Headhunter, heute meist Personalberater oder Executive-Search-Berater
genannt, werden in der Regel von Unternehmen beauftragt, wenn
Management-Positionen zu besetzen sind oder Mitarbeiter mit speziellen
Fachkenntnissen gesucht werden – oder ganz einfach dann, wenn sich ein
Unternehmen die Arbeit sparen will, aus Stapeln von Bewerbungen die
richtige Kandidatin oder den richtigen Kandidaten auszusuchen und eine
Vielzahl von Bewerbungsgesprächen zu führen.
Man kann sich aber auch als Bewerber/in bei Personalberatungen melden,
um sich in deren Kartei aufnehmen zu lassen.
Wenn das Telefon klingelt...... und sich ein Personalberater
meldet, der einen Job zu vergeben hat, dann kann das die Chance für
einen Karrieresprung sein. Trotzdem sollte man nicht sofort voller
Begeisterung in das Gespräch einsteigen. Schließlich weiß man nie, wer
gleich zur Tür hereinkommt und mithört. Wenn prinzipielles Interesse
besteht, sollte man einen Telefontermin vereinbaren und sich zu Hause
anrufen lassen – seriöse Headhunter verfahren generell so.
Bei diesem zweiten Gespräch erfährt man dann Näheres über die zu
besetzende Stelle. Der Personalberater wird die Position, das
Anforderungsprofil der Stelle und das Unternehmen vorstellen – ohne
dessen Namen zu nennen. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, um
herausfinden, ob man es mit einer qualifizierten Personalberatung zu tun
hat. Stellen Sie Fragen, dann werden Sie schnell feststellen, ob Ihr
Gesprächspartner über Branchen-Know-how verfügt. Natürlich kennt nicht
jeder Berater jede Branche, aber gute Berater sind auf bestimmte
Branchen spezialisiert. Wenn Sie keine klaren Antworten erhalten und nur
unpräzise Angaben bekommen, dann ist Vorsicht geboten.
Nach diesem Gespräch wird der Searcher prüfen, ob Sie als Kandidat/in
geeignet sind und sich dann wieder melden – oder auch nicht.
Falls er sich wieder meldet, folgt die Bitte nach Bewerbungsunterlagen.
Danach nimmt das normale Bewerbungsverfahren seinen Lauf, nur dass vor
dem Bewerbungsgespräch mit dem potenziellen neuen Arbeitgeber ein
persönliches Gespräch mit dem Personalberater stattfinden wird. Das
Ergebnis, wenn alles glatt läuft: ein neuer Job, der eine echte
Verbesserung bedeutet.
Übrigens bleibt alles so lange vertraulich, wie Sie es wünschen. Sie
brauchen also keine Angst zu haben, dass Ihr Arbeitgeber von Ihren
Aktivitäten erfährt – auch dann nicht, wenn das Unternehmen, bei dem Sie
momentan arbeiten, engen Kontakt mit dem Unternehmen hat, bei dem eine
Stelle zu besetzen ist. Jedenfalls dann nicht, wenn Sie es mit einem
seriösen Berater zu tun haben.
Wenn Sie nicht warten wollen, bis das Telefon klingelt......
dann sollten Sie die Initiative ergreifen. Denn gute Personalberater
sind auch offen für Wechselwillige, die sich bei ihnen melden.
Schließlich leben sie davon, eine Kartei mit guten Kandidaten aufzubauen.
Bezahlt werden die Personalberatungen von den Unternehmen, die sie
beauftragen. Wenn Sie sich als Arbeitsuchende/r dort melden, kostet Sie
das also nichts – inklusive eines unverbindlichen Beratungsgesprächs.
Manchmal bieten die Executive Searcher auch Bewerbertrainings oder
Karriereberatungen an, diese müssen dann allerdings bezahlt werden.
Auch hier gilt, dass es wichtig ist, eine seriöse Personalberatung
auszuwählen. Ein gutes Zeichen ist es schon mal, wenn das Unternehmen
einem Branchenverband angehört und sich damit zu Ethik-Richtlinien
verpflichtet. Außerdem arbeiten die Beratungsunternehmen meist
branchenbezogen. Einen ersten Eindruck kann man sich über das Internet
verschaffen.
Erwarten Sie nicht, dass Ihnen sofort Ihr Traumjob angeboten wird. Der
Erfolg kann auf sich warten lassen, bis die Personalberatung für ein
Unternehmen eine Stelle zu besetzen hat, die zu Ihnen passt. Dann aber
kommt Ihre Stunde.