stadt und man fliegt bei der
Landung nur über wenige Häuser, das reduziert die Angst etwas. Mallorca
hat wiederum den Vorteil, dass Sie auch eine zeitlang über dem Meer
fliegen und sich somit einem weiteren Aspekt Ihrer Aviophobie stellen
können. Egal, welches Reiseziel Sie wählen, bitten Sie eine Person Ihres
Vertrauens, Sie auf diesem Trip zu begleiten. Sie kann beim Start und
bei der Landung Ihre Hand halten, was oftmals wahre Wunder wirkt.
Ablenkung verschafft auch das Sekundenzählen beim Start. Spätestens nach
der hundertsten sind Sie sicher in der Luft! Auch die modernen
Fluginformationssysteme lenken Sie von Ihrer Flugangst ab, denn auf dem
Bildschirm können Sie die Reiseroute, die Höhe und Geschwindigkeit sowie
die Außentemperatur jederzeit verfolgen. Setzen Sie die Flugbegleiter
über Ihre Aviophobie in Kenntnis. Diese werden alles tun, um Ihnen den
Flug so angenehm wie möglich zu gestalten und Ihnen vielleicht sogar
einen Besuch im Cockpit ermöglichen. Verzichten Sie auf Alkohol oder
Kaffee, diese Getränke wirken in diesen Höhen besonders stark und
steigern Ihre Nervosität. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Wasser zu
sich nehmen, das hält den Kreislauf stabil.
Die Zeit vergeht wie im Flug
Haben Sie auch diesen Flug ohne Probleme hinter sich gebracht, wartet
der letzte Punkt auf Ihrer persönlichen Flugangst-Bewältigungsliste: Ein
Transatlantikflug. Als Fernziel ist New York City besonders
empfehlenswert. Mit einer Flugdauer zwischen sieben und acht Stunden
erscheint die Reisezeit auf den ersten Blick lang, aber dank der
Unterhaltung an Bord vergeht sie wie im Flug. Trotzdem sollten Sie an
Bord auf genügend Bewegung achten. Am besten ist, Sie ziehen Ihre Schuhe
aus, machen Zehen- und Wadengymnastik und vertreten sich etwas die
Beine, indem Sie durch die Gänge laufen. Leiden Sie unter verkrampften
Muskeln, können Sie mit dieser Übung gezielt dagegenwirken: Spannen Sie
alle Muskeln gleichzeitig an, und halten Sie diese Übung einige
Sekunden. Lösen Sie die Spannung abrupt und genießen Sie diesen Zustand.
Bei Bedarf wiederholen Sie das Ganze einfach.
Nachdem Sie nun auch einen anderen Kontinent erreicht haben, können Sie
wirklich stolz auf sich sein! Fliegen macht glücklich, aber nur, wenn
man lernt, mit seiner Angst richtig umzugehen. Setzen Sie auf
Konfrontation und sagen Sie Ihrer Aviophobie den Kampf an! Wir wünschen
Ihnen viel Erfolg.
Bildquelle: snygo.com