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Selbstbewusstsein

Selbstbewusstsein heißt, sich seiner selbst bewusst sein
Selbstbewusst zu sein bedeutet, sich selbst so anzunehmen, wie man ist, seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren und deshalb zu sich selbst und seiner Meinung stehen zu können. Wer selbstbewusst ist, bringt es weiter, weil er sich nicht scheut, seine Erwartungen und Wünsche zu äußern und sich nicht in eine Ecke drängen lässt.

Sich selbst kennen

Kennen Sie sich selbst? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Sicher, Sie wissen, wie Sie aussehen und wo Ihre Interessen liegen. Und weiter?

Viele Menschen haben ein sehr ins Negative verzerrtes Bild von sich selbst. In unserer Gesellschaft ist Lob eher unüblich, Eigenlob wird als arrogant gewertet. Deshalb können die meisten spontan oft nur sagen, was sie nicht an sich mögen: Der Po ist zu dick oder nicht knackig genug, die Nase zu lang oder zu kurz, der Busen zu groß oder zu klein, das Haar zu glatt oder zu lockig. Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass jemand auf die Frage „Wie findest Du Dich?“ antwortet, dass er sich selbst richtig gerne mag – besonders die Lachfältchen und das offene Wesen?

Ebenso verhält es sich mit unseren Fähigkeiten: Meist erwähnen wir nur, was wir unserer Meinung nach schlecht können – wo unsere besonderen Qualitäten liegen, können wir nur schwer auflisten. Deshalb wirken wir dann auch bei Bewerbungsgesprächen so verkrampft – wir sind es einfach nicht gewohnt, uns in ein strahlendes Licht zu stellen.

Sie sind einmalig!

Auch wenn es Ihnen vielleicht lächerlich erscheint: Setzen Sie sich doch einmal hin und schreiben Sie auf, was Sie an sich mögen. Jeder hat seine liebenswerten und besonderen Seiten. Überlegen Sie, welche Komplimente Ihnen andere schon gemacht haben – und was Ihnen als erstes auffallen würde, wenn Sie sich selbst kennen lernen würden.
 
















Machen Sie sich bewusst, was Sie besonders gut können: Zuhören? Kompromisse in schwierigen Situationen finden? Harmonie schaffen? Gute Laune verbreiten? Sicher fallen Ihnen dabei auch viele Dinge ein, die Sie nicht zu können glauben. Schreiben Sie auch die auf – und dann markieren Sie diejenigen rot, die man erlernen kann. Es werden fast alle sein!

Wenn die Liste Ihrer Schwächen um vieles länger ist als die Ihrer Stärken, dann denken Sie noch mal nach, ob die erste Spalte wirklich vollständig ist – und ob die zweite tatsächlich der Wahrheit entspricht! Oder bitten Sie Ihre beste Freundin oder Ihren Freund, aufzuzählen, was er an Ihnen besonders mag. Sie werden erstaunt sein, wie sehr sich diese Liste von Ihrer eigenen unterscheidet und etliche Punkte hören, auf die Sie nicht gekommen sind.

Positiv denken!

Ein „Geheimnis“ selbstbewusster Menschen ist sicherlich, dass sie fast immer positiv denken. Sie verzweifeln nicht an ihren Fehlern, sondern glauben an sich und ihre Fähigkeiten. Und deshalb sind Sie auch davon überzeugt, dass ihre Meinung nicht ganz unwichtig ist. Wenn mal etwas schief gegangen ist, denken sie: „Das kann mal passieren!“, und nicht „War ja gleich klar, dass ich das nicht hinkriege!“. Und sie erinnern sich eher an ihre Erfolge als an ihre Misserfolge.

Diese Haltung lässt sich erlernen – nicht von heute auf morgen, aber peu à peu. Wenn Sie eher dazu neigen, sich selbst schlecht zu machen, dann können Sie zum Beispiel eine Person Ihres Vertrauens bitten, Sie darauf hinzuweisen, wenn Sie wieder unbewusst ein „Ach, das krieg ich doch nie hin...“ vor sich hin murmeln.

Jeder hat Respekt verdient

Beobachten Sie sich mal Ihre Körperhaltung und Mimik – und vergleichen Sie diese mit der eines Politikers oder Filmstars. Wer sich hinter seinem Schreibtisch im Stuhl verkriecht und unsicher um sich blickt, wirkt auf andere genauso: klein und fast ein bisschen mickrig.
 
Wer mit leiser Stimme schüchtern seine Meinung kund tut, wird leichter überhört als der, der fest und entschlossen auftritt.

Auch Ihr Outfit hat wesentlichen Einfluss auf Ihre Wirkung. Präsentieren Sie sich nicht als graue Maus – auch seriöse Bürokleidung darf modisch sein und persönliche Akzente haben.

Selbst wenn es Ihnen schwer fällt: Sie haben – wie alle Menschen – Respekt verdient, also fordern Sie ihn auch ein. Lassen Sie nicht zu, dass jemand Sie herablassend behandelt oder Ihnen immer die unangenehmen Aufgaben überträgt. Weisen Sie die Person höflich und sachlich in ihre Schranken. Das geht zwar nicht immer, aber weitaus öfter, als Sie glauben!

Außerdem tun Sie weder sich selbst noch anderen einen Gefallen, wenn Sie zu allem Ja und Amen sagen. Denn wer Nein sagen kann, wirkt nicht unhöflich, sondern zeigt vielmehr, dass er zuverlässig ist, weil er sich nicht mehr aufhalsen lässt, als er leisten kann.

Den „Kreislauf" in Schwung bringen

Sich Selbstbewusstsein „anzutrainieren“ ist keine einfache Sache – aber wenn man einmal damit begonnen hat, setzt man ein Rad in Gang, dessen Schwung es immer leichter macht!

Ein erster Schritt könnte sein, mit einer selbstbewussten Freundin auf Einkaufstour zu gehen. Lassen Sie sich von ihr beraten und legen Sie sich ein paar Klamotten zu, die Ihnen gefallen, die zu tragen aber Ihren ganzen Mut erfordert. Gehen Sie anschließend zum Friseur und lassen Sie sich einen komplett neuen Schnitt verpassen. Vielleicht auch eine andere Farbe. Dann noch ein perfektes Make-up. Oder vielleicht eine neue Brille? Auch wenn es sich nur um Äußerlichkeiten handelt: Sie werden staunen, wie sehr Sie Ihre Wandlung beschwingen wird.

Schieben Sie unangenehme Aufgaben (zum Beispiel Verhandlungen mit Kunden oder dem Chef) nicht auf andere ab. Denn wenn Sie sie bewältigt haben, können Sie das Erfolgserlebnis genießen – und schon beim nächsten Mal haben Sie es viel leichter.
 
Auch Entscheidungen sollten Sie nicht anderen überlassen. Das bedeutet zwar, Verantwortung zu übernehmen und eventuell Fehler zu machen, aber schließlich kann man aus diesen am besten lernen – und auf eigene Projekte, die reibungslos klappen, stolz sein.

Wie du mir, so ich dir

Es klingt vielleicht seltsam, aber Ihr Selbstbewusstsein hängt in wesentlichem Maße davon ab, wie Sie selbst andere Menschen sehen. Wer von anderen ein positives Bild hat, kann sehr viel offener auf sie zugehen. Wer aber über seine Gesprächspartner schlecht denkt und sich sicher ist, dass sie bestimmt uninteressant, abweisend, inkompetent oder einfach unsympathisch sein werden, geht unbewusst davon aus, das die anderen auch schlecht von ihm denken. Und meistens ist beides völlig unbegründet...