Prüfsiegel sollen zeigen, ob technische Geräte bestimmte
Qualitätskriterien erfüllen. Doch inzwischen ist es wie im
Straßenverkehr: Es gibt es derart viele Zeichen, dass man leicht die
Orientierung verliert. Wer auf die Rückseite seines Bildschirms schaut,
kann alleine ein halbes Dutzend verschiedener Siegel finden. Wissen Sie,
was diese aussagen?
Um es vorweg zu nehmen: Neben den GS- und CE-Zeichen sollten Sie
insbesondere auf das Siegel des TÜVs Rheinland sowie auf das TCO-Siegel
bzw. den Eco-Kreis achten. Sie gelten zurzeit als strengste Prüfzeichen.
CE-ZeichenMit dem CE-Zeichen bestätigt der Produzent, dass
sein Gerät das EMVG (Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit
von Betriebsmitteln) einhält, also keine Funkstörungen erzeugt. Es ist
seit 1996 Pflicht und muss gut sichtbar auf dem Gerät angebracht sein.
Dies gilt für nahezu ausnahmslos alle technischen Geräte, aber auch für
Spielzeug.
Leider kommen trotzdem immer wieder Produkte auf den europäischen Markt,
die kein echtes CE-Signet tragen, sondern mit einem dem CE-Zeichen sehr
ähnlichen Zeichen ausgestattet sind, das allerdings nicht für
„Conformité Européenne“ sondern für „China-Export“ steht. Das ist zwar
strafbar – das nutzt dem Verbraucher aber erst einmal nicht viel.
Vorsicht ist also geboten.
GS-ZeichenDas GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit) kann für
elektrische Geräte, Werkzeug, Maschinen, Spielzeug und Möbel verliehen
werden, ist aber im Gegensatz zum CE-Zeichen nicht Pflicht. Es sagt aus,
dass ein Produkt dem Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG)
entspricht und bescheinigt somit die mechanische und elektrische
Sicherheit, zum Beispiel was den Brandschutz betrifft, aber auch
Anforderungen der Ergonomie.
Wer ein GS-Zeichen an seine Produkte anbringen will, muss sie von einer
zugelassenden Stelle prüfen lassen, die dann auch regelmäßige Kontrollen
durchführt. Der Hersteller muss die GS-Stelle außerdem über relevante
Modifizierungen des Produktes informieren.
TÜV Rheinland – Ergonomie geprüftMit diesem
Prüfsiegel können Bildschirme, Software und Büromöbel ausgezeichnet
werden. Es bestätigt die Erfüllung von DIN-Normen, die die Ergonomie
betreffen, sowie bei Bildschirmen die elektrische Sicherheit
entsprechend dem GS-Zeichen, eine niedrige Strahlung gemäß MPR II und
eine Gleichmäßigkeit der Zeichendarstellung. Bei Software wird die
Benutzerführung getestet. Das Siegel wird erst nach einer gründlichen
Prüfung vergeben.
MPR IIMPR II benennt Grenzwerte für elektromagnetische und
elektrostatische Felder. Diese Grenzwerte sind Empfehlungen des
schwedischen staatlichen Mess- und Prüfrats, die sich inzwischen auch
bei uns als Mindeststandard durchgesetzt haben. Es gibt allerdings keine
Kontrollbehörde – jeder kann das Label an seinen Geräten anbringen. Die
Einhaltung der MPR-II ist aber unter anderem im Siegel „Ergonomie
geprüft“ enthalten.
TCODas Gütesiegel des Dachverbands der schwedischen
Angestelltengewerkschaften ist weltweit anerkannt und zählt zu den
strengsten Prüfzeichen. Hersteller richten ihre Entwicklungen darauf aus
und Endverbraucher ihre Kaufentscheidung – wenn sie das Siegel kennen.
Es wird für Bildschirme und Tastaturen vergeben, die in den Kategorien
Energieverbrauch, Strahlung, Ergonomie und Ökologie überprüft und für
gut befunden wurden. Hinsichtlich der Ergonomie wird insbesondere die
Leuchtdichte und der Kontrast, das Flimmern und Flackern sowie der
Reflexionsgrad gemessen. Beim Energieverbrauch geht es um den laufenden
Betrieb sowie die Abschaltautomatik bei Arbeitspausen. Beim Thema
Ökologie wird die Recyclingfähigkeit der eingesetzten Materialien
überprüft. FCKW und chlorierte Lösungsmittel dürfen ebenso wenig
verwendet werden wie bromhaltige oder chlorierte Flammschutzmittel.
TCO 99 ist der strengere Nachfolger von TCO 92 und 95. TCO 03 stellt
noch verschärftere Anforderungen.Wer das Siegel einsetzen möchte, muss
entsprechende Testergebnisse nachweisen, die stichprobenhaft überprüft
werden.
ECO-KreisDas Prüfsiegel „Eco-Kreis“ wird ebenfalls vom TÜV
Rheinland vergeben. Es fasst die Kriterien folgender Prüfsiegel zusammen:
•CE-Zeichen
•GS-Zeichen
•Ergonomie geprüft
•MPR II
•Blauer Engel
Die Kriterien werden regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht. Daher
steht, wie beim TCO, eine Jahreszahl auf dem ECO-Kreis-Siegel, das als
besonders streng gilt.
Blauer EngelDer Blaue Engel wird seit 1978 auf Antrag für –
im Vergleich zu anderen Produkten mit gleichem Nutzen – besonders
umweltschonende Produkte und Dienstleistungen vergeben. Im Bürobereich
ist der Blaue Engel insbesondere auf Monitoren, PCs, Tastaturen,
Druckern, Kopierern oder Handys zu finden.
Wer mit dem Blauen Engel wirbt, ist als Hersteller verpflichtet, alte
Geräte kostenlos zurückzunehmen und mit Entsorgungsunternehmen
zusammenarbeiten, wobei bereits bei der Fertigung auf eine Konstruktion
geachtet werden muss, die ein Recycling erleichtert. Außerdem müssen die
Geräte geräuscharm sein. Bei Bildschirmen wird gefordert, dass die
MPR-II-Norm eingehalten wird und es eine Energiesparfunktion gibt.
Computer müssen aufgerüstet und recycelt werden können. Die Geräte
dürfen kein PVC, Blei, Cadmium, FCKW und keine halogenhaltige
Flammschutzmittel enthalten. Auf Rechner muss mindestens drei Jahre, auf
Bildschirmen ein Jahr Garantie gegeben werden – Ersatzteile müssen
mindestens fünf Jahre erhältlich sein. Drucker und Kopierer erhalten den
Blauen Engel nur, wenn sie unter anderem nicht mit Tonern und Tinten
arbeiten, die gefährliche Stoffe enthalten und Recyclingpapier
eingesetzt werden kann.
Der Produzent muss schriftlich erklären, dass er die Kriterien einhält
oder entsprechende Prüfberichte vorlegen.
Energy-Star Der Energy-Star besagt, dass das Gerät den
Stromsparkriterien der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA
(Environmental Protection Agency) entspricht. Das Gerät schaltet sich
also bei Arbeitspausen nach einiger Zeit von selbst ab. Das Label kann
jeder einsetzen. Prüfungen und Kontrollen gibt es nicht.
Europäisches Umweltzeichen Mit der Euroblume darf auf
Computern, Bildschirmen und Tastaturen geworben werden, wenn sie die
Anforderungen des Energy Star erfüllen und zudem recyclingfähig
konstruiert sowie aus umweltfreundlichen Materialien gefertigt sind.
Außerdem gibt es Grenzwerte für Strahlung und Geräuschemission. Das
Zeichen wird von der Europäischen Kommission nach Antragsstellung und
Prüfung vergeben.
NUTEKDas Energiespar-Label NUTEK besagt nur, dass sich der
Monitor bei Arbeitspausen zweistufig abschaltet, die Zeit eingestellt
werden kann und der Verbrauch im Energiesparmodus der ersten Stufe unter
30 Watt und bei der zweiten Stufe unter acht Watt liegt.
Stand: Juni 2008