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Mitarbeitergespräche (Angestellte)

Das ist Ihre Chance!
















Wenn Sie einmal im Jahr – so oft sollte es zumindest stattfinden – von Ihrem Vorgesetzten zu einem Mitarbeitergespräch eingeladen werden, gibt es für Sie keinen Grund zur Panik. Denn ein solches Gespräch hat nicht das Ziel, Ihre Schwächen und Fehler anzuprangern, sondern es sollte eine faire Bilanz des vergangenen Jahres und die Vereinbarung von Zielen für das kommende Jahr zum Inhalt haben. Sie können es als Chance nutzen, auch einmal Ihre Sicht der Dinge zu äußern und Ihre Probleme und Wünsche anzusprechen – denn dafür bleibt im Alltag meist keine Zeit. Ein gut verlaufendes Gespräch trägt zur Optimierung der Arbeit und zur Verbesserung der Arbeitsatmosphäre bei.

Damit Sie von der Unterredung auch wirklich profitieren können, sollten Sie sich gut darauf vorbereiten.

Wie ein solches Gespräch abläuft

Im Idealfall bekommen Sie mit der Einladung einen Fragebogen, auf dem Sie zu verschiedenen Problematiken und Themen Stellung nehmen können. Auch Ihr Chef füllt einen solchen Bogen aus. Anhand der Ergebnisse wird er dann einen Gesprächsplan anfertigen.

Manche Menschen können mit Lob schlecht umgehen – es ist ihnen peinlich, wenn man über ihre guten Leistungen spricht. Das sollte man sich abgewöhnen und vielmehr lernen, sich über ein Lob offen und ehrlich zu freuen. Und das können Sie beim Mitarbeitergespräch schon mal üben: Denn Ihr Chef wird Ihnen sagen, was er an Ihrer Arbeit besonders gut fand. Sollte er diesen Punkt etwa vergessen, können Sie ihn ruhig darauf aufmerksam machen. Nur meckern gilt nicht!

Natürlich findet auch Kritik ihren Platz. Hören Sie sich alles erst mal ruhig an. Aber denken Sie daran, dass Sie ein Recht auf konstruktive Kritik haben. Es geht darum, gemeinsam effektive Lösungen zu entwickeln. Sie sollten deshalb weder seine Anmerkungen noch seine Vorschläge sofort pauschal ablehnen, sondern ebenso konstruktiv an einem für beide Seiten tragbaren Ergebnis mitarbeiten.
 
Ihrem Chef ist beispielsweise aufgefallen, dass Ihr Englisch für die gestiegenen Anforderungen im Unternehmen nicht mehr ausreicht. Er schlägt nun vor, dass Sie an mehreren Abenden in der Woche einen Englischkurs belegen, dessen Kosten er übernehmen würde.

Lehnen Sie diesen Vorschlag nicht einfach nur brüsk ab. Denn er bietet Ihnen schließlich die Möglichkeit, sich weiterzuqualifizieren. Vielleicht können Sie Ihre freien Abende retten, indem Sie ihm vorschlagen, eine Urlaubswoche zu opfern, wenn er Ihnen dafür einen Kurs auf Malta finanziert...

Manchmal hängen Vorgesetzte die Trauben zu hoch. Vielleicht kennt Ihr Chef Ihre persönliche Situation gar nicht und weiß nicht, dass Sie Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu versorgen haben. Deshalb sollten Sie die Karten offen auf den Tisch legen. Denken Sie daran: Was Sie bei diesem Gespräch versäumen, lässt sich so schnell nicht mehr nachholen.

Jetzt sind Sie dran!

Wenn Ihr Chef alle Punkte angesprochen hat, die er sich notiert hatte, sind Sie an der Reihe. Ebenso wie die Ihres Chefs sollte auch Ihre Kritik konstruktiv und gut durchdacht sein. Sie finden, Ihr Chef informiert Sie nicht ausreichend über Termine? Schlagen Sie ihm vor, diese immer gleich in ein spezielles Programm einzutragen, das für beide jederzeit zugänglich ist. Hat Ihr Chef nie Zeit tagesaktuelle Fragen mit Ihnen zu besprechen? Regen Sie an, sich jeden Tag zu einer bestimmten Uhrzeit fünf Mitnuten für Sie freizuhalten.

Auch allgemeine Verbesserungsvorschläge können Sie hier anbringen: Sollte vielleicht die Putzfrau öfters kommen? Oder stört Sie das Rauchen in der Teeküche? Haben Sie Vorschläge, wie man interne Abläufe optimieren könnte? Alle diese Themen sollten Sie jetzt ansprechen. Wer weiß, wann Sie das nächste Mal die Gelegenheit dazu haben...
 
Wie geht’s jetzt weiter?

Wenn alles Wichtige besprochen ist, bieten Sie an, ein Protokoll des Gesprächs anzufertigen.

Denn sollte Ihr Chef unter einem Kurzzeitgedächtnis leiden, können ihm diese schriftlichen Aufzeichnungen nützlich sein. (Mit diesem Argument sollten Sie Ihr Angebot allerdings besser nicht begründen.)

Natürlich müssen auch Sie sich an die Abmachungen halten. Denn nur dann können Sie das auch von Ihrem Chef einfordern.