Als demotivierende, ineffektive, störende Zeitfresser werden
Teammeetings oft eingeschätzt. Man muss sie hinter sich bringen und
überlegt sich dabei, was man in dieser Zeit, die einem später fehlt,
nicht alles hätte erledigen können. Sarkastisch gesagt: Viele gehen
rein, wenig kommt raus.
Dabei passt gerade bei Teammeetings ein weiterer Spruch des Volksmunds:
Zeit ist Geld. Denn schließlich sitzen bei diesen Treffen viele
gutbezahlte Fachkräfte zusammen.
Eigentlich sind regelmäßige Meetings wichtig, weil in einem Team alle
auf dem gleichen Informationsstand sein müssen, damit keiner in die
falsche Richtung weiterarbeitet. Es spart also Zeit, wenn man sich
trifft, auch wenn oder gerade weil es so viel zu tun gibt, dass man
eigentlich gar keine Zeit hat.
Eigentlich sind Teammeetings auch hocheffizient: Man muss nur ein Mal
über etwas sprechen und schon sind alle auf dem gleichen Stand.
Entsprechend sollte man nach einem guten Meeting mit neuer Motivation
daran gehen, das Besprochene umzusetzen.
Doch warum ist das so selten so? Was macht ein gutes Meeting aus?
Vorbereitung Jeden Montagmorgen setzt man sich zusammen.
Keiner bereitet das Treffen vor. Es gibt keine Tagesordnung. Also weiß
niemand, was besprochen werden soll – oft nicht mal der Chef. Kein
Wunder, das Frust das einzige Ergebnis ist. Wie es besser geht?
• Erstellen Sie im Vorfeld eine Tagesordnung.
• Priorisieren Sie die Tagesordnungspunkte nach ihrer Wichtigkeit und
nach dem Ziel der Besprechung. Geht es um reine Information? Einen
ersten Meinungsaustausch? Oder darum, dass ein Beschluss gefasst werden
muss?
• Nun können Sie relativ leicht jedem TOP einen Zeitrahmen zuordnen –
und damit auch gleich festlegen, wann das Meeting beendet sein wird.
Themen, die nur einen Teil der Teammitglieder betreffen, werden an das
Ende der Sitzung gelegt. So können alle gehen, die nicht mehr gebraucht
werden und niemand sitzt gelangweilt herum.
• Diese Tagesordnung erhalten alle Teammitglieder vor dem Treffen zur
Kenntnis – zusammen mit den notwendigen Diskussionsvorlagen. Jeder kann
nun innerhalb einer definierten Frist Ergänzungen zur Tagesordnung
durchgeben.
• Wenn neue Punkte hinzugekommen sind, erhalten alle vor dem Treffen
eine aktualisierte Agenda.
Nun kann sich jeder auf das Meeting vorbereiten – und entsprechend
zielgerichtet und fundiert kann es ablaufen. Ausreden, man habe ja nicht
gewusst dass das Thema besprochen werde, könne deshalb nichts dazu sagen
und habe im Übrigen die Unterlagen nicht dabei, ziehen nicht mehr.
Reicht es nicht, wenn die Tagesordnung vorgegeben wird? Nein! Denn dann
fühlt sich das Team womöglich bevormundet und überrollt. Es kann der
Eindruck entstehen, dass man über unwichtige Dinge diskutieren soll,
während Themen, die unter den Nägeln brennen, überhaupt nicht
angesprochen werden.
Übrigens ist auch die Wahl des Zeitpunkts ein wichtiger Erfolgsfaktor
für Meetings: Wenn jeder auf die Uhr schaut, weil eigentlich schon lange
Feierabend ist, stört das den Ablauf genauso, wie wenn alle gähnen, weil
es noch viel zu früh am morgen ist. Andererseits: Ein Meeting als
perfekter und pünktlicher Abschluss eines Tages oder einer Woche – und
dazu leckere Überraschungshäppchen und Getränke? Da kann man sich ja
direkt freuen, dass wieder ein Treffen ansteht...
Moderation Ohne gute Moderation geht es nicht, denn
• jemand muss dafür sorgen, dass jeder zu Wort kommt, der etwas zu
sagen hat. Und dass denen das Wort genommen wird, die nichts zu sagen
haben, sondern nur wiederholen, was bereits lang und breit besprochen
wurde – eingeleitet mit der bekannt-berüchtigten Floskel „Wie mein
Vorredner schon sagte...“
• jemand muss darauf achten, dass die Diskussion sachlich und fair
bleibt und niemand untergebuttert wird.
• jemand muss dafür verantwortlich sein, dass die festlegten Ziele bei
den einzelnen Tagesordnungspunkten auch erreicht werden – also
Information, Diskussion oder Beschlussfassung – und die Diskussion
entsprechend leiten. Geht es um reine Information, muss man nicht
diskutieren. Geht es um einen Gedankenaustausch, muss man sich nicht
einig werden. Geht es um eine Beschlussfassung, muss das Ergebnis klar
und unmissverständlich festgehalten werden.
• Und schließlich muss jemand die Uhrzeit im Blick haben. Wenn für
jeden TOP ein bestimmter Zeitrahmen festgelegt wurde, dann ist dieser
auch einzuhalten. Wenn ein fixes Ende des Meetings definiert wurde, dann
sollte man zu diesem Zeitpunkt auch fertig sein – ohne, dass die halbe
Tagesordnung unbesprochen bleibt.
Für all diese Aufgaben ist der Moderator verantwortlich. Ganz wichtig:
Das Meeting kann nur dann zufriedenstellend ablaufen, wenn er gut
vorbereitet ist. Er muss wissen, worum es geht. Und das kann er nur,
wenn er gut informiert ist. Dieses Problem kann man umgehen, wenn immer
derjenige den Tagesordnungspunkt moderiert, der für ein Thema
verantwortlich ist bzw. sich am besten auskennt. Allerdings besteht dann
die Gefahr der Subjektivität und des fehlenden Abstands. Außerdem kann
nicht jeder gut moderieren.
Abgeschlossen wird das Meeting durch eine kurze Feedback-Runde: Sind
alle mit dem Verlauf zufrieden? Was lief gut, was lief schlecht? Fühlt
sich jemand unzureichend informiert, überrollt, ungerecht behandelt?
Besser jetzt kommt auf den Tisch, was in den Köpfen vorgeht, als wenn
das halbe Team nach dem Meeting noch ewig damit beschäftigt ist, die
Wogen zu glätten.
NachbereitungDem Moderator zur Seite steht ein Protokollant –
denn man kann nicht gleichzeitig eine Diskussion gut moderieren und
mitschreiben.
Protokolle sind nicht dazu da, dass man sie locht und abheftet, sondern
dass man später nochmal nachlesen kann, was besprochen oder beschlossen
wurde und wem welche Aufgaben übertragen wurden. Schließlich kann es ja
sein, dass man sich nicht mehr sicher ist oder am Meeting nicht
teilnehmen konnte. Protokolle müssen also Fakten zusammenfassen – und
nur diese. Wer was wann warum und wie oft gesagt hat, ist unwichtig.
Außerdem kann beim nächsten Meeting anhand des Protokolls überprüft
werden, ob die Aufgaben, die beim letzten Meeting an bestimmte Personen
übertragen wurden, erledigt wurden.
Und mit dem Versand des Protokolls kann man dann auch gleich zum
nächsten Meeting einladen...
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