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Managementtrends

 

Jede Managementmethode verfolgt schlussendlich das gleiche Ziel: Dem Unternehmen zu mehr Erfolg zu verhelfen. Und weil es „viele Wege gibt, die nach Rom führen“ – und viele Unternehmensberatungen, die ihren Umsatz steigern möchten – wird jedes Jahr eine neue Methode, ein neuer Trend geboren. So wie die Modedesigner jedes Jahr neue Kollektionen herausbringen. Und wie die neueste Mode nicht jedem steht, so passt auch nicht jede Managementmethode zu jedem Unternehmen. Also wird sie wieder abgelegt und eine neue getestet. Entsprechend schwirren Dutzende von Begriffen durch den Raum. Und weil niemand gerne zugibt, den Überblick verloren zu haben, nickt jeder wissend – ohne genau sagen zu können, was eigentlich gemeint ist. Damit es Ihnen nicht genauso geht, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Ansätze vor:

Shareholder Value
Der Shareholder Value-Ansatz besagt, dass ein Unternehmen in erster Linie im Sinne der Aktionäre zu handeln hat. Oberstes Ziel ist demnach die Maximierung des Unternehmenswertes bzw. die Steigerung des Aktienkurses – also die Gewinnmaximierung und Erhöhung des Eigenkapitals. Diese einseitige Ausrichtung hat Vor- aber auch Nachteile. Schließlich sollte ein Unternehmen nicht nur die Interessen der Aktionäre, sondern auch zum Beispiel der Mitarbeiter oder der Umwelt berücksichtigen.

Balanced Scorecard
Beim System der Balanced Scorecard werden neben den Interessen der Shareholder auch die der Mitarbeiter sowie der Kunden und Lieferanten berücksichtigt. Die Unternehmensstrategie und die Ziele werden in Kennzahlen übertragen, mit deren Hilfe man alle Leistungen – nicht nur die finanziellen Aspekte – messen kann.
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So können zum Beispiel neben der Kostenreduktion und der Erhöhung des Gewinnes auch die Reduzierung der Reklamationen oder des Krankenstandes Ziele sein, deren Erreichen mittels der Kennzahlen immer wieder überprüft werden kann.

Benchmarking
Ein Skispringer erzielt einen neuen Weltrekord. Die anderen Sportler und deren Trainer beobachten genau, wie er vom Schanzentisch abhebt, welche Haltung er in der Luft einnimmt, wie er landet und schließlich, was für Skier und welche Kleidung er benutzt. Und dann versuchen sie, ihn nachzuahmen – und seine Technik noch weiter zu perfektionieren. Genau das ist Benchmarking. Auf die Wirtschaft übertragen heißt das: Man beobachtet und vergleicht andere Unternehmen oder verschiedene Abteilungen im eigenen Unternehmen. Und dann versucht man, die jeweils beste Methode oder das optimale Verfahren (best practice) zu kopieren.

Kaizen / KVP
KVP bedeutet kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Und Kaizen ist im Prinzip die japanische Variante des KVP. Gemeint ist nicht die plötzliche Verbesserung durch die Entwicklung neuer Produkte oder Verfahren, sondern das Bestreben, ständig und schrittweise Verbesserungen zu erzielen. Instrumente des KVP sind zum Beispiel das innerbetriebliche Vorschlagswesen, das Qualitätsmanagement oder auch die Weiterbildung der Mitarbeiter. In Japan bedeutet Kaizen auch Veränderung. Produkte oder Prozesse werden immer wieder verändert, damit sie stets aufs Neue interessant erscheinen.

Change Management
Change Management bezeichnet die Organisation von Veränderungen. Werden Unternehmensbereiche ausgegliedert, neu strukturiert oder zusammengelegt, wird ein Unternehmen von einem anderen übernommen oder an einen neuen Standort verlegt, bringt das für die Mitarbeiter immer große Veränderungen mit sich.
Um zu verhindern, dass zu viel Unruhe im Betrieb entsteht, dass die Gerüchteküche brodelt oder sich Unzufriedenheit und „innere Emigration“ breit machen, müssen die Mitarbeiter immer rechtzeitig informiert oder sogar entsprechend weitergebildet werden. Das bewusste Management dieser Kommunikationsprozesse nennt man Change Management.

Key Account Management
Key Account bedeutet „Schlüsselkunde“. Entsprechend werden beim Key Account Management die wichtigsten Kunden von entsprechenden Managern betreut. Ziel ist es, dass der Kunde sich mit all seinen Wünschen an einen einzigen Ansprechpartner wenden kann, auch wenn eigentlich verschiedene Unternehmensbereiche zuständig wären (one face to the customer). Gleichzeitig soll der Key Account Manager neue Aufträge erschließen, indem er ihn auf die Produkte des Unternehmens aufmerksam macht, die der Kunde noch nicht bezieht.

Supply Chain Management
Supply Chain ist die Lieferkette. Das Supply Chain Management bezeichnet folglich die unternehmensübergreifende Organisation der Herstellung eines Produktes – manchmal von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling. Supply Chain Management kennt man vor allem in der Automobil- und der Textilindustrie.

Lean Management
Lean bedeutet schlank. Beim Lean Management will man durch möglichst wenig Hierarchiestufen und schlanke Strukturen die Effizienz steigern. Durch kleine Teams soll ein schneller Informationsfluss ermöglicht und doppelte Arbeit vermieden werden. Kurze Entscheidungswege sollen die Reaktionszeiten verkürzen. Durch die Überprüfung der Produktionsmethoden und -prozesse sollen die Produktionszeiten reduziert und Überkapazitäten abgebaut werden.

Business Reengineering
Auch mit der Methode des Business Reengineering sollen Kosten gesenkt und die Qualität verbessert werden.
Um dem raschen Wandel der Zeit Rechnung zu tragen, werden bisherige Arbeitsabläufe nicht als von Gott gegeben hingenommen, sondern komplett in Frage gestellt. Bestehende Prozesse werden also nicht behutsam verändert und optimiert, sondern aus einem neuen Blickwinkel bewertet und ggf. völlig neu definiert.

Mangement by Alltag
Der Alltag im Unternehmen sieht meist ganz anders aus. Von den reinen Managementprinzipien ist selten etwas zu spüren. Jede Führungskraft entwickelt ihre eigene Methode. Erkennen Sie sich oder Ihren Chef in einer der folgenden wieder?

Management by Champignon: Mitarbeiter im Dunkeln lassen, von Zeit zu Zeit mit Mist streuen und wenn sich Köpfe zeigen, sofort absäbeln.

Management by Surprise: Handeln und von den Folgen überraschen lassen.

Management by Känguru: Mit leerem Beutel große Sprünge machen.

Management by Nilpferd: Auftauchen, Maul aufreißen, untertauchen!

Management by Bluejeans: An allen wichtigen Stellen sitzen Nieten.

Management by Helicopter: Über den Dingen schweben, kurz runterkommen, viel Staub aufwirbeln, wieder entschwinden.

Management by Robinson: Alle warten auf Freitag.

Management by Schaukelpferd: Ständig in Bewegung sein und nicht weiterkommen.

Management by Staubsauger: Überall im Betrieb herumsausen und sich um jeden Dreck kümmern.

Management by Wurst: Jeder gibt seinen Senf dazu.

Management by Ping-Pong: Jeden Vorgang so lange zurückgeben, bis er ins Aus gerät.

Management by Gänseblümchen: Soll ich, soll ich nicht ...

Management by Herodes: Alle, die als Nachfolger in Frage kommen, werden abgemurkst.

Management by Moses: Sein Volk in die Wüste schicken und auf ein Wunder hoffen.

Management by Egg: Erst sorgfältig behandeln und dann in die Pfanne hauen.

Management by Efeu: Kriechend über sich selbst hinauswachsen.