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Online-Bewerbungen

 

Die Chancen, über das Internet einen neuen Job zu finden, werden immer größer. Immer mehr Unternehmen suchen Mitarbeiter nicht nur über klassische Anzeigen – manche verzichten aus Kostengründen sogar ganz darauf – sondern nutzen eine der zahlreichen Jobbörsen. Außerdem verfügen die meisten Homepages, zumindest von größeren Unternehmen, über eine eigene Rubrik für Stellenangebote. Und natürlich kann man auch selbst aktiv werden: Stellengesuche im Internet aufzugeben ist längst nicht so teuer wie eine Anzeige im Stellenmarkt einer Tages- oder Fachzeitung – oft sind sie sogar kostenlos.

Wo auch immer man von einem Stellenangebot erfährt und selbst wenn man sich mit einer „blinden“ Initiativbewerbung bei einem Unternehmen meldet – es bleibt immer die Frage: Ist nicht besser, seine Bewerbung per Post zu verschicken? Kommt eine Bewerbung übers Internet wirklich gut an?

Online-Bewerbungen sind längst nicht mehr nur in bestimmten Branchen üblich. Oft ist es Personalchefs sogar lieber, wenn sie elektronisch versandte Bewerbungen erhalten. Schließlich können sie an beliebig viele am Verfahren Beteiligte weiterversandt werden – das mühsame Kopieren entfällt ebenso wie das Zurückschicken der Unterlagen, wenn kein Interesse besteht.

Das im August 2006 in Kraft getretene Gleichbehandlungsgesetz trägt wohl auch seinen Teil dazu bei, dass Internet-Bewerbungen bei Unternehmen immer beliebter werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss schließlich jetzt alle Bewerbungsunterlagen mehrere Monate aufbewahren. Denn nur so kann man als Unternehmen nachweisen, dass bei der Auswahl kein Bewerber diskriminiert wurde. E-Mail-Bewerbungen zu archivieren ist natürlich erheblich weniger aufwendig, als womöglich Hunderte von Bewerbungsunterlagen zu kopieren und abzulegen.
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Trotzdem landet ein Großteil der übers Netz eingegangenen Bewerbungen sofort im elektronischen Papierkorb. Das liegt aber nicht – oder nicht nur – daran, dass manche Chefs oder Personaler derartige Bewerbungen nicht leiden oder nicht mit ihnen umgehen können. Der Grund ist vielmehr, dass Grundregeln nicht beachtet werden.

Online-Bewerbungen
Manche Großunternehmen bieten auf ihren Internet-Seiten Online-Bewerbungsformulare an. Der Vorteil für das Unternehmen: Bewerbungen, die in standardisierter Form eingehen, können leichter ausgewertet und verglichen werden. Der Nachteil für Sie: Es bleiben Ihnen wenig Möglichkeiten, sich persönlich zu präsentieren. Trotzdem sollten Sie das angebotene Tool nicht einfach ignorieren – und dabei den Spielraum, der Ihnen bleibt, so gut wie möglich nutzen.

Das bedeutet: Füllen Sie das Formular vollständig und gründlich aus. Am Besten schreiben Sie alle Angaben zuerst in eine normale Textdatei, lesen Korrektur und fügen Sie dann per „kopieren“ und „einfügen“ in das Formular.

Wenn möglich, sollten Sie natürlich Ihren Lebenslauf beifügen, den Sie vorher sorgfältig erstellt und am besten als PDF-Datei abgespeichert haben. Das Passbild wird hier integriert.

Drucken Sie das ausgefüllte Formular aus oder speichern Sie es ab, damit Sie später noch wissen, welche Angaben Sie gemacht haben. Vor Ihrem Vorstellungsgespräch sollten Sie sich das Ganze dann nochmals anschauen.
Bewerbungen per E-Mail
Wie bei jeder klassischen Bewerbung, kommt es auch bei der elektronischen auf den ersten Eindruck, auf die Form an. Wer seine Bewerbung einfach wild an irgendwelche Adressen verschickt – es geht ja so einfach, mit einem Klick – muss sich nicht wundern, wenn Reaktionen ausbleiben. Machen Sie sich also die Mühe, herauszufinden, welcher Ansprechpartner der richtige ist und über welche persönliche E-Mail-Adresse Sie ihn erreichen können.

Füllen Sie die Betreff-Zeile sinnvoll aus und machen Sie in Ihrer Mail deutlich, auf welche Stelle Sie sich bewerben, und warum Sie ausgerechnet für dieses Unternehmen arbeiten möchten. Und vor allem: Lesen Sie Ihre Mail nochmals durch, bevor Sie sie absenden. Auch bei Mails gelten die deutschen Grammatik- und Rechtschreibregeln. Grinsegesichter oder sonstige Abkürzungen, die in Chats gerne verwendet werden, sind hier fehl am Platz. Für elektronische Bewerbungsschreiben gilt das Gleiche wie für klassische auf Papier: Zeigen Sie Stil, hinterlassen Sie einen seriösen Eindruck – dann haben Sie schon halb gewonnen. Man glaubt es kaum, aber es ist leider so: Wer ein fehlerfreies Bewerbungsschreiben abgibt, bildet eine Ausnahme und hebt sich damit aus der Masse der Bewerber positiv ab.

Einen seriösen Eindruck kann man übrigens nur hinterlassen, wenn man über eine seriöse E-Mail-Adresse verfügt. „suseschmuse@maier.gmx“ entspricht dieser Anforderung sicher ebenso wenig wie „baerle6969@web.de". Legen Sie sich also eine neutrale E-Mail-Adresse zu – es gibt genügend Anbieter – und achten Sie darauf, dass keine Werbung eingeblendet wird.

Fügen Sie am Ende des Textes Ihre Signatur mit allen wichtigen Angaben an (Adresse, Telefon und Handynummer).
Schreiben Sie die Mail nicht als HTML-Datei, sondern wählen Sie die Funktion „Nur Text“. Bunte Hintergründe und farbige Markierungen wirken unseriös – und außerdem hat der Empfänger seinen Browser sehr wahrscheinlich ohnehin so eingestellt, dass er ihren Text unformatiert und ohne Schnickschnack erhält.Den Lebenslauf sowie Zeugnisse und andere wichtige Unterlagen können Sie als Anhang beifügen – am besten im PDF-Format. So können Sie sicher sein, dass die Datei genau in der Form beim Empfänger ankommt, in der Sie sie abgespeichert haben. Und außerdem legen Ihre Datenanhänge dann nicht das ganze System des Empfängers lahm, und sie lassen sich auf jeden Fall öffnen.

Wenn Sie über eine persönliche Bewerbungshomepage verfügen, können Sie sich Anhänge allerdings sparen – sie sind wegen der Virengefahr ohnehin nicht gerne gesehen.

Bewerbungs-Homepage
Eine eigene Homepage im Internet ist eine wundervolle Ergänzung zur E-Mail-Bewerbung oder zur Bewerbung über ein Online-Bewerbungsformular. Geben Sie einfach die Adresse Ihrer Homepage an, und mit einem Klick kann sich Ihr künftiger Chef über Ihre Person und Ihre Qualifikationen informieren. Zudem zeigen Sie mit einer derartigen Homepage, dass Sie die Möglichkeiten des Netzes kennen und sie zu nutzen wissen.

Im Internet gibt es zahlreiche und kostengünstige Möglichkeiten, sich eine eigene Homepage zu erstellen. Keine Angst, es geht eigentlich ganz leicht. Die Seiten sind sofort online und Sie können sie natürlich jederzeit ändern.

Verzichten Sie auf allzu viel Firlefanz – weniger ist oft mehr. Ein tabellarischer Lebenslauf, ein Foto, die ausführliche Auflistung Ihrer Qualifikationen und die wichtigsten Zeugnisse – schnörkellos gestaltet, gut strukturiert und mit der Möglichkeit zum Ausdrucken. Mehr braucht es nicht. Ihre Kinder, Ihre Katze, Ihr Wohnzimmer und Ihren Lieblingsurlaubsort sollten Sie jedenfalls weglassen.

Stand: September 2006
Bild: snygo.com