LeitzKnowHow

Verantwortung und Zuständigkeiten

 

Eigentlich dürfte es keine Probleme geben: Jede Abteilung hat ihren Leiter – und der verteilt die Aufgaben an seine Mitarbeiter. Insofern müsste für alle klar sein: Der Chef trägt die Gesamtverantwortung und die Mitarbeiter sind für ihr jeweiliges Aufgabengebiet zuständig.

Die Realität sieht leider oft anders aus: Denn manche Chefs machen entweder erstens keine klaren Ansagen oder ändern sie zweitens ständig oder sie sind drittens nicht in der Lage, ihre Mitarbeiter selbständig arbeiten zu lassen. Oder alles zusammen!

Im ersten Fall entsteht schnell ein Chaos: Jeder wurstelt vor sich hin. Die eine Arbeit wird gar nicht, die andere gleich doppelt erledigt. Und wo niemand so richtig weiß, was eigentlich sein Job ist, fühlt sich keiner wirklich verantwortlich – und kann auch nicht zur Verantwortung gezogen werden.

Im zweiten Fall blickt irgendwann keiner mehr durch: Was gestern noch die Aufgabe der Kollegin 1 war, fällt jetzt in die Zuständigkeit von Kollege 2 und morgen in die der Kollegin 3. Jeder fängt wieder von vorne an, Abläufe werden dauernd neu definiert. Im Team entsteht Zwietracht, weil jeder dem anderen unterstellt, dass er ihm das Wasser abgraben will.
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Im dritten Fall gibt es zwar klare Zuständigkeiten, doch der Chef funkt dauernd dazwischen. Das führt dazu, dass die Mitarbeiter sich nach und nach nicht mehr wirklich engagieren – sie machen es ja doch nie recht. Die Arbeit wird – egal wie – getan, schließlich wird der Chef sowieso alles wieder ändern. Oder aber man lässt sich jede Kleinigkeit absegnen. Der Chef ist dadurch völlig überlastet, kommt zu nichts mehr – weder zu den wichtigen, noch zu den unwichtigen Dingen – und hat das Gefühl, dass seine Mitarbeiter nichts taugen. Deshalb mischt er sich erst recht überall ein – und deshalb arbeitet bald gar niemand mehr selbständig. Ein Teufelskreis beginnt. Frust macht sich breit.

Störe meine Kreise nicht...
Wenn Ihnen diese geschilderte Situation bekannt vorkommt, sollten Sie unbedingt etwas dagegen unternehmen. Denn Sie werden sonst früher oder später die Lust an Ihrer Arbeit verlieren. Wer aber seinen Job ohne Schwung und Engagement erledigt, macht ihn schlecht – und ist dadurch erst recht unzufrieden.

Reden Sie am besten zuerst mit Ihren Kolleginnen und Kollegen. Wenn Ihr Chef nicht in der Lage ist, seine Abteilung klar zu strukturieren, müssen das seine Mitarbeiter eben ein Stück weit selbst in die Hand nehmen. Vereinbaren Sie gemeinsam Zuständigkeiten – soweit das möglich ist – und versuchen Sie zu erreichen, dass die Abteilung nicht gegen-, sondern miteinander arbeitet. Versprechen sie sich gegenseitig, sich nicht ins Handwerk zu pfuschen, sondern als Team aufzutreten. Wenn Sie einen Job übertragen bekommen, der nicht in Ihren Tätigkeitsbereich fällt, dann geben Sie ihn an den entsprechenden Kollegen weiter – es sei denn, er ist damit einverstanden, dass Sie die Aufgabe bearbeiten.

Versuchen Sie, Ihre Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass auf Dauer keiner ans Ziel kommt, wenn jeder versucht, auf dem Rücken des anderen Karriere zu machen. Wenn alle an einem Strang ziehen, sind alle zusammen und jeder für sich erfolgreicher – und zufriedener.
Dieser Weg ist sicher nicht leicht und vielleicht machen auch nicht alle mit. Aber selbst wenn Sie nur einen Teil des Teams überzeugen können, haben Sie schon viel gewonnen.

Ein klares Wort zur rechten Zeit
Nach den Kollegen sollten Sie natürlich auch mit Ihrem Chef sprechen. Überzeugen Sie ihn davon, dass es wichtig ist, regelmäßige Abteilungsmeetings anzuberaumen – und sorgen Sie dafür, dass ein entsprechender Beschluss nicht nur gefasst, sondern auch durchgeführt wird. Notfalls auch in Teilbesetzung, wenn nicht alle anwesend sein können.

Diese Meetings können dazu genutzt werden, klare Zuständigkeiten zu definieren und eindeutige Verantwortlichkeiten für Projekte festzulegen. Die Initiative dazu muss nicht vom Chef ausgehen – Sie können sie auch selbst ergreifen.

Versuchen sie als Team, ihrem Chef deutlich zu machen, welche Probleme dadurch entstehen, dass mehrere am gleichen Job arbeiten oder dass er Zuständigkeiten ständig wechselt bzw. nicht klar definiert. Erklären Sie ihm, dass sich alle diesbezüglich Änderungen wünschen. Es kann nämlich gut sein, dass er gar nicht weiß, was er mit seiner unklaren Art anrichtet und durchaus offen reagiert. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!