LeitzKnowHow

Kritik am Chef

 

Bestimmt waren Sie auch schon öfter in dieser Situation: Sie sind mit einer Entscheidung Ihres Chefs absolut nicht einverstanden oder mit der momentanen Zusammenarbeit unzufrieden. Was tun? Den Ärger hinunterschlucken? Mit ihm darüber sprechen? Und wenn ja, wie?

Sicher sollten Sie nicht bei jeder Kleinigkeit ein Gespräch mit ihm suchen. Auf grundsätzliche Dinge, die Sie wirklich stören, sollten Sie Ihren Chef aber ansprechen – denn diese lösen sich selten von alleine.

Die Vorbereitung
Gehen Sie niemals spontan und unvorbereitet in ein derartiges Gespräch – direkt nach einem Vorfall agieren Sie impulsiv und sind viel zu aufgebracht, um sachlich bleiben zu können – das aber ist das A und O. Warten Sie also lieber eine Weile, bevor Sie ihn um einen Termin für ein Gespräch unter vier Augen bitten: Einen Termin, weil dieser Wunsch deutlich macht, dass Ihnen die Unterredung wichtig ist und sie deshalb nicht zwischen Tür und Angel in fünf Minuten stattfinden kann. Und unter vier Augen, weil das Ganze nur Sie beide etwas angeht und Ihr Chef sich nicht vor der halben Belegschaft rechtfertigen muss.

Allerdings sollten Sie nicht zu viel Zeit verstreichen lassen – der Vorfall sollte Ihnen wie auch Ihrem Chef noch gut in Erinnerung sein, sonst kann es leicht passieren, dass Ihre Kritik kein Gehör mehr findet und Sie nachtragend wirken.

Legen Sie sich Ihre Argumentation schon im Vorfeld zurecht und spielen Sie das Gespräch durch – am besten, Sie notieren sich ein paar Stichpunkte. Auch Lösungsansätze sollten möglichst schon vorher entwickeln, damit Ihre Kritik konstruktiv wird und Sie nicht nur als „Anklägerin“ dastehen.

Das Gespräch
Es gibt eine goldene Regel für ein derartiges Konfliktgespräch: Bleiben Sie sachlich! Sobald Sie emotional argumentieren, werden Sie einerseits selbst angreifbar, andererseits kann Ihr Chef Ihre Kritik schnell persönlich nehmen.
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Halten Sie während des Gesprächs Blickkontakt, das wirkt offen und Sie verhindern so, dass er Ihren Fragen ausweicht und Ihre Probleme nicht ernst nimmt.

Argumentieren Sie ruhig. Beginnen Sie die Unterredung niemals mit Vorwürfen, sonst fühlt sich Ihr Gegenüber angegriffen. Zeigen Sie ihm, dass Sie den Vorfall nicht persönlich nehmen – Fehler können schließlich jedem mal passieren.

Schildern Sie die Situation aus Ihrer Sicht, und bitten Sie ihn um eine Stellungnahme. Achten Sie dabei darauf, dass Sie nicht rechthaberisch oder überheblich wirken – Ihr Vorgesetzter würde Ihnen das sicher übelnehmen. Seien Sie so natürlich und ehrlich wie möglich, aber machen Sie sich nicht kleiner als Sie sind, schließlich wollen Sie Ihren Chef auf ein echtes Problem hinweisen, das es nun gemeinsam zu lösen gilt.

Auch Drohungen oder Verallgemeinerungen sollten Sie vermeiden: Sagen Sie also zum Beispiel nicht: „Immer muss ich Sie am Telefon verleugnen“, sondern schildern Sie besser eine ganz bestimmte Situation, in der es Ihnen wirklich unangenehm war, den Anrufenden zu belügen. Denn wenn Sie ein konkretes Beispiel parat haben und mit Fakten belegen können, kann Ihr Chef sich nicht so einfach aus der Affäre ziehen, sondern muss notgedrungen auf die Situation reagieren.

Bieten Sie Lösungsvorschläge an, mit denen er sich in Ruhe auseinander setzen kann. So geben Sie dem Ganzen einen positiven Charakter und hinterlassen keinen negativen Eindruck, der das Verhältnis zu Ihrem Chef gefährden könnte. Und vergessen Sie nicht, das Treffen mit einem freundlichen Dank zu beenden – als Basis für die künftige gute Zusammenarbeit.