Curriculum vitae – der Lebenslauf
Der Lebenslauf spielt bei der Beurteilung einer Bewerbung eine ganz
entscheidende Rolle. Hier kann der Chef oder Personalleiter lesen, womit
sich der Bewerber in den Jahren nach seinem Schulabschluss beschäftigt
hat und welche beruflichen Qualifikationen er mitbringt. Und er kann
Rückschlüsse auf den beruflichen wie auch privaten Lebensverlauf und die
Lebenseinstellung des Bewerbers ziehen.
Weil dieses Dokument so relevant für Ihren Bewerbungserfolg ist, sollten
Sie natürlich, wie auch bei Ihrer restlichen Mappe, keine Mühe scheuen,
es so überzeugend, umfassend und übersichtlich wie möglich zu gestalten.
Achten Sie auf einen geordneten Aufbau und eine einheitliche Darstellung
auf blütenweißem Papier mit einheitlich schwarzer Schriftfarbe – beim
Lebenslauf ist weniger Ihre Kreativität und Fantasie, als Ihr Sinn für
Ordnung gefragt!
Der Lebenslauf sollte auf maximal zwei Seiten beschränkt werden und
keine erkennbaren Lücken aufweisen, also Zeiten, bei denen nicht
nachvollziehbar ist, mit welcher Beschäftigung Sie sie verbracht haben.
Es ist allerdings davon abzuraten, vorhandene Lücken durch Märchen aus
1001 Nacht zu stopfen.
Aufbau und Inhalt
Im Vergleich zu früher sind die Richtlinien für einen Lebenslauf
wesentlich lockerer geworden. Während vor Jahren noch handgeschriebene
laufende Texte verlangt wurden, können Sie Ihren Lebenslauf heute
stichwortartig mit dem Computer schreiben. Das erleichtert die Sache
ungemein, weil sich Schreibfehler leicht korrigieren lassen.
Um so wichtiger ist es, dass die Seiten keinen einzigen
Rechtschreibfehler enthalten und dass der Text übersichtlich auf der
Seite angeordnet ist. Lassen Sie oben und unten, rechts und links
ausreichend breite Ränder frei, das wirkt großzügig. Von links oben bis
rechts unten vollbeschriebene Blätter deuten auf einen querulatorischen
Charakter hin! Wenn Orthographie nicht Ihre Stärke ist, dann bitten Sie
jemand aus Ihrem Bekanntenkreis, Ihre Niederschrift Korrektur zu lesen.
Sollte ausdrücklich eine Schriftprobe verlangt werden – in manchen
Unternehmen will man aus Ihrer Handschrift Rückschlüsse auf Ihren
Charakter ziehen – müssen Sie nicht gleich den ganzen Lebenslauf von
Hand schreiben, einige Sätze genügen.
Ob Sie eine entsprechende Überschrift einsetzen oder Ihren Lebenslauf
mit Datum, Ort und Unterschrift abschließen, bleibt mittlerweile
ebenfalls Ihnen überlassen. Probieren Sie am besten beides aus und
wählen Sie dann die Variante, die Ihnen am besten gefällt.
Entscheiden Sie, bevor Sie loslegen, ob Sie den Lebenslauf chronologisch
(also von der Schulzeit bis heute) oder gegenchronologisch (also von
heute zurück zur Schulzeit) aufbauen möchten. Üblich ist normalerweise
eine chronologische Aufzählung der Fakten. Wofür auch immer Sie sich
entscheiden: Die Linie muss konsequent durchgezogen werden.
Zunächst sollten Sie das Ganze nach Stichpunkten in drei bis vier Teile
gliedern und diese dann später mit Ihren Angaben füllen.
Der erste Teil ist Ihren persönlichen Daten, wie Name, Geburtsdatum,
Adresse und Familienstand vorbehalten. Früher musste man die Berufe der
Eltern angeben – heute wird darauf in der Regel verzichtet. Schließlich
tragen diese, vor allem wenn Sie schon etwas älter sind, nichts
Wesentliches zur Sache bei.
Im zweiten Teil beschreiben Sie Ihren vollständigen beruflichen
Werdegang, von Ihrem Schulabschluss bis zu Ihrer jetzigen oder letzten
Anstellung. Sie können diesen Abschnitt auch in zwei Teile untergliedern
und der Schulausbildung und den Berufserfahrungen jeweils eine eigene
Überschrift geben.
Der dritte bzw. vierte Teil enthält alle zusätzlichen Informationen, die
Sie von sich preisgeben möchten. Die Angaben, die Sie hier machen,
sollten Ihre Persönlichkeit primär in ein positives Licht rücken.
Schreiben Sie also stichwortartig auf, ob Sie beispielsweise
ehrenamtlich tätig waren und erwähnenswerte Auslandsaufenthalte,
besondere Sprachkenntnisse oder Weiter- und Fortbildungen vorweisen
können. Zu einer Aufzählung Ihrer Hobbys sollten Sie sich nur
entschließen, wenn Sie mit etwas ganz besonderem aufwarten können. Doch
Achtung: Bei einer langen Liste von Ehrenämtern und Hobbys könnte sich
der Personalchef fragen, ob Sie überhaupt noch Zeit für Ihren Beruf
haben. Auch besonders gefährliche Hobbys sollten Sie lieber nicht
erwähnen. Schließlich möchte kein Chef, dass sein Mitarbeiter ständig
wegen gebrochener Knochen ausfällt.
Sobald Sie alles fertig haben, sollten Sie überprüfen, ob sich bei den
Jahresangaben keine Fehler eingeschlichen haben. Es wäre fatal, wenn
eine Lücke in Ihrem Werdegang zu finden ist, die eigentlich gar nicht
existiert.
Nun gilt es, tatsächliche Lücken zu füllen. Sind Sie nach der Schule für
ein Jahr durch die Welt gereist? Haben Sie zwischendurch Praktika
gemacht, Verwandte gepflegt oder Ihre Kinder betreut? Oder haben Sie
vielleicht die Möglichkeit eines Sabbatjahres genutzt? Bleiben Sie
möglichst nahe bei der Wahrheit und versuchen Sie, Ihren Lebensverlauf
plausibel und nachvollziehbar erscheinen zu lassen. Weltenbummler können
ihre Fernreisen zum Beispiel einbauen, indem sie auf dort errungene
Sprachkenntnisse oder soziales Engagement hinweisen. Und es gibt Fälle,
in denen Zeiten der Arbeitslosigkeit mit familiärem Engagement erklärt
wurden...
Lebenslauf fürs Ausland
Für eine Bewerbung bei einem ausländischen Unternehmen gelten andere
Richtlinien – auch beim Lebenslauf! Aufbau und Inhalte sollten in etwa
gleich sein, wobei Sie sich in den Niederlanden nicht an einen
bestimmten Umfang halten müssen – je mehr, desto besser.
Besondere Betonung sollten Sie in diesem Fall natürlich auf Ihre
Sprachkenntnisse legen und diese gleich schriftlich unter Beweis
stellen. Auch wenn Sie die fremde Sprache perfekt beherrschen, lassen
Sie Ihre Unterlagen möglichst von einem Muttersprachler Korrektur lesen
– sicher ist sicher!
Erwähnen Sie in Ländern mit elitärem Hochschulsystem Ihren Abschluss an
einer Universität oder Fachhochschule, ist es sinnvoll, ein kleines
Ranking mit Quellenangabe beizulegen. Da in diesen Staaten besonderer
Wert auf eine entsprechend hocheingestufte Uni gelegt wird, können Sie
mit Ihren Angaben punkten – aber genauso auch verlieren.
Berufsabschlüsse oder Themen von Diplomarbeiten einfach nur zu
übersetzen, hat wenig Sinn, da eine wörtliche Übersetzung meist
nichtssagend ist. Fügen Sie also eine kurze Erklärung zur deutschen
Bezeichnung hinzu – damit können Sie nicht nur sprachlich einen guten
Eindruck machen.
Genauso sinnlos ist eine deutsche Schul- oder Abschlussnote, wenn der
Personalchef keine Vergleichsmöglichkeiten hat. Versuchen Sie deshalb,
entweder die Note quasi zu „übersetzen“ oder überschlagen Sie, in
welchem Bereich Ihre Note liegt und geben Sie sie dann als Prozentzahl
an. Schon kann der Leser Ihre Leistung bewerten – und er wird Ihre
Bewerbung dann hoffentlich auf den „Zweite-Runde-Stapel“ legen.
Alle, die auf Nummer sicher gehen wollen, können sich den offiziellen
Europäischen Lebenslauf in 13 verschiedenen Sprachen zum Beispiel bei
CEDEFOP downloaden. Dieser Vordruck hat sich allerdings noch nicht in ganz
Europa durchgesetzt – holen Sie deshalb vorher Erkundigungen darüber ein.