LeitzKnowHow
Was ist Design?
 
Ein Designer ist jemand, der etwas designt – also gestaltet. Ein Gestalter. Designermöbel sind folglich Möbel, die jemand gestaltet hat – ebenso wie Designeruhren und Designerhosen von jemandem entworfen wurden. Genau betrachtet ist Werbung mit dem Wort „Design“ deshalb ziemlich inhaltsleer. Es soll damit suggeriert werden, dass nicht irgendjemand, sondern ein namhafter und folglich sehr guter Designer das Produkt entworfen habe. So soll das Produkt aufwertet werden. Für eine Designerjeans ist man bereit, mehr auf den Tisch zu legen. Ist sie gar nicht so teuer, freut man sich und denkt, man habe ein Schnäppchen gemacht.
Wichtig ist deshalb nicht die Frage, ob ein Designer an der Arbeit war, sondern ob er gut war. Doch woran erkennt man gute Designer und gutes Design?
Designer
Designer können in der Regel eine Ausbildung
nachweisen. Meist haben sie studiert – Grafik-, Schmuck-, Produkt- oder
Modedesign zum Beispiel – je nachdem, in welchem Bereich sie tätig
werden wollen. Manche haben „nur“ ein Handwerk gelernt, manche eine
Lehre und ein Studium absolviert. Die Ausbildung allein macht aber noch
keinen guten Designer aus. Man braucht auch Talent.
Traut man sich keine eigene Einschätzung zu, kann man einen guten Designer am einfachsten über seine Referenzen einschätzen – wer von vielen Kunden gefragt ist, wird wohl gute Arbeit abliefern. Wer womöglich auch noch mit Preisen überschüttet wurde, ohnehin. Der Umkehrschluss gilt allerdings nicht: Wer keine Preise vorweisen kann, muss kein schlechter Designer sein. Junge Talente konnten sich noch gar nicht beweisen. Außerdem ist bei Wettbewerben meist schon das Einreichen einer Arbeit sehr teuer. Und viele Designer legen gar keinen Wert auf Trophäen. Sie wünschen sich vor allem zufriedene Kunden.
Die gibt es aber nur, wenn der Designer noch eine dritte Voraussetzung erfüllt: Er muss nicht nur sein Handwerk beherrschen und Talent haben, sondern sich zudem in seine Kunden hineinversetzen können. Denn das Design muss immer auch zur Marke passen. Und es muss nicht nur dem Designer gefallen, sondern vor allem dem Kunden.
Design
Woran erkennt man gutes Design? Es ist in der Regel
schlicht und funktional, ohne unnötige Schnörkel. Dies wird schnell
deutlich, wenn man sich einige der mit dem renommierten red dot design
award ausgezeichneten Produkte anschaut – www.red-dot.org. Konstruktion
und Design müssen eine Einheit bilden. Produktdesigner müssen sich
deshalb in Menschen hineinfühlen – wie gehen sie mit den Produkten um,
wie nimmt man sie in die Hand, wie arbeitet man damit?
Gutes Design erkennt man aber vor allem daran, dass es Bestand hat. Gute Logos wirken auch nach Jahrzehnten nicht altmodisch – das Coca-Cola-Logo ist zum Beispiel 125 Jahre alt. Gute Architektur gefällt nicht nur heute, sondern auch morgen – das Guggenheim-Museum des Architekten Frank Lloyd Wright in New York wurde 1959 eröffnet, wirkt jedoch bis heute hochmodern. Möbelklassiker wie die Stühle von Charles & Ray Eames sind ebenfalls schon vor mehr als 50 Jahren entworfen worden – aber immer noch Verkaufsschlager. Und die Gestalt des Porsche 911 hat sich vom ersten bis zum aktuellen Modell kaum verändert.
Das Design Bestand hat ist deshalb wichtig, weil es der Marke ein unverwechselbares Gesicht gibt. Wer den Coca-Cola-Schriftzug sieht, denkt an die dunkle Brause – weltweit. Wer ein Maggi-Fläschchen sieht, kennt sofort dessen Inhalt – selbst wenn es kein Etikett hat. Es wäre also ein großer Fehler, Logo und Design einer gut eingeführten Marke ohne Not zu ändern. Das geht aber nur, wenn es selbst nach langer Zeit nicht altmodisch wirkt. Langlebiges, aber dennoch nicht langweiliges Design gelingt jedoch nur wirklich guten Designern.

Übrigens ist auch der Leitz Ordner ein echter Klassiker. Es gibt ihn
schon seit 1896. Seine Mechanik wurde weiterentwickelt. Rein äußerlich
aber hat er sich kaum verändert – und wirkt so jung wie ehedem.
Bild: Leitz Archiv