Welcome back!
Noch immer sind es leider meistens die Frauen, die vor der Entscheidung
„Karriere oder Familie“ stehen und wegen der Kindererziehung oder Pflege
von Angehörigen eine berufliche Pause einlegen.
Dabei steht man vor einem Dilemma: Einerseits möchten viele Mütter so
lange wie möglich nur für Ihre Kinder da sein. Andererseits wird es
immer schwerer, wieder in den Beruf einzusteigen, je länger man draußen
war. Denn die Arbeitswelt verändert sich in rasendem Tempo. Was heute
noch hochaktuell ist, ist in einigen Jahren bereits völlig veraltet.
Vor allem im Sekretariat muss man stets auf der Höhe der Zeit sein. Wer
Tag für Tag im Büro seinen Aufgaben nachgeht, dem fällt oft gar nicht
mehr auf, wie schnell sich alles ändert. Wer aber nach einigen Jahren an
seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, wird staunen – und Probleme haben, mit
den Neuerungen zurecht zu kommen.
Deshalb ist es unglaublich wichtig, nicht den Bezug zum Berufsleben zu
verlieren. Lesen Sie weiterhin Fachliteratur. Legen Sie sich auch zu
Hause einen PC zu, der mit der neuesten Technik ausgestattet ist – und
halten Sie auch während der Babypause den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber.
Wenn es Ihnen zeitlich irgendwie möglich ist, sollten Sie zum Beispiel
anbieten, gelegentliche Urlaubs- oder Krankenvertretungen zu übernehmen
– so verliert Sie Ihr Arbeitgeber nicht aus den Augen, Sie bleiben mit
Ihren gewohnten Arbeitsabläufen vertraut, sind über interne
Umstrukturierungen sowie technische Änderungen informiert – und haben
damit schon einige Probleme eines beruflichen Wiedereinstiegs umgangen.
Wenn es wirklich niemanden gibt, der Sie bei der Kinderbetreuung
unterstützen kann, damit Sie wenigstens zeitlich begrenzte Vertretungen
übernehmen können, dann sollten Sie auf jeden Fall wenigstens den
privaten Kontakt zu Ihren Kollegen halten. Und dabei ist Ihre Initiative
gefragt, denn Sie können nicht erwarten, dass die anderen an Sie denken,
wenn sie sich nach Feierabend verabreden. Regen Sie also ruhig
gelegentliche gemeinsame Abendessen an. So bleiben Sie präsent – und
sind nicht nur in Sachen Klatsch und Tratsch auf dem neuesten Stand!
Informationen sammeln
Wenn Sie über eine längere Zeitspanne aus dem Beruf ausgestiegen sind
und sich auf eine neue Stelle bewerben müssen, ist es sinnvoll, eines
der zahlreichen Angebote zur Weiterbildung von Berufsrückkehrern zu
nutzen. Die Arbeitsämter und Volkshochschulen führen zum Beispiel
regelmäßig Veranstaltungen durch, die auf die Bedürfnisse von
Wiedereinsteigerinnen abgestimmt sind; es gibt aber in vielen Städten
auch Vereine und Selbsthilfeinitiativen, die sich auf diese Themen
spezialisiert haben und umfangreiche Beratung – vom Bewerbungstraining
bis zur Rechtsauskunft – anbieten.
Staatliche Förderung
Um Anspruch auf die staatliche Förderung zu haben, müssen Sie als
Berufsrückkehrer im Sinne des Gesetzes anerkannt werden. Sie erfüllen
die Voraussetzungen, wenn Sie Ihren Beruf oder Ihre betriebliche
Ausbildung wegen der Erziehung von Kindern unter 15 Jahren oder der
Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen unterbrochen haben und in
angemessener Zeit in die Erwerbstätigkeit zurückkehren wollen.
Nach Prüfung durch das Arbeitsamt können Sie Trainingsmaßnahmen oder
Weiterbildungslehrgänge einfordern. Manche Angebote gibt es auch in
Teilzeit – ein Vorteil für Frauen, die auf ihre Kinder Rücksicht nehmen
müssen.
Dabei können Sie sogar Unterhaltsgeld beanspruchen, dessen Höhe sich
danach richtet, welches Einkommen Sie entsprechend Ihrer Qualifikation
erzielen könnten. Wenn Sie vor der Berufspause einen Anspruch auf
Arbeitslosengeld hatten, entspricht das Unterhaltsgeld zum Beispiel der
Höhe des Arbeitslosengeldes.
Lassen Sie sich beim Arbeitsamt oder von einer der erwähnten Initiativen
beraten. Es lohnt sich, über seine Möglichkeiten informiert zu sein.
Das Licht nicht unter den Scheffel stellen
Wer über eine längere Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, ist oft
nicht mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet. Wenn Sie sich
fachlich auf dem Laufenden gehalten haben, gibt es aber keinen Grund,
Minderwertigkeitsgefühle zu entwickeln – im Gegenteil! Durch die
Erziehung Ihrer Kinder oder die Pflege Ihrer Angehörigen haben Sie Ihre
sozialen Kompetenzen weiterentwickelt und reichlich Erfahrungen im
Organisations- und Zeitmanagement gesammelt – Fähigkeiten, die
heutzutage besonders gefragt sind.