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Viren und Spam-Mails

Eine Mailbox ist kein Mülleimer
















Nach Schätzungen landen im deutschsprachigen Raum wöchentlich bis zu 500 000 unerwünschte Mails – Spams – in den Accounts der Internetnutzer. (Der Begriff stammt aus einem Sketch der Komikertruppe Monty Python, bei dem in einem Restaurant nur Gerichte mit „spiced ham“, kurz: spam, zu bekommen sind.) Spams aus dem elektronischen Briefkasten zu halten ist schwierig, weil man genau definieren muss, was generell nicht erwünscht ist. Schließlich möchten Sie nicht, dass Sie wichtige Mails ebenfalls nicht erreichen. Es empfiehlt sich, individuelle Filterkriterien festzulegen, die die Trefferquote erhöhen. In so genannten Spam-Verdachtsordnern können Sie die Mails ansehen und dann entscheiden, ob Sie öffnen oder nicht. Herausgefilterte Mails sollten deshalb nicht automatisch gelöscht werden.

Außerdem gibt es einige Maßnahmen, mit denen Sie erreichen können, dass Spam-Verschicker Ihnen erst gar keine Mails schicken.

Ihre Adresse ist privat!

Würden Sie Ihre Privatadresse willkürlich im Internet veröffentlichen? Wohl kaum. Daher gibt es auch keinen Grund, dies mit der E-Mail-Adresse zu tun.

Denn es gibt spezielle Suchsysteme – so genannte „harvester programs“ –, die das Internet nach Mailadressen durchsuchen, die in Gästebüchern, auf Homepages oder als Ergänzung zur Postadresse angegeben sind. Auf Homepages sollten Sie daher keine Links einbauen, die direkt zu Ihrer E-Mail-Adresse weiterleiten. Überlegen Sie sich genau, ob Sie wirklich die Mailadresse angeben müssen. Eine Telefonnummer tut es oft auch – wer Ihnen etwas mailen möchte, kann die Adresse telefonisch erfragen; so behalten Sie die Kontrolle. Sie sollten sich immer bewusst sein: Sobald Sie Ihre Mailadresse im Internet veröffentlichen, ist sie abrufbar – und somit missbrauchbar.
 
Um die Spams in Ihrer Mailbox auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, sollten Sie auf keinen Fall Jhren vollen Namen für die Mailadresse benutzen. Denn dann sind Sie auch per „Blindversuch“ zu erwischen, wenn man Ihren Namen beispielsweise dem Telefonbuch entnimmt und mit den Standardprovidern ergänzt (sabine.mustermann@gmx.de). Besser ist es, den Namen abzukürzen, ihn zum Beispiel durch eine Zahl zu ergänzen (2s.mustermann@gmx.de) oder einen Spitznamen zu benutzen.

So machen Sie es Spammern schwer

Die private Mailadresse aus dem Internet zu halten ist schon schwer genug. Bei Ihrer Geschäfts-Mailadresse ist das kaum möglich. Schließlich sollen (potenzielle) Kunden leicht Kontakt mit Ihnen aufnehmen können. Aber natürlich möchten Sie trotzdem nicht täglich elektronischen Müll aussortieren müssen.

Das Verschicken von Spam-Mails ist illegal – doch leider sind die, die es trotzdem tun, schwer zu fassen, da die Absender oft gefälscht sind. Wenn Sie den Provider der Spams allerdings doch einmal kennen und wissen, dass er seriös ist, sollten Sie ihn per Mail vom Missbrauch seiner Leistungen in Kenntnis setzen. Meist funktioniert dies über die Mailadressen postmaster@... oder abuse@...

Wenn Sie viel im Internet unterwegs sind, sollten Sie sich eine zweite Mailadresse zulegen, die Sie dann in Gästebüchern etc. hinterlassen können. Ihre eigentliche Mailbox bleibt so zumindest von einem Teil der Spam-Mails verschont.

„Wenn Sie keine Post von uns möchten…

…klicken Sie hier:“ Dieser Button findet sich häufig am Ende von Spams – und Sie sollten ihn keinesfalls nutzen! Denn so bestätigen Sie dem Sender, dass Ihre Mailadresse stimmt und die Mails abgerufen werden. Was liegt da näher, als Sie weiterhin mit unerwünschter Post zu bombardieren?
 
Aus diesem Grund sollten Sie sich auch überlegen, ob Sie eine Abwesenheitsschaltung aktivieren oder automatische Zustellbestätigungen verschicken. NetMail-Nutzer können mit dem Button „Ablehnen“ übrigens bewirken, dass an den Spam-Verschicker eine Mail mit dem Absender „user unknown“ verschickt wird.

Viren abwehren

Computer sind in Bezug auf Viren ähnlich wie Menschen: Auch der Fitteste ist nicht resistent gegen alles.

Deshalb sollten Sie Ihren Computer auf jeden Fall mit einem Anti-Viren-Programm „impfen“. Diese Programme legen Mails mit Verdacht auf einen Virus sofort extra ab. Sicherheitshalber sollten Sie trotzdem keine Mails öffnen, deren Absender Sie nicht kennen. In diesem Fall gilt: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

Ein kleiner „Spam-Knigge“ zum Schluss

In Deutschland ist es verboten, per Fax, Telefon oder Mail Werbung zu machen, wenn keine direkte Geschäftsbeziehung oder ein schriftliches Einverständnis besteht. Daher sollten Sie – auch wenn das Angebot noch so verlockend ist – grundsätzlich keine Artikel aus Spam-Mails kaufen. Denn damit unterstützen Sie diese lästige Unart – und nehmen sich selbst das moralische Recht, sich jemals wieder über Spams zu beschweren!