LeitzKnowHow

Sparen auf die faire Weise

 

Überall zehn Prozent einsparen? Was bei großen Konzernen möglich, wenn auch nicht leicht durchzusetzen ist, geht bei kleinen Unternehmen gar nicht: Wie soll man die Raumkosten um zehn Prozent reduzieren? Man kann ja nicht einfach die eigene Miete kürzen – doch ein Umzug in kleinere Räume verursacht oft mehr Kosten, als er an Einsparungen bringt. Und während große Konzerne oft einfach ihre Zulieferer knebeln, hat man als kleines Unternehmen gar nicht die Macht, deren Preise zu drücken.

Nun könnte man seinen Mitarbeitern die Pistole auf die Brust setzen, nach dem Motto: Entweder ihr verzichtet auf einen bestimmten Prozentsatz eures Gehalts oder ich muss euch kündigen. Doch eine derartige Drohung fördert nicht gerade die Motivation und das Engagement Ihrer Angestellten. Denn deren Gehalt ist wahrscheinlich nicht so üppig, als dass sie mir nichts dir nichts mit weniger Geld auskommen könnten.

Deshalb sollte man derartige Maßnahmen wirklich erst dann ergreifen, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgereizt sind. Wenn Ihre Mitarbeiter sehen, dass Sie wirklich alles versucht haben, um sie ungeschoren davon kommen zu lassen, es aber leider nicht anders geht, als auch ihr Gehalt anzutasten, können Sie auf mehr Verständnis hoffen. Doch auch in diesem Fall sollten Sie die Gehaltskürzungen erst einmal auf eine bestimmte Zeit begrenzen.

Es gibt ganz sicher auch in Ihrem Unternehmen andere Einsparpotenziale: Sie müssen sie nur entdecken. Spielen Sie also Detektiv und gehen Sie Ihre Kosten der Reihe nach durch. Vergessen Sie dabei nicht: Kleinvieh macht auch Mist.
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Versicherung: Suchen Sie Ihre Versicherungspolicen zusammen und überprüfen Sie, ob Sie wirklich alle brauchen. Dafür gibt es eine einfache Faustregel: Wenn bei einem Schadensfall Ihre Existenz auf dem Spiel steht, dann sollten Sie dieses Risiko absichern. Könnten Sie die Kosten notfalls auch aus der eigenen Tasche bezahlen, dann kündigen Sie die Police. Bei den Versicherungen, die Sie halten wollen, sollten Sie überprüfen, ob es sich lohnt, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Die Höhe der Tarife unterscheidet sich oft beträchtlich.

Zeitschriften: Lesen Sie wirklich alle Zeitschriften, die Sie abonniert haben? Könnten Sie wirklich nicht auf die eine oder andere verzichten? Reicht es bei manchen Titeln nicht, sie hin und wieder am Kiosk zu kaufen?

Mitgliedschaften: Erstaunlich, in wie viele Vereine und Organisationen man im Laufe der Jahre eingetreten ist. Gehen Sie in sich: Nehmen Sie deren Angebote überhaupt in Anspruch? Geht es nicht auch ohne? Würden Sie bei einem Austritt überhaupt etwas vermissen?

Leasingverträge: Entsprechen alle Verträge den aktuellen Anforderungen? Macht es Sinn, bei dem einen oder anderen über Änderungen zu verhandeln? Ein kleines Beispiel: der Kopierer. Steht die Zahl der Kopien, die Sie monatlich machen, in einer vernünftigen Relation zu den Freikopien, die Sie vertraglich vereinbart haben? Oder könnte man den Vertrag optimieren?

Stromkosten: Alle Computer laufen den ganzen Tag, obwohl an den meisten nur selten jemand arbeitet. In allen Zimmern brennt ständig das Licht. Gelüftet wird permanent – per schräg gestelltem Fenster. Fernsehen, Video und die Stereoanlage stehen auf Stand-by. Das sollten Sie ändern!

Büromaterial: Kaufen Sie es bei einem Händler, der gute Qualität zu angemessenen Preisen bietet? Wird das Papier in hochwertigster Qualität auch für Ausdrucke benutzt, bei denen klar ist, dass sie das Haus niemals verlassen werden?
Getränke: Klar, man möchte nicht knickerig sein. Aber wäre es so schlimm, wenn Sie eine Kaffeekasse einführen würden? Und muss es wirklich das teure Wasser sein, das auch nicht besser schmeckt als ein anderes – aber eben trendiger ist?

Putzdienst: Muss die Putzfrau wirklich so oft kommen? Würde es nicht reichen, wenn sie sich um die Gemeinschaftsflächen wie Teeküche und Toiletten sowie um die Böden und Fenster kümmert? Könnte nicht jeder seinen eigenen Schreibtisch und PC selbst sauber halten?

Dienstwagen: Brauchen Sie wirklich aus Imagegründen eine edle Karosse? Oder kommt bei Kunden Bescheidenheit nicht besser an?

Die genannten Punkte sind nur einige wenige Beispiele. Wenn Sie ernsthaft alles auf den Prüfstand stellen, werden Sie sicher noch auf weitere stoßen, bei denen man sparen kann, ohne dass man es spürt oder zumindest ohne, dass es ernsthaft wehtut. Und natürlich sollten Sie auch nicht vergessen, den Sinn und Unsinn geplanter Neuanschaffungen auf den Prüfstand zu stellen. Sind die Investitionen wirklich für den Unternehmenserfolg unabdingbar? Brauchen Sie den neuen Bürostuhl, das edle Regal, die Espressomaschine wirklich? Oder könnte man die eine oder andere Anschaffung nicht auf bessere Zeiten verschieben?

Wenn Sie nun alle Posten, die Sie gestrichen oder auf später verschoben haben, zusammenzählen, werden Sie feststellen: Es ist eine ganz schöne Summe zusammengekommen.