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Praktikanten einstellen

 

Vielleicht haben Sie auch schon mal darüber nachgedacht, sich eine Hilfskraft für all die Routinearbeiten und zeitraubenden Kleinigkeiten, die das Tagesgeschäft mit sich bringt, zu suchen. Oft müssen diese allerdings sofort erledigt werden. Aushilfen sind allerdings meistens gerade dann nicht da, wenn man sie braucht. Und Vollzeitkräfte sind teuer und deshalb oft kein Ausweg.

Ein Praktikant oder eine Praktikantin kann in solchen Fällen die perfekte Lösung sein! Zumindest, wenn man das Ganze richtig plant.

Für beide Seiten Gewinn bringend
Ein Praktikum sollte für beide Seiten sinnvoll sein – für das Unternehmen, das auf eine weitere Arbeitskraft zählen kann und für den Praktikanten, der etwas lernen will. Gleichzeitig dürfen beide nicht zu hohe Anforderungen aneinander haben: Ein Praktikant ist keine ausgebildete Arbeitskraft und kann deshalb natürlich keinen Fachmann ersetzen. Und ein Praktikum ist keine Lehre – entsprechend kann ein Praktikant auch nicht erwarten, dass er in ein paar Monaten alles lernt, was man sich in einer Ausbildung aneignet.

Denken Sie nicht, dass Praktikanten nur in großen Unternehmen sinnvoll eingesetzt werden können. Ganz im Gegenteil: In größeren Firmen sehen sie oft nur eine Abteilung; entsprechend eng ist der Ausschnitt der Erfahrungen, die sie machen können. Nicht selten verbringen sie ihre Zeit hauptsächlich vor dem Kopierer oder der Kaffeemaschine.

Das ist natürlich nicht der Sinn der Sache, denn im Gegenzug für seine Unterstützung verlangt ein Praktikant eigentlich nur eines: Er will in das jeweilige Berufsfeld hineinschnuppern, Arbeitsabläufe kennen lernen, möglichst viel mitbekommen und sich nützlich und gebraucht fühlen. Gerade das bieten kleine Betriebe. Hier sind die Bereiche nicht streng in Abteilungen getrennt und als Teil des kleinen Teams bekommt der Praktikant (fast) alles mit.
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Wenn ein Praktikum wirklich für beide Seiten sinnvoll sein soll, muss es sich über einen längeren Zeitraum erstrecken – am besten mindestens drei bis sechs Monate. Jeder neue Mitarbeiter braucht Zeit, um sich in den Arbeitsalltag einzufinden – Praktikanten auch. Wer nur für wenige Wochen da ist, kann nicht wirklich mitarbeiten. Der Arbeitgeber fühlt sich belastet, weil er den „Besuch“ irgendwie beschäftigen muss, und der „Gast“ fühlt sich überflüssig, weil es nichts Vernünftiges für ihn zu tun gibt.

Welche Aufgaben kann ein Praktikant übernehmen?
Am besten, Sie teilen ihm Jobs zu, die regelmäßig anfallen und für die nur er allein zuständig ist. Das entlastet Sie zum einen, zum anderen fühlt er sich dadurch als Teil des Teams und lernt, Verantwortung zu tragen und Termine einzuhalten. Außerdem muss er dann nicht ständig fragen, ob es noch etwas zu tun gibt.

Sei es nun der Postein- oder -ausgang, die Umorganisation der Ablage, die Korrespondenz oder das Schreiben von Protokollen – nach kurzer Einweisung kann Ihr Praktikant das zum Großteil erledigen. Auch die Klassiker dürfen Sie ihm ruhig zumuten: den Kopier-, Bring- und Kaffeeservice. Was so negativ klingt, muss es nicht sein, es kommt immer auf die Mischung der Aufgaben an. Und Routinearbeiten gehören eben auch zum Berufsleben.

Ihr Job ist es, die Aufgaben sinnvoll zu mixen – und Sie sollten ihn ernst nehmen. Es ist wichtig dass Sie Ihren Praktikanten nicht nur mit Zubringerdiensten betrauen, sondern ihn auch in Projekte einbinden und ihn möglichst eigenverantwortlich arbeiten lassen – das erhöht nicht nur seine Motivation, sondern er lernt dabei auch am meisten.

Natürlich dürfen Sie Ihren neuen, jungen Mitarbeiter vor allem in der ersten Zeit nicht allein lassen. Schließlich ist er in der Arbeitswelt ja noch ein echter Grünschnabel und muss seine Erfahrungen erst machen.
Die Kunst liegt in der Mischung zwischen Anleitung und Kontrolle einerseits und der Übertragung von Eigenverantwortung andererseits. Nehmen Sie sich also Zeit für ihn, erklären Sie ihm die Abläufe, das allgemeine Verhalten in Büro und Arbeitswelt, machen Sie ihn mit seinen Aufgaben vertraut – und geben Sie ihm dann die Chance, sich zu beweisen. Hat er etwas zu Ihrer Zufriedenheit erledigt, vergessen Sie nicht, ihn auch mal zu loben...

Übrigens: Wer arbeitet sollte auch bezahlt werden. Ein kleines Gehalt – zum Beispiel als Minijob – steht ihm für seine Hilfe zu. Und außerdem macht die Bezahlung das Arbeitsverhältnis für beide Seiten verbindlicher und erhöht die Motivation.

Woher bekommt man Praktikanten?
Ob in den Ferien oder als Praxissemester – meistens sind es Studenten, die sich um eine Praktikumstelle bemühen. In manchen Studiengängen ist dafür ein ganzes Semester vorgesehen, manchmal wird auch ein Grundpraktikum verlangt. Manche Jugendliche wollen sich nach dem Schulabschluss mit einem Praktikum auf den Beruf vorbereiten und Erfahrungen sammeln.

Folglich sollten Sie Ihr Gesuch im Internet in spezielle Hochschul- oder Praktikanten-Jobbörsen einstellen und/oder Kontakt zu Schulen in Ihrer Nähe aufnehmen. Auch das Arbeitsamt kann weiterhelfen.

Wenn Sie darüber nachdenken, einen Ausbildungsplatz anzubieten, kann es übrigens auch sinnvoll sein, den neuen Azubi erst mal als Praktikanten einzustellen. Sie sehen in dieser Zeit, ob der Bewerber zu Ihnen passt – und dieser wiederum kann testen, ob das Berufsbild seinen Vorstellungen entspricht. Dieses Praktikum darf natürlich nicht zu lange dauern, schließlich folgt ja noch eine dreijährige Ausbildung.
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