Das Risiko minimieren
Krankheit oder Tod, Unfälle, Berufsunfähigkeit, Diebstahl,
Gerichtsverfahren – gegen alles kann man sich absichern. Sogar für den
Verlust der Brille, der Hausschlüssel oder des Handys kann man eine
Versicherung abschließen. Aber welche braucht man – und welche nicht?
Diese Frage ist schon im Privatleben schwer zu beantworten. Selbständige
müssen noch einige Faktoren mehr bedenken. Trotzdem ist es eigentlich
ganz einfach, wenn man sich an eine Faustregel hält: Man sollte sich nur
gegen die Risiken versichern, die existenzbedrohend sind. Auf eine
Brillen- oder Schlüsseldienst-Versicherung kann man folglich genauso
getrost verzichten wie auf eine Reisegepäck- oder
-rücktrittskostenversicherung. Denn sollte der Fall der Fälle
tatsächlich eintreffen, müsste man diese entstandenen Kosten eigentlich
aus eigener Tasche begleichen können, ohne dass man dadurch ruiniert
wird.
Bleibt also die Aufgabe, durchzuforsten, welche Risiken Sie als
Selbständiger absichern sollten, damit Ihnen ein Schadensfall nicht das
Genick brechen kann:
Krankenversicherung
Keine Frage: Selbst nach einer leichten Operation mit nur einigen Tage
Krankenhausaufenthalt folgt eine Rechnung, die sich gewaschen hat. Eine
Krankenversicherung ist daher unabdingbar. Wer sich privat versichert,
sollte einen Tarif mit relativ hoher Selbstbeteiligung wählen, das senkt
die monatlichen Gebühren – und die ersten paar hundert Euro kann man
schließlich gut selbst bezahlen.
Ob eine Tagegeld-Versicherung für Sie sinnvoll ist, kommt darauf an, ob
Sie so hohe Rücklagen haben, dass Sie einen Ausfall selbst von mehreren
Wochen überbrücken könnten. Sicher braucht man das Geld aber nicht
gleich nach wenigen Krankheitstagen.
Berufsunfähigkeit
Auch diese Versicherung ist für Selbständige unverzichtbar. Denn wenn
Sie nicht Mitglied in der gesetzlichen Rentenversicherung sind, sind Sie
gegen Berufsunfähigkeit auch nicht abgesichert. Doch selbst wer nach wie
vor in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, ist nicht viel
besser dran, denn die Leistungen bei Berufsunfähigkeit wurden fast
vollständig gestrichen – vor allem für Jüngere.
Altersvorsorge
Falls Sie nicht auf ein hohes Erbe vertrauen können, bleibt Ihnen auch
nichts anderes übrig, als für das Alter etwas auf die hohe Kante zu
legen. Welche Möglichkeiten sich da anbieten erfahren Sie unter dem
Stichwort „Rentenvorsorge“.
Haftpflicht
Was für das Privatleben gilt, gilt auch das Geschäft: Sie haften für
alle Schäden, die Sie oder Ihre Mitarbeiter durch Ihren Betrieb oder
Ihre Produkte verursachen. Und das kann schnell in die Millionen gehen.
Deshalb sollten Sie dieses Risiko unbedingt entsprechend absichern.
Unfallversicherung
Wer nach einem Unfall behindert bleibt, muss sich nicht nur auf ein
anderes Leben einstellen, sondern auch noch mit hohen Kosten kämpfen.
Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt nur bei Arbeitsunfällen. Und
wenn Sie nicht Mitglied in einer Berufsgenossenschaft sind, haben Sie
ohnehin keinen Anspruch auf Leistungen.
Betriebsinhalts- und Betriebsunterbrechungsversicherung
Sie können Ihre Einrichtung und alle Waren gegen Feuer,
Einbruchdiebstahl sowie Schäden durch Rohrbruch oder sogar
Naturkatastrophen versichern. Und weil es sein kann, dass Sie nach einem
derartigen Schaden die Arbeit erst nach Monaten wieder aufnehmen können,
sollten Sie – je nach dem, ob das für Sie zutrifft – auch über den
Abschluss einer Betriebsunterbrechungsversicherung nachdenken.
Wenn das Haus, in dem Sie Ihren Firmensitz haben, Ihnen gehört,
empfiehlt sich der Abschluss einer Gebäudeversicherung.
Rechtschutzversicherung
Ob im Arbeits- oder Strafrecht: Als Selbständiger unterstehen Sie einer
Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen – und entsprechend leicht können Sie
in eine gerichtliche Auseinandersetzung verwickelt werden. Deren
finanzielle Folgen sind schwer kalkulierbar – und dagegen kann man kann
sich über eine Rechtschutzversicherung schützen.