LeitzKnowHow

Rentenvorsorge für Selbständige

 

Als Selbständiger müssen Sie in der Regel keine Beiträge zur staatlichen Rentenversicherung einzahlen – was angesichts der traurigen Lage dieses Systems nicht unbedingt ein Nachteil ist. Was heutzutage selbst für Angestellte gilt, betrifft Sie allerdings in ganz besonderem Maße: Sie müssen sich selbst um die Finanzierung Ihres wohlverdienten Ruhestands kümmern.

Besonders Existenzgründer drücken sich um dieses Thema gerne herum. Das Geld ist knapp und reicht gerade mal für den Lebensunterhalt. Wie soll man da noch für später vorsorgen? Diese Denkweise ist gefährlich. Denn gerade für Selbständige gibt es im Alter oft ein besonders grausames Erwachen: Das Angesparte reicht vorne und hinten nicht für einen einigermaßen sorgenfreien Lebensabend.

Deshalb sollten Sie, selbst wenn die Finanzen knapp sind, heute schon an die Zukunft denken. Wenn Sie erst spät damit beginnen, müssen Sie große Beträge auf die hohe Kante legen: Erstens, weil Sie nur noch wenige Jahre Zeit zum Sparen haben, zweitens, weil die Lebensversicherungsbeiträge für Ältere viel höher sind. Und: Wer garantiert Ihnen, dass Sie Mitte Fünfzig ein so gutes Einkommen haben, dass es kein Problem ist, monatlich viele hundert Euro beiseite zu legen?

Hohe Rendite – hohes Risiko
Doch wie legt man sein mühsam verdientes Geld am besten an? Generell gilt: Je höher die Renditeversprechungen, desto größer das Risiko. Trauen Sie deshalb niemandem, der Ihnen einen hohen Gewinn ohne Risiko verspricht. Denn das wird in unserer Welt schlicht und einfach nicht geboten!

Wenn Ihr Geschäft so gut läuft, dass es Ihnen auf zehntausend Euro hin oder her nicht ankommt, können Sie natürlich ein Risiko eingehen. Wer aber das Kleingeld zusammenkratzen muss, um für ein Auskommen im Alter vorzusorgen, sollte besser auf Nummer sicher gehen.
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Das Risiko breit streuen
Es gab Zeiten – die noch gar nicht lange vorbei sind – da glaubte man, Aktien seien eine sichere Geldanlage. Inzwischen sind wir eines Besseren belehrt worden. Und manch einer hat einen hohen Preis für diese Erfahrung bezahlt.

Bis vor kurzem haben die Versicherungskonzerne glaubhaft verlautbaren lassen, dass unser Geld bei ihnen sicher sei und sich zuverlässig vermehre. Inzwischen sind sie mit ihren Zusagen vorsichtiger geworden.

Immobilien? Es kommt darauf an, was, wo und wie. Unzählige Selbsthilfegruppen können Ihnen drastisch erläutern, was beim Kauf einer Wohnung schief gehen kann.

Das Geld einfach auf ein Sparbuch legen? Das bringt wenig Zinsen und macht deshalb langfristig nicht besonders viel Sinn.

Was also tun? Am besten ist es, das Risiko breit zu streuen und nicht ausschließlich auf eine einzige Art der Kapitalanlage zu setzen. Und: Man sollte sich nicht einfach aus Zeitmangel von irgendeinem Vertreter irgendetwas aufschwatzen lassen, sondern sich – ruhig auch von mehreren Personen – so lange beraten lassen, bis man verstanden hat, worum es geht und überzeugt ist, dass der Weg, den man einschlägt, gut und richtig ist.

Das Alter versichern?
Die gängigste Form der privaten Altersvorsorge ist der Abschluss einer entsprechenden Versicherung. Hier können Sie unter verschiedenen Varianten wählen:

Eine Kapitallebensversicherung bietet Ihnen zwei Vorteile: Zum einen ist Ihre Familie im Falle Ihres Todes finanziell abgesichert. Zum anderen können Sie sich Ihre verzinsten Einzahlungen zu einem definierten Zeitpunkt – an dem Sie Ihr Rentnerdasein beginnen wollen – auszahlen lassen.

Wenn Ihre Familie im Falle Ihres Todes bereits ausreichend abgesichert ist – oder Sie keine haben – und Sie einfach regelmäßig einen festen Betrag ansparen möchten, bietet sich die private Rentenversicherung als Vorsorgeform an. Hier schließen Sie mit Ihrer Versicherung eine Art Sparplan ab.
Weil die Beiträge im Todesfall nicht ausgezahlt werden, sind die Kosten geringer und die Rendite ist in der Regel höher als bei einer Lebensversicherung. Bei der Auszahlung haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bekommen das gesamte Geld auf einmal oder Sie entscheiden sich für eine lebenslange Rente.

Die fondsgebundene Renten- bzw. Lebensversicherung ist ein Mix aus Investmentsparen und einer Kapital-Lebensversicherung. Ihre Beiträge werden in Investmentfonds angelegt.

Welche anderen Formen der Absicherung gibt es?
Wenn Sie im Bereich Wort, Musik, bildende oder darstellende Kunst selbständig sind, können bzw. müssen Sie bei der Künstlersozialkasse Mitglied werden. Hier finden Sie in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung Schutz. Wie Arbeitnehmer auch zahlen Sie nur die Hälfte der Beiträge. Die andere Hälfte wird über einen Bundeszuschuss und die Künstlersozialabgabe abgedeckt. Die Künstlersozialabgabe wird bei den sogenannten Verwertern erhoben, also bei Unternehmen, die Leistungen selbständiger Künstler und Publizisten in Anspruch nehmen.

Berufsständische Versorgungswerke sind mit der gesetzlichen Rentenversicherung der Angestellten vergleichbar. Als Arzt, Apotheker, Architekt, Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater ist die Mitgliedschaft für Sie Pflicht. Private Versorgungswerke hingegen sind eine Art „Verein“, in dem sich Selbständige zusammen schließen und sich gemeinsam in einem Gruppentarif versichern. Der Vorteil: Verbilligte Konditionen und eine überdurchschnittlich hohe Rendite.

Natürlich können Sie auch eine Immobilie kaufen. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass nun regelmäßig Kosten entstehen – zum einen, weil Sie den Kredit bei der Bank abzahlen müssen, zum anderen, weil ab und zu Renovierungen anstehen. Auch wenn Ihr Unternehmen mal nicht so gut läuft: Dieses Geld müssen Sie aufbringen.
Bei Immobilienfonds kaufen Sie, einfach gesagt, mit anderen zusammen eine Immobilie. Ihnen gehört also ein Anteil an einem Gebäude. Hier gilt es zu prüfen, ob der Anbieter seriös ist und ob sich das Objekt in einer für eine Vermietung attraktiven Lage befindet. Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie lieber die Finger davon lassen!

Und was ist der Unterschied zwischen einer Aktie und einem Investmentfonds? Als stolzer Besitzer einer Aktie gehört Ihnen sozusagen ein Anteil an einem Unternehmen. Wenn Sie sich hingegen an einem Investmentfonds beteiligen, bestehen Ihre Anteile aus Wertpapieren mehrerer Unternehmen. Das Risiko ist also breiter gestreut. Es gibt Fonds, die eher auf Sicherheit und Fonds, die auf hohe Renditen setzen. Wenn Sie möchten, können Sie Ihr Risiko also weiter minimieren. Lesen Sie dazu unser "Kleines Börsen Einmaleins".

Nun haben wir Ihnen einen ersten Überblick über Möglichkeiten der Kapitalanlage gegeben – der natürlich keineswegs vollständig ist – und gleichzeitig versucht, deutlich zu machen, wie wichtig das Thema Altersvorsorge ist. Doch was passiert eigentlich, wenn Sie lange vor dem Rentenalter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können? Auch darüber sollten Sie sich Gedanken machen. Eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert Sie finanziell ab, wenn Sie krankheitsbedingt nicht mehr arbeiten können.

Stand: März 2004