Der Umwelt zu Liebe!
Zumindest in der Theorie wissen wir es alle. Umweltschutz ist wichtig.
Wir dürfen nicht auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder leben. Doch
in der Praxis sieht es anders aus: Wir springen kurz ins Auto, um
Freunde zu besuchen – obwohl wir genauso gut zu Fuß gehen könnten. Wir
fliegen übers verlängerte Wochenende nach Barcelona – wohl wissend, dass
eine Bahnfahrt nach München umweltfreundlicher wäre. Wir bestellen unser
Essen beim Chinesen – und werfen dann Berge von Alu- und Plastikmüll in
den Mülleimer. Wir kaufen Wasser aus den Pyrenäen (weil es so gut
schmeckt) und Butter aus Irland (weil sie so streichfähig ist) – und
ignorieren, dass beides erst mal per LKW durch halb Europa transportiert
werden muss.
Diese Inkonsequenz schadet eindeutig unserer Umwelt – aber Schwäche
macht uns auch menschlich. Wir sind eben alle keine Engel! Mit dieser
Entschuldigung können wir uns jedoch keine Generalabsolution erteilen.
Wir dürfen das Umweltthema nicht einfach ein für alle mal ad acta legen.
Gerade beim Schutz der Umwelt gilt: Viele kleine Schritte tragen zur
Verbesserung des Großen und Ganzen bei. Und viele dieser kleinen
Schritte sind ganz einfach und ohne Anstrengung zu bewältigen. Sowohl im
Privat- als auch im Berufsleben.
Die Umwelt: Das ist nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern dazu
gehören auch unsere Mitmenschen. Gerade wenn man – wie im Büro – auf
relativ engem Raum zusammenarbeiten muss, bedeutet das, Rücksicht zu
nehmen. Aber auch Kompromisse zu schließen und Lösungen zu finden, mit
denen alle gut leben können.
Die Sache mit dem Rauchen
Ein leidiges Thema: das Rauchen. Es gibt sie immer noch, die Büros, in
denen man sich zu seinem Schreibtisch durchhusten und auf der Suche nach
dem Radiergummi erst mal die Qualmfront wegwedeln muss. Sogar „Raucher
aus Leidenschaft“ sollten erkennen, dass dies für Nichtraucher eine
Zumutung ist.
Diese wiederum sollten einsehen, dass es auf Dauer nicht funktioniert,
den Suchtbolzen das Rauchen ganz zu untersagen. Einigen Sie sich also
auf einen Kompromiss, der für alle tragbar ist: Erklären Sie den Balkon,
eine gut zu lüftende Flurecke oder die Teeküche zur „smoking area“.
Die Sache mit der frischen Luft
Auch die Fraktion der Frischluftfanatiker sorgt in Großraumbüros immer
wieder für Zwietracht. Egal wie kalt es draußen ist – pünktlich bei
Arbeitsbeginn werden sämtliche Fenster weit aufgerissen. Und wenn sich
dann schließlich jemand ein Herz fasst und sie wieder zumacht, bleibt
das nicht lange so. Liebe Freunde des Durchatmens: Bei mehreren Grad
unter Null ist es einfach nicht gesund, die Innen- der Außentemperatur
anzupassen. Eine für alle akzeptable und gleichzeitig die gesündeste und
umweltfreundlichste Methode der Frischluftzufuhr ist das Stoßlüften. In
regelmäßigen Abständen werden alle Fenster fünf bis zehn Minuten
geöffnet. Das führt genügend Sauerstoff zu, man heizt nicht ständig das
Universum, schützt damit die Umwelt und spart Kosten. Und zudem muss
keiner frieren – wem es in dieser Zeit dennoch zu kalt ist, der kann ja
kurz auf einen Kaffee rausgehen.
Die Sache mit den Topfpflanzen
Topfpflanzen und eingetopfte Bäumchen zeugen nicht nur in Empfangshallen
von Stil und Umweltbewusstsein, auch in Büros sind sie als Farbtupfer
eine gute Ergänzung zum meist tristen Grau der Möbel. Vor allem aber
verbessern Pflanzen das Raumklima und die Luftqualität. Es muss ja nicht
gerade ein Gummibaum sein – schöne grüne Kokospalmen oder kleine
Olivenbäumchen tragen nicht nur entscheidend zur Luftverbesserung bei,
sondern strahlen auch noch eine fast schon mediterrane Atmosphäre aus.
Natürlich brauchen Pflanzen Pflege. Aber selbst wenn Sie im Urlaub sind,
sollte sich jemand finden, der mal kurz die Gießkanne in die Hand nimmt
– und Sie müssen es ja nicht gleich übertreiben, indem Sie das Büro zum
Gewächshaus machen.
Die Sache mit der Mülltrennung
Den Müll trennen: Bitte gähnen Sie jetzt nicht gleich. Es ist doch
wirklich keine große Aktion, Papier, Plastik und Ökomüll in verschiedene
Behältnisse zu werfen. Falls Sie selbst es vorbildlich tun, Ihre
Kollegen oder Mitarbeiter aber nicht recht mitziehen wollen: Üben Sie
sich in Geduld. Und denken Sie bei Ihren Erziehungsmaßnahmen daran – Lob
und Anreize helfen mehr als Strafen oder ein vorwurfsvolles Gesicht.
Stellen Sie die möglichst farblich gekennzeichneten Säcke oder Eimer an
einem Platz auf, dann kann man den ganzen Müll auf einmal loswerden. Denn
im alltäglichen Stress hat niemand Zeit, von einem Ort zum anderen zu
wandern – auch nicht im Namen der Umwelt.
Die Sache mit dem Büromaterial
Eine Zeit lang glaubte man, mit den Computern käme das papierlose Büro.
Das Gegenteil ist der Fall. Wir drucken alles aus, lesen Korrektur,
ändern, drucken wieder aus, ändern noch mal... Geht ja alles so schnell.
Nur der Papierkorb quillt über. Legen Sie für den ersten Durchgang doch
einfach Konzeptpapier in den Drucker – jedes Blatt hat schließlich zwei
Seiten. Oder verwenden Sie die alten Ausdrucke für Notizen. Inzwischen
gibt es übrigens auch Recycling-Papier, das nicht katzengrau ist...
Und werfen Sie die leeren Druckerpatronen nicht einfach weg – die
meisten Büroartikellieferanten nehmen Sie ohne Probleme wieder mit, um
sie dem Recycling zuzuführen.
Paketband aus Papier hält genau so gut wie das aus Plastik, manche
Filzstifte und Marker kann man nachfüllen, Heftstreifen aus Karton tun
den gleichen Dienst wie die aus Plastik, und Briefwaagen mit Solarzellen
funktionieren prima. Ob Sie umweltgerechte Produkte verwenden oder
nicht: Sie merken im Alltag keinen Unterschied. Die Umwelt schon!