LeitzKnowHow

Wiedereinstieg in den Beruf

 

Noch immer sind es leider meistens die Frauen, die vor der Entscheidung „Karriere oder Familie“ stehen und wegen der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen eine berufliche Pause einlegen.

Dabei steht man vor einem Dilemma: Einerseits möchten viele Mütter so lange wie möglich nur für Ihre Kinder da sein. Andererseits wird es immer schwerer, wieder in den Beruf einzusteigen, je länger man draußen war. Denn die Arbeitswelt verändert sich in rasendem Tempo. Was heute noch hochaktuell ist, ist in einigen Jahren bereits völlig veraltet.

Vor allem im Sekretariat muss man stets auf der Höhe der Zeit sein. Wer Tag für Tag im Büro seinen Aufgaben nachgeht, dem fällt oft gar nicht mehr auf, wie schnell sich alles ändert. Wer aber nach einigen Jahren an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, wird staunen – und Probleme haben, mit den Neuerungen zurecht zu kommen.

Deshalb ist es unglaublich wichtig, nicht den Bezug zum Berufsleben zu verlieren. Lesen Sie weiterhin Fachliteratur. Legen Sie sich auch zu Hause einen PC zu, der mit der neuesten Technik ausgestattet ist – und halten Sie auch während der Babypause den Kontakt zu Ihrem Arbeitgeber.

Wenn es Ihnen zeitlich irgendwie möglich ist, sollten Sie zum Beispiel anbieten, gelegentliche Urlaubs- oder Krankenvertretungen zu übernehmen – so verliert Sie Ihr Arbeitgeber nicht aus den Augen, Sie bleiben mit Ihren gewohnten Arbeitsabläufen vertraut, sind über interne Umstrukturierungen sowie technische Änderungen informiert – und haben damit schon einige Probleme eines beruflichen Wiedereinstiegs umgangen.
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Wenn es wirklich niemanden gibt, der Sie bei der Kinderbetreuung unterstützen kann, damit Sie wenigstens zeitlich begrenzte Vertretungen übernehmen können, dann sollten Sie auf jeden Fall wenigstens den privaten Kontakt zu Ihren Kollegen halten. Und dabei ist Ihre Initiative gefragt, denn Sie können nicht erwarten, dass die anderen an Sie denken, wenn sie sich nach Feierabend verabreden. Regen Sie also ruhig gelegentliche gemeinsame Abendessen an. So bleiben Sie präsent – und sind nicht nur in Sachen Klatsch und Tratsch auf dem neuesten Stand!

Informationen sammeln
Wenn Sie über eine längere Zeitspanne aus dem Beruf ausgestiegen sind und sich auf eine neue Stelle bewerben müssen, ist es sinnvoll, eines der zahlreichen Angebote zur Weiterbildung von Berufsrückkehrern zu nutzen. Die Arbeitsämter und Volkshochschulen führen zum Beispiel regelmäßig Veranstaltungen durch, die auf die Bedürfnisse von Wiedereinsteigerinnen abgestimmt sind; es gibt aber in vielen Städten auch Vereine und Selbsthilfeinitiativen, die sich auf diese Themen spezialisiert haben und umfangreiche Beratung – vom Bewerbungstraining bis zur Rechtsauskunft – anbieten.

Staatliche Förderung
Um Anspruch auf die staatliche Förderung zu haben, müssen Sie als Berufsrückkehrerin im Sinne des Gesetzes anerkannt werden. Sie erfüllen die Voraussetzungen, wenn Sie Ihren Beruf oder Ihre betriebliche Ausbildung wegen der Erziehung von Kindern unter 15 Jahren oder der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen unterbrochen haben und in angemessener Zeit in die Erwerbstätigkeit zurückkehren wollen.

Nach Prüfung durch die Agentur für Arbeit können Sie Trainingsmaßnahmen oder Weiterbildungslehrgänge einfordern. Manche Angebote gibt es auch in Teilzeit – ein Vorteil für Frauen, die auf ihre Kinder Rücksicht nehmen müssen.
Dabei können Sie sogar Unterhaltsgeld beanspruchen, dessen Höhe sich danach richtet, welches Einkommen Sie entsprechend Ihrer Qualifikation erzielen könnten. Wenn Sie vor der Berufspause einen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten, entspricht das Unterhaltsgeld zum Beispiel der Höhe des Arbeitslosengeldes.

Lassen Sie sich beim Arbeitsamt oder von einer der erwähnten Initiativen beraten. Es lohnt sich, über seine Möglichkeiten informiert zu sein.

Das Licht nicht unter den Scheffel stellen
Wer über eine längere Zeit aus dem Berufsleben ausgestiegen ist, ist oft nicht mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein gesegnet. Wenn Sie sich fachlich auf dem Laufenden gehalten haben, gibt es aber keinen Grund, Minderwertigkeitsgefühle zu entwickeln – im Gegenteil! Durch die Erziehung Ihrer Kinder oder die Pflege Ihrer Angehörigen haben Sie Ihre sozialen Kompetenzen weiterentwickelt und reichlich Erfahrungen im Organisations- und Zeitmanagement gesammelt – Fähigkeiten, die heutzutage besonders gefragt sind.