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Umgang mit Morgenmuffeln

Morgenstund hat Gold im Mund?
Ach wäre das schön, wenn wir alle wie in den zahlreichen Kaffee- und Frühstücksflocken-TV-Werbespots jeden Morgen fröhlich und gut gelaunt aus den Federn springen würden, ohne Sorgen, was der Tag wohl bringt, hellwach, gutgelaunt und vor allem ohne ein winziges Bisschen Restmüdigkeit!

Manche schaffen das, doch bei den meisten Menschen sieht die Realität leider anders aus: keine sonnendurchfluteten Räume, keine fröhliche Hintergrundmusik, kein üppig gedeckter Frühstückstisch, kein verführerischer Kaffeeduft. Sondern ein quakender Wecker, der sich viel zu früh meldet – wenn es draußen noch nicht mal richtig hell ist. Man wird aus tiefem Schlaf geweckt – die Nacht war mal wieder zu kurz. Entsprechend braucht man noch eine Weile, bis man aus dem Bett findet. Schnell ins Bad (der Blick in den Spiegel zeigt ein furchtbar verquollenes Gesicht) und kurz unter die Dusche.

Klar, wäre nun Sonntag könnte die Aussicht auf einige freie Stunden mit den Lieben die Lage beträchtlich entschärfen – doch so ist man schon wieder viel zu spät dran. Das Frühstück fällt also aus. Man fährt ins Büro, obwohl man eigentlich noch gar nicht richtig wach ist.

Und jetzt kommen Sie und rufen mit lauter Stimme ein fröhliches „Guten Morgen!“…

Zeigen Sie Verständnis

Es gibt Menschen, die gleich nach dem Aufstehen zu voller Form auflaufen. Und es gibt Menschen, die fast den ganzen Vormittag im Halbschlaf verbringen, aber ab dem späten Nachmittag – wenn erstere langsam müde werden – so richtig in Schwung kommen. Die einen genießen im Urlaub den Sonnenaufgang, die anderen finden den Sonnenuntergang erheblich romantischer. Das hat wenig mit Selbstdisziplin und viel mit dem jeden Menschen eigenen Biorhythmus zu tun. Und man beißt sich die Zähne aus, wenn man Morgenmuffel oder Frühaufsteher umerziehen möchte.
 
















Versuchen Sie es also lieber mit Verständnis. Grüßen Sie morgens freundlich und nehmen Sie es nicht übel, wenn nur ein leises Echo folgt. Wem das Sprechen zu diesen Stunden noch schwer fällt, der wird sich auch mit freundlichen Floskeln nicht leicht tun.

Verhalten Sie sich in den ersten Stunden des Tages etwas dezenter – die Morgenmuffel werden es Ihnen danken. Sie müssen Ihre gute Laune natürlich nicht verstecken – freuen Sie sich des Tages, aber posaunen Sie nicht laut in die Welt hinaus, wie schön die Welt frühmorgens ist. Morgenmuffel werten so was als penetrant.

Lassen Sie sich nicht anstecken, sondern machen Sie einfach das Beste aus der Situation: Da Sie quasi alleine im Büro sitzen, können Sie sich richtig in die Arbeit stürzen und in aller Ruhe Ihre Akten durcharbeiten – Ihr Gegenüber wird Sie garantiert nicht stören!

Falls Sie sich wegen einer wichtigen Angelegenheit doch an einen Ihrer muffelnden Kollegen wenden müssen, tun Sie es – aber fassen Sie sich kurz, erwarten Sie keine große Überschwänglichkeit, und nehmen Sie dessen Einsilbigkeit nicht persönlich.

Schwieriger wird es, wenn ein muffliger Chef oder Kollege etwas von Ihnen will: Rechnen Sie nicht mit besonders höflichen Anfragen. Ignorieren Sie unfreundliche Untertöne einfach und steigen Sie nicht darauf ein.

Spätestens gegen Mittag haben sich die kleinen Muffelmonster wieder in die freundlichen, hilfsbereiten und umgänglichen Kolleginnen und Kollegen verwandelt, die Sie sich wünschen. Und plötzlich sind auch Scherze und nette Konversation wieder möglich.