LeitzKnowHow

Umweltmanagement

 

Der Staat erlässt zum Schutz der Umwelt Gesetze, Verordnungen und Auflagen. Das Umweltmanagementsystem eines Unternehmens soll dazu beitragen, dass sie mindestens eingehalten werden und die Umweltverträglichkeit der Produktionsverfahren, Prozesse und Verhaltensweisen der Lieferanten und Mitarbeiter gewährleistet ist. Es dient dazu, Schwachstellen zu erkennen und die Abläufe und Verfahren laufend zu verbessern.

Umwelt-Zertifizierungen wie die EMAS-Verordnung oder die Norm DIN EN ISO 14001 bedeuten nicht nur einen bürokratischen Aufwand, sondern sie zwingen die Unternehmen, sich um Umweltfragen zu kümmern und immer besser zu werden. Wurden alle Richtlinien eingehalten, wird ein Zertifikat erteilt – dieses Testat ist einerseits eine Bestätigung für das Unternehmen, alles richtig gemacht zu haben. Es signalisiert aber auch Kunden und der Öffentlichkeit, dass alle man sich hier um die Belange des Umweltschutzes kümmert.

Umweltschutz als Schlüssel zum Erfolg
Umweltschutz im Unternehmen ist nicht nur etwas für „Gutmenschen“ und eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Umweltschutz kann sich vielmehr auch in nackten Zahlen auswirken und zum Erfolg eines Unternehmens beitragen. • Werden gesetzliche Auflagen nicht eingehalten, kann dies hohe Bußgelder zur Folge haben.
• Passiert ein Unfall, werden also zum Beispiel Gift- oder Schadstoffe freigesetzt, können Anwohner und Mitarbeiter ernsthaft verletzt werden. Dies zu verhindern ist nicht nur eine Frage der Sorgfaltspflicht. Im Ernstfall entstehen dem Unternehmen auch hohe Haftungs- und Sanierungskosten – vom Produktionsausfall ganz zu schweigen.
• Unternehmen, die wegen eines Umweltskandals Schlagzeilen machen, erleiden einen hohen Imageverlust. Das kann sich massiv auf den Umsatz auswirken – wenn zum Beispiel öffentlich zum Boykott des Unternehmens aufgerufen wird.
• Umgekehrt kann die Einführung eines Umweltmanagementsystems und eine Umweltzertifizierung ein Wettbewerbsvorteil sein. Denn viele Unternehmen arbeiten nur noch mit Zulieferern, die bestimmte Umweltstandards garantieren. Und auch bei Endverbrauchern haben Unternehmen, die umweltorientiert arbeiten, immer mehr Sympathiepunkte – wie unter anderem der Bioboom belegt.
• Auch Banken und Versicherungen legen Wert darauf, dass Unternehmen umweltzertifiziert sind. Denn dadurch verringert sich das Risiko für einen Schadensfall. Und wenn nichts passiert, muss die Versicherung auch nichts bezahlen.
• Nicht zuletzt aber können bei Produktion und Prozessen Kosten reduziert werden, wenn weniger Rohstoffe und Energie verbraucht werden und weniger Abfall, Abwasser und Schadstoffe entstehen, die aufwendig zu entsorgen sind.
• Und: Rohstoffe sind ein knappes Gut, das in den nächsten Jahrzehnten immer teurer werden wird.

Das Umweltmanagement im Unternehmen hat also nicht nur die Aufgabe, auf gesetzliche Vorgaben zu reagieren, sondern es geht auch darum, vorausschauend und vorsorgend zu agieren. Umweltschutz ist eine Frage der Qualitätssicherung und der Zukunftsfähigkeit.

Zertifizierungen
Die bekanntesten und am meisten verbreiteten Zertifizierungssysteme sind die europäische EMAS-Verordnung und die weltweit anerkannte Norm DIN EN ISO 14001.

Die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 ist Teil einer ganzen Normenfamilie. Sie legt fest, dass das Unternehmen ein Umweltmanagementsystem einführen, umsetzen, ständig verbessern und das Ganze dokumentieren muss. Es muss im Betrieb gewährleistet sein, dass geltende rechtliche Regelungen ermittelt und erfüllt werden. Außerdem muss sich das Unternehmen messbare umweltbezogene Ziele setzen und dafür sorgen, dass diese auch erreicht werden können – z.B. durch die Schulung von Mitarbeitern oder die Verbesserung von Produktionsabläufen. Die Unternehmensleitung hat einen speziellen Umweltbeauftragten zu benennen, der dafür zuständig ist, dass alle Anforderungen der ISO 14001 eingeführt und umgesetzt werden. Die entsprechenden Informationen werden in internen Audits erhoben und ausgewertet. Externe akkreditierte Zertifizierer überprüfen dann, ob alle Anforderungen der Norm erfüllt sind, und erteilen das entsprechende Zertifikat.

Dieses Zertifikat sagt demnach nichts darüber aus, wie umweltfreundlich ein Unternehmen tatsächlich agiert – schließlich kann man sich ehrgeizige und weniger ehrgeizige Ziele setzen. Man kann sich als Umweltverschmutzer vornehmen, die Umwelt künftig etwas weniger zu schädigen als bisher. Oder man kann sich als vorbildlich umweltfreundliches Unternehmen vornehmen, sich noch weiter zu verbessern.
embeddedImage


















EMAS (Eco Management and Audit Scheme) wurde 1993 von der EU entwickelt. Aufbau und Abläufe entsprechen seit 2001 der ISO 14001. EMAS geht jedoch über ein reines Managementsystem hinaus: Das Unternehmen muss auch eine öffentlich zugängliche Umwelterklärung erstellen, in der umweltrelevante Tätigkeiten und Daten erläutert werden. Auch hier werden die Dokumente von einem externen, staatlich zugelassenen Gutachter beurteilt. Sind alle Anforderungen erfüllt, wird ein Zertifikat erteilt. Die Prüfung muss mindestens alle drei Jahre wiederholt werden.

Stand: August 2010