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Leasen oder kaufen?


Ob Auto, PCs, Maschinen oder ganze Produktionsanlagen: Wenn größere Anschaffungen notwendig werden, stellt sich die Frage: Ist genügend Eigenkapital für einen Kauf vorhanden? Wenn ja, soll es wirklich eingesetzt und damit die Liquidität, also der finanzielle Spielraum des Unternehmens, eingeschränkt werden? Ist es vielleicht sinnvoller, die Investition über einen Kredit zu finanzieren? Und spielt die Bank dabei überhaupt mit? Oder soll das Objekt geleast werden?

Für kleine Unternehmen und den Mittelstand wird es immer schwieriger, von den Banken Kredite zu erhalten – selbst für kürzere Zwischenfinanzierungen. Und damit wird es immer wichtiger, über eine möglichst hohe Eigenkapitalquote zu verfügen. Auch deshalb setzen in den letzten Jahren Unternehmen verstärkt auf Leasing. Doch weil auch dieses Vor- und Nachteile hat, gilt es, sich kundig zu machen und zu rechnen. Und erst dann zu entscheiden.

Leasing? Was ist das eigentlich genau?

Der Begriff „Leasing“ kommt aus dem Englischen (to lease) und heißt auf deutsch „mieten“ oder „pachten“. In beiden Fällen, also beim Leasing und bei der Miete – und damit anders als beim (kreditfinanzierten) Kauf –, verbleibt das Eigentum am Objekt immer beim Leasinggeber bzw. Vermieter und geht nicht auf Sie als Nutzer über. Selbst nach langjährigen laufenden Zahlungen gehört Ihnen das Gut also nicht. Denn die Devise lautet: Nutzen statt kaufen!

Entsprechend müssen Sie als Nutzer die Anschaffungskosten nicht finanzieren. Beim Mieten müssen Sie nicht einmal für die Instandhaltung aufkommen – beim Leasing allerdings schon. Hier gehen Wartungskosten und Reparaturen auf Ihre Rechnung. Es sei denn, Sie haben einen Leasingvertrag mit Fullservice abgeschlossen.
 
















Entweder Sie leasen Ihr Investitionsgut direkt beim Hersteller oder bei einer Leasinggesellschaft, die es nach Ihren Vorstellungen für Sie kauft und dann an Sie verleast. Beim typischen Leasing geht das Leasinggut wahlweise nach Ablauf des Vertrags an den Leasinggeber zurück oder Sie können es ihm abkaufen. Deshalb nennt man Leasing auch oft Mietkauf – der Fachmann spricht vom Finance-Leasing oder Finanzierungsleasing. Beim Operate-Leasing hingegen ist eine Kaufoption von vorneherein nicht vorgesehen.

Vorteile des Leasings

Neben dem bereits eingangs erwähnten Vorteil, kein Kapital zu binden und sich einen finanziellen Handlungsspielraum erhalten zu können, ohne sich von Banken abhängig machen zu müssen, bietet das Leasing eine langfristige sichere Kalkulationsgrundlage: Die Leasingraten stehen über die gesamte Vertragszeit fest und ändern sich nicht.

Außerdem müssen Sie Ihre Raten erst ab dem Zeitpunkt überweisen, ab dem Ihnen das Objekt zur Nutzung zur Verfügung steht (und nicht schon lange vorher, wie dies zum Beispiel bei Immobilien meist der Fall ist). Nach dem Motto „Pay as you earn“ können Sie Ihr Leasinggut folglich für die Auftragseinwicklung einsetzen – und mit dem verdienten Geld die Leasingraten bezahlen.

Da beim Leasing eine individuelle Vertragsgestaltung möglich ist, können Sie die Laufzeit, die Zahlungsweise (monatlich oder vierteljährlich, progressiv = steigend oder degressiv = fallend, aussetzend = mit Unterbrechungen) und den Restwert so weit wie möglich an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen. Es lohnt sich also, verschiedene Angebote einzuholen und die Finanzierungskonditionen zu vergleichen.
 
Bei hohen Investitionssummen wird auch der Leasinggeber einen Nachweis verlangen, wie gut es finanziell um Ihr Unternehmen bestellt ist. Weil bei einem Scheitern des Vertrags die Maschine oder das Fahrzeug aber wieder an den Leasinggeber zurückfällt und dieser über das Know-how und die Kontakte verfügt, um es schnell zu verkaufen oder weiterzuverleasen, sind Leasinggesellschaften meist auch dann noch zum Vertragsabschluss bereit, wenn Banken eine Kauffinanzierung verweigern.

Nicht zuletzt bietet das Leasing steuerliche Vorteile: Leasingraten sind voll als Betriebsausgaben absetzbar. Und: Leasing ist bilanzneutral – was wiederum der Kreditwürdigkeit Ihres Unternehmens zugute kommt. Lediglich die Leasingraten tauchen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Betriebsausgaben auf.

Nachteile des Leasings

Wer ein Objekt least, anstatt es zu kaufen, kann es auch nicht einfach wieder verkaufen, wenn sich die Lage geändert hat und das Objekt nicht mehr benötigt wird. Ein Leasingvertrag ist in der Regel nicht kündbar – man legt sich also auf längere Zeit fest und hat Fixkosten, die – komme was da wolle – beglichen werden müssen. Andererseits kann der Leasinggeber den Vertrag sofort kündigen, wenn Sie Ihren Zahlungen nicht nachkommen – und dabei auch noch Schadenersatz fordern.

Zudem zahlen Sie beim Leasing in der Regel insgesamt mehr, als wenn Sie das Produkt kaufen würden – meist sogar mehr als bei einem fremdfinanzierten Kauf. Dazu kommt: Wer Barzahlung anbietet – zum Beispiel beim Autokauf –, dem werden oft hohe Rabatte eingeräumt. Gerade in derartigen Fällen sieht die Rechnung also nochmals anders aus.
 
Wenn Sie nur über eine dünne Finanzdecke verfügen, sollten Sie deshalb nicht nur über die Alternative „Leasing oder Neukauf“, sondern auch über den kostengünstigeren Kauf aus zweiter Hand nachdenken. Denn gerade bei Produkten mit hohem Wertverfall kann es sich durchaus lohnen, auf die neueste Generation zu verzichten – zugunsten eines besseren Schlafs, weil die laufenden Kosten und die Schulden weniger drücken.

Bildquelle: www.pixelquelle.de