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Trainee und Traineeprogramm

 

Der Begriff „Trainee“ ist nicht geschützt – und so kommt es, dass man in jedem Unternehmen etwas anderes darunter versteht. Wer eine Stelle als Trainee angeboten bekommt, sollte sich deshalb genau erkundigen, was seine Aufgaben sein werden und wie er eingesetzt werden soll. Und er sollte nachfragen, ob und in welchem Umfang er an einem Traineeprogramm teilnehmen wird, das ihn weiterqualifiziert.

Als Trainee werden normalerweise Hochschulabsolventen eingestellt, die das Potenzial zu einer Führungskraft haben und unternehmensintern auf die Übernahme einer Führungsposition vorbereitet werden sollen. Hierzu durchlaufen sie ein entsprechendes Traineeprogramm. Entsprechend ist das Beschäftigungsverhältnis in der Regel auf zwölf bis 24 Monate befristet. Schafft man es in dieser Zeit, einen guten Eindruck im Unternehmen zu hinterlassen und stimmt zudem die Auftragslage, hat man sehr gute Chancen, übernommen zu werden. Schließlich kostet die unternehmensinterne Ausbildung Geld – und diese Investition soll sich für das Unternehmen lohnen. Und so kann es durchaus mehr als eine Notlösung sein, ein Arbeitsverhältnis als Trainee abzuschließen und sich in dieser Zeit mit einem niedrigen Gehalt zu begnügen – schließlich lernt man etwas und hat eine Aufstiegsperspektive.

Allerdings gibt es auch Unternehmen, die Trainees einfach als billige Arbeitskräfte missbrauchen. Ein Traineeprogramm ist nicht vorhanden oder verdient den Namen nicht. Man wird nicht speziell gefördert, sondern hat eigentlich einen ganz normalen, allerdings äußerst schlecht bezahlten Job zu bewältigen – und eine allerhöchstens geringe Chance, übernommen zu werden. Das Unternehmen stellt nämlich einfach immer wieder neue Trainees ein – und spart somit Personalkosten. Leider hat man als Hochschulabsolvent oft nicht die Entscheidungsfreiheit, derartige Jobs einfach abzulehnen. Denn wer zwischen Arbeitslosigkeit und einer schlecht bezahlten Stelle als Trainee entscheiden muss, wählt in der Regel notgedrungen Letzteres. Schließlich kann man dann bei späteren Bewerbungen wenigstens auf Berufserfahrung verweisen.
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Trotzdem sollte man nicht zu schnell klein beigeben, sondern sich bei einer Bewerbung genau erkundigen, wie das Arbeitsverhältnis bzw. das Traineeprogramm ausgestaltet sein wird. Dann hat man zumindest eine Entscheidungsgrundlage, ob das Angebot interessant ist und man sich auf diese Bedingungen einlassen will – oder auch nicht.

Traineeprogramm
Große Unternehmen bieten eigentlich meistens sehr ausgefeilte Traineeprogramme. In der Regel werden die Trainees aus allen Abteilungen zusammengefasst, damit eine genügend große Gruppe für Seminare oder Workshops entsteht. Die Veranstaltungen befassen sich weniger mit fachlichen Themen, sondern vor allem mit den sogenannten Soft Skills. Es geht also zum Beispiel um die Verbesserung der rhetorischen Fähigkeiten, um Präsentationstechniken oder auch Führungsinstrumente. Zudem durchlaufen die Trainees mehrere Abteilungen, damit sie einen Einblick in die Abläufe eines Unternehmens nehmen können und verstehen lernen, warum zum Beispiel der Einkauf manches anders sieht als die Marketingabteilung oder warum die Entwicklungsabteilung ein Thema anders bewertet als der Vertrieb. Außerdem können große Unternehmen ihren Trainees einen Aufenthalt an einem ihrer Standorte im Ausland bieten – und davon profitiert man sicher mit am meisten.

Oft wird der Ablauf des Traineeprogramms gleich am Beginn für die gesamte Zeit festgelegt. Wichtig ist, dass jemand als Ansprechpartner definiert wird, der dem Trainee ein Feedback über seine Leistungen gibt und an den er sich mit Fragen oder Problemen wenden kann.

Was verdient ein Trainee?
Die Frage ist schwer zu beantworten – es kommt nicht nur auf die persönliche Qualifikation, sondern insbesondere auch auf die Branche an. Manche Trainees verdienen monatlich nur wenige Hundert Euro – brutto, wohlgemerkt. Andere kommen auf ein monatliches Einkommen von mehreren Tausend Euro. Ingenieure oder auch Betriebswirte werden in der Regel erheblich besser bezahlt als Geisteswissenschaftler.

Alternativen
Man kann natürlich versuchen, nach dem Studium direkt in den Beruf einzusteigen; seinen Platz im Unternehmen muss man dann während der Probe- bzw. Einarbeitungszeit finden. Je nach angestrebter Tätigkeit kann man mit einer Bewerbung durchaus erfolgreich sein. Manche Karrierestufen kann man erklimmen, indem man vorher einige Zeit als Assistent arbeitet und sich dann für die Führungsposition bewirbt – oft gelingt der Aufstieg dann allerdings nur, wenn man in ein anderes Unternehmen wechselt.

Praktikanten stehen in der Regel eine Stufe unter den Trainees. Oft haben sie ihr Studium noch nicht abgeschlossen und nutzen ein Urlaubssemester oder die vorlesungsfreie Zeit, um in einem Unternehmen Einblick in die Praxis zu bekommen. Praktika sind daher in der Regel sehr viel kürzer als Traineeprogramme – und werden meistens noch schlechter, oft leider sogar überhaupt nicht bezahlt.

Volontäre findet man vor allem in der Medienbranche, also bei Zeitungen oder Fernseh- und Rundfunkanstalten. Wer ein Volontariat absolvieren will, muss in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können. Das Volontariat ist eine Art innerbetriebliche Ausbildung, die zwölf bis 24 Monate dauert.

Bildquelle: Getty Images