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Qualifikationsprofil

 

Personaler und Chefs haben eines gemeinsam: Sie stehen in der Regel unter Zeitdruck. Wenn eine Stelle neu zu besetzen ist, können je nach Position sehr viele Bewerbungen eingehen. Entsprechend viele Bewerbungsmappen sind dann zu sichten. Da kann man durchaus im Vorteil sein, wenn man als Bewerber auf allzu lange Romane zum Thema „Warum Sie ausgerechnet mich einstellen sollten“ verzichtet und alle Kompetenzen, Erfahrungen und Aspekte seiner Persönlichkeit in Tabellenform kurz, knapp und übersichtlich zusammenfasst – also ein Qualifikationsprofil erstellt. Im Lebenslauf sind alle wichtigsten Stationen chronologisch gelistet – von der Schulausbildung bis zur letzten Tätigkeit oder in der amerikanischen Version in umgekehrter Reihenfolge. Im Qualifikationsprofil werden die dabei gewonnenen Kompetenzen und Erfahrungen zusammengefasst. Beide unterscheiden sich also stark voneinander.

Wann ist ein Qualifikationsprofil sinnvoll?
Wenn man gerade mal Anfang 20 ist und eben seine Ausbildung abgeschlossen hat oder in den letzten 20 Jahren bei einem Arbeitgeber in immer derselben Position gearbeitet hat, kann man auf ein Qualifikationsprofil getrost verzichten. Als Faustregel kann vielleicht gelten: Je mehr Stationen der Lebenslauf aufweist oder je ungewöhnlicher und kurvenreicher er ist, umso sinnvoller ist ein Qualifikationsprofil.

Wer zum Beispiel nach der Schule ein soziales Jahr absolviert hat oder länger im Ausland war, wer mehrmals die Stelle gewechselt hat und nun neben der Berufstätigkeit Kinder erzieht, im Elternbeirat aktiv ist, im Amtsblatt oder sonst einer Zeitschrift darüber schreibt, Schulfeste organisiert, den Webauftritt der Schule betreut oder eine Jugendmannschaft trainiert, kann die dabei gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen in einem Qualifikationsprofil erheblich deutlicher herausstellen als im Lebenslauf oder einem Motivationsschreiben. Und ganz nebenbei kann man über das Qualifikationsprofil eine abgebrochene Ausbildung, befristete Stellen und dadurch häufige Wechsel, eher mittelmäßige Noten oder Lücken im Lebenslauf aufwerten oder zumindest in ein anderes Licht rücken.

Ein treffendes eigenes Qualifikationsprofil zu erstellen, kann sehr zeitaufwendig und mühsam sein. Es lohnt sich aber auch deshalb, weil man dabei zur Selbstreflexion gezwungen wird. Wer eher dazu neigt, sich selbst zu unterschätzen, wird gezwungen, über seine Stärken und Kompetenzen nachzudenken und sie sich bewusst zu machen. Davon kann man dann auch bei einem Bewerbungsgespräch profitieren.

Unwesentliche, selbstverständliche Kleinigkeiten breit zu treten, darauf sollte man allerdings auch beim Qualifikationsprofil verzichten. Schneiderinnen können nähen, Sekretärinnen kennen Word, Excel und Powerpoint und Erzieherinnen können mit Kindern umgehen – das gehört zum Berufsbild, davon sollte man also ausgehen können und das muss deshalb nicht extra erwähnt werden.
Wie sollte ein Qualifikationsprofil aufgebaut sein?
Verzichten Sie auf Fließtext und bauen Sie das Qualifikationsprofil als Aufzählung auf, die durch Zwischenüberschriften gegliedert wird. Vergessen Sie nicht, die Seiten mit einem Kopf zu versehen, damit man sie Ihnen selbst dann zuordnen kann, wenn man sie aus der Bewerbungsmappe herausnimmt oder kopiert.

Und welche Angaben sollte ein Qualifikationsprofil enthalten? Ziel muss es sein, dass der Adressat schon beim kurzen Überfliegen erkennt, was Sie können und was Sie auszeichnet. Rubriken können zum Beispiel sein:
• Belege Ihrer Führungskompetenzen (z.B. Teamleitung, Abteilungsleitung, Ausbildereignungsprüfung etc.)
• Belege Ihrer Fach- und Branchenkompetenzen (in Theorie und Praxis – also Ausbildung, Schulungen, Berufserfahrung)
• Belege Ihrer Projektkompetenz (Kurzvorstellung oder Nennung der Projekte, in denen man mitgearbeitet hat)
• Belege Ihrer Sprachkompetenzen (mit Level – also z.B. fließend in Wort und Schrift)
• Weitere fachübergreifende Kompetenzen (z.B. IT-Kenntnisse)
• Sozialkompetenzen (hierzu zählen auch außerberufliche Erfahrungen und ehrenamtliches Engagement)

Ob Sie dabei mit einer Seite auskommen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig ist, dass Sie sich nicht verzetteln, sich auf das Wesentliche konzentrieren und aufzeigen: Das bin ich und das kann ich!

Bild: Getty Images / Digital Vision