LeitzKnowHow
Körpersprache
 
Der Schriftsteller Paul Watzlawick hat es auf den Punkt gebracht: Man
kann nicht nicht kommunizieren. Selbst wer keinen Ton sagt, gibt ein
Statement ab – durch sein Schweigen, seine Körperhaltung, seine Mimik
und Gestik, aber auch durch sein Aussehen, seine Kleidung und seinen
Geruch.
Klar: Man soll einen Menschen nicht voreilig in eine Schublade stecken. Es stimmt aber auch: Der erste Eindruck ist entscheidend – und oft gar nicht so falsch. Der solariumgebräunte Mann mit Goldkettchen und Cowboystiefeln, der vor seinem Porsche steht, wartet wohl eher nicht auf die ungeschminkte Frau in Wollstrümpfen und wadenlangem Rock, die da eben aus dem Bus steigt, oder?
Doch selbst zarte Signale werden von anderen ganz genau wahrgenommen – wenn auch oft unbewusst. „Der steht auf Dich“, erzählen wir der Freundin, haben wir doch seine heimlichen verliebten Blicke beobachtet. „Die ist arrogant“, urteilen wir, und machen uns erst auf Nachfrage klar, dass uns ihr blasiertes Lächeln geärgert hat.
Die Körpersprache ist eine Gefühlssprache. Unterschwellig regiert sie immer mit. Wir können sie nur schwer steuern, oft aber auch schwer interpretieren: Ist der breitbeinig dasitzende Kollege ein Macho oder will er nur seine Schüchternheit überspielen?
Besonders leicht können Missverständnisse entstehen, wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Religion oder kulturellem Hintergrund zusammentreffen – wenn also etwa der heißblütige Südländer das kühle Nordlicht zur Begrüßung überschwänglich in die Arme schließt.
Die Körpersprache erschwert uns das Lügen – oder verrät uns sogar: „Klar können wir die Besprechung vorverlegen, überhaupt kein Problem“, beteuern Sie Ihrem Chef – doch Ihr schockiertes Gesicht zeigt ihm allzu deutlich: In Wahrheit ist es ein großes Problem.
Studien haben ergeben, dass sich Körpersprache nicht nur auf den anderen, sondern auch auf das eigene Ich auswirkt: „Kopf hoch“, ermuntern wir deshalb den Azubi, der die Prüfung nicht geschafft hat.
Wenn man mit hoch erhobenem Kopf durch die Welt geht, fühlt man sich selbstbewusster, als wenn man die Schultern hängen lässt. Und wer tapfer lächelt, statt zu klagen, fühlt sich tatsächlich besser.
Klar: Man soll einen Menschen nicht voreilig in eine Schublade stecken. Es stimmt aber auch: Der erste Eindruck ist entscheidend – und oft gar nicht so falsch. Der solariumgebräunte Mann mit Goldkettchen und Cowboystiefeln, der vor seinem Porsche steht, wartet wohl eher nicht auf die ungeschminkte Frau in Wollstrümpfen und wadenlangem Rock, die da eben aus dem Bus steigt, oder?
Doch selbst zarte Signale werden von anderen ganz genau wahrgenommen – wenn auch oft unbewusst. „Der steht auf Dich“, erzählen wir der Freundin, haben wir doch seine heimlichen verliebten Blicke beobachtet. „Die ist arrogant“, urteilen wir, und machen uns erst auf Nachfrage klar, dass uns ihr blasiertes Lächeln geärgert hat.
Die Körpersprache ist eine Gefühlssprache. Unterschwellig regiert sie immer mit. Wir können sie nur schwer steuern, oft aber auch schwer interpretieren: Ist der breitbeinig dasitzende Kollege ein Macho oder will er nur seine Schüchternheit überspielen?
Besonders leicht können Missverständnisse entstehen, wenn zwei Menschen mit unterschiedlicher Religion oder kulturellem Hintergrund zusammentreffen – wenn also etwa der heißblütige Südländer das kühle Nordlicht zur Begrüßung überschwänglich in die Arme schließt.
Die Körpersprache erschwert uns das Lügen – oder verrät uns sogar: „Klar können wir die Besprechung vorverlegen, überhaupt kein Problem“, beteuern Sie Ihrem Chef – doch Ihr schockiertes Gesicht zeigt ihm allzu deutlich: In Wahrheit ist es ein großes Problem.
Studien haben ergeben, dass sich Körpersprache nicht nur auf den anderen, sondern auch auf das eigene Ich auswirkt: „Kopf hoch“, ermuntern wir deshalb den Azubi, der die Prüfung nicht geschafft hat.
Wenn man mit hoch erhobenem Kopf durch die Welt geht, fühlt man sich selbstbewusster, als wenn man die Schultern hängen lässt. Und wer tapfer lächelt, statt zu klagen, fühlt sich tatsächlich besser.

Haltung
Wem schaut man eher bewundernd nach? Der Frau, die sich mit gesenktem Blick und hängenden Schultern an der Mauer entlang drückt? Oder der Frau, die mit hoch erhobenem Kopf und aufrechtem Gang die Mitte des Gehwegs für sich beansprucht?
Wen stellt man eher ein? Den Bewerber, der auf der äußersten Stuhlkante sitzt, seine Beine um die Stuhlbeine wickelt, auf den Boden schaut und die Hände im Schoß verkrampft? Oder den, der aufrecht auf dem Stuhl Platz nimmt, seinem Gegenüber in die Augen schaut und seine Worte mit offenen Gesten unterstreicht?
Die Beispiele zeigen: Eine aufrechte, ruhige Haltung signalisiert Offenheit und Selbstbewusstsein, Kompetenz und Sicherheit. Heben Sie also den Kopf, straffen Sie die Schultern, nehmen Sie mit beiden Beinen einen festen Standpunkt ein und zappeln Sie nicht herum. Probieren Sie es aus: Sie werden sich mutiger und zuversichtlicher fühlen – und das strahlen Sie dann auch aus.
Mimik
Ein offener direkter Blick zeugt von einem guten Gewissen: Ich habe nichts zu verbergen. Ein freundliches Lächeln signalisiert: Keine Angst, ich bin Dir wohlgesonnen. Beides kann Türen öffnen – und über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Schauen Sie deshalb Ihren Gesprächspartner an – zeigen Sie ihm Ihr Interesse. Und lächeln Sie ihn an – zeigen Sie ihm ihre Sympathie.
Das Gesicht spricht auch ohne Worte. Wer darauf achtet, kann die Signale leicht deuten und darauf eingehen. Gähnt Ihr Gesprächspartner? Schaut er gequält? Rümpft er die Nase? Weicht er Ihrem Blick aus? Lächelt er Sie an? Jedes Minenspiel ist ein Hinweis auf seine Befindlichkeit – und hilft Ihnen, seine Stimmung einzuschätzen. Achten Sie aus dem gleichen Grund aber auch auf Ihre eigene Mimik: Verdrehen Sie beim Gespräch mit Ihrem Chef besser nicht die Augen und machen Sie auch keinen Kleinkind-Schmollmund. Zwinkern Sie dem neuen Kollegen im Vorübergehen lieber nicht zu. Und fahren Sie nicht verführerisch mit der Zunge über die Lippen ...
Gesten
„Hände auf den Tisch“ war lange Zeit ein wichtiges Erziehungsprinzip. Und das zu Recht. Denn Gesten unter dem Tisch oder unterhalb der Taille – also außerhalb des Blickfelds – wirken, als habe man etwas zu verbergen. Zeigen Sie also Ihre Hände, nehmen Sie sie aus den Hosentaschen und verstecken Sie sie auch nicht auf dem Rücken.
Positive Gesten verstärken positive Nachrichten – negative Gesten verstärken negative Argumente. Schulterzucken und ein schlaffer Händedruck signalisieren Unsicherheit. Offene Gesten wirken freundlich, geschlossene Gesten abweisend. Überkreuzen Sie deshalb die Arme nicht vor der Brust und falten oder ballen Sie auch nicht die Hände, sondern öffnen Sie sich Ihrem Gegenüber – auch durch Ihre Gesten.
Distanzzonen
Einen halben Meter Platz um sich herum braucht ein Mitteleuropäer, damit er sich nicht bedrängt fühlt – seitlich kann es auch etwas weniger sein. In diese Intimzone darf nur eindringen, wer in einer besonders engen Beziehung steht. Und das sollten Sie unbedingt respektieren. Tun Sie es nicht, weicht Ihr Gegenüber zurück – spätestens dann sollte Ihnen Ihr Fauxpas auffallen. Rücken Sie ihm nun auf keinen Fall erneut auf die Pelle, sondern halten Sie Distanz. Sonst wird das Gespräch schnell beendet sein, weil Ihr Gesprächspartner die Flucht ergreift, bevor er buchstäblich mit dem Rücken an der Wand steht. Wir alle kennen und hassen diese Situation – wer will schon den Atem eines Fremden im Gesicht haben? Machen Sie sich also nicht unbeliebt und halten Sie Abstand.
Manchmal geht das allerdings nicht – zum Beispiel in Warteschlangen oder im Aufzug. Dann greift der Mensch zu einer Notlösung und meidet wenigstens den Blickkontakt.
Auch ob man Fremde beim Gespräch anfasst, sollte man sich genau überlegen. Asiaten und Nordeuropäer können das leicht missverstehen oder zumindest als unpassend und unangenehm empfinden. Südeuropäer hingegen haben damit in der Regel kein Problem.
März 2010
Bild: gerlinde / photocase.com