Mehr als tausend Worte...
Kennen Sie das? Sie wollen Ihrem Gesprächspartner auf eine Frage positiv
antworten, weil sie ihn nicht kränken möchten, sind aber eigentlich vom
Gegenteil überzeugt. Sie glauben, Ihr Gegenüber merke Ihren kleinen
Schwindel nicht? Da täuschen Sie sich! Indem Sie zum Beispiel „Ja“
sagen, dabei aber unbewusst den Kopf schütteln, drücken Sie, wenn auch
ungewollt, Ihre wirkliche Einstellung aus. Doch auch an Ihrer Mimik,
Gestik und an der Art und Weise, wie Sie sprechen und sogar wie Sie
gehen, können aufmerksame Beobachter Rückschlüsse auf Ihre
Persönlichkeit, Meinung und Ihre Absichten ziehen.
Gerade in den letzten Jahren haben die persönlichen Fähigkeiten, die so
genannten Soft Skills, im Berufsalltag immer mehr an Bedeutung gewonnen.
Sie spielen nicht zuletzt bei der Teamarbeit eine wesentliche Rolle. Bei
Konferenzen oder Gesprächen mit Kollegen, Vorgesetzten, Mitarbeitern und
Kunden verbessert eine angemessene Körpersprache nicht nur die
Kommunikation, auch Konfrontationen können durch den bewussten Einsatz
der Gefühlssprache vermieden werden. Erweitern Sie Ihre Kenntnisse im
Bereich der nonverbalen Kommunikationsebene und gestalten Sie so Ihre
zwischenmenschlichen Beziehungen aktiver!
Keep smiling
Ein Lächeln wirkt oft Wunder – sowohl bei anderen, als auch bei uns
selbst. Wer häufig und gerne lacht, hat nicht nur eine positivere
Grundeinstellung zum Leben, sondern strahlt auch Selbstbewusstsein aus.
Ein freundliches Lächeln am Telefon lässt Ihre Stimme sympathisch
wirken. Testen Sie es doch einfach und nehmen Sie mit Leuten, die Ihnen
auf der Straße begegnen, Blickkontakt auf. Schenken Sie ihnen ein
freundliches Lächeln, und freuen Sie sich über den positiven Effekt: Die
meisten werden zurücklächeln oder Sie sogar freundlich grüßen. Begegnen
Sie auf diese Weise auch Ihren Kollegen oder Kunden und wenden Sie sich
Ihrem Gesprächspartner voll zu. Ein schiefes Lächeln wirkt allerdings
eher unglaubwürdig und unsympathisch; und wenn Sie dann auch noch einen
Mundwinkel anheben signalisieren Sie – wenn auch unbewusst – Arroganz
und Zynismus.
Wichtige Signale gehen außerdem von den Augen aus: Schenken Sie Ihrem
Gesprächspartner deshalb einen offenen, freundlichen Blick. Sie zeigen
damit Ihr Interesse und stimmen ihn positiv. Starren Sie Ihrem Gegenüber
aber nicht unverwandt und zu intensiv in die Augen, das wird als
aufdringlich empfunden und verunsichert Ihr Gegenüber. Halten Sie selbst
einen Vortrag, dann blicken Sie Ihre Zuhörern am besten neugierig an.
Damit signalisieren Sie Interesse an der Reaktion der Zuhörer. An
offenen, freundlichen Blicken erkennen Sie deren Zustimmung; Naserümpfen
sowie zusammengekniffene Augen sind dagegen ein Zeichen von Missfallen.
Nicht zuletzt von großer Bedeutung sind Gesten. Sind Sie ein Mensch, der
gerne gestikuliert? Dann achten Sie darauf, dass sich Ihre Hände
oberhalb der Taille befinden. Gesten unterhalb der Taille werden nämlich
als negativ empfunden. Das gilt auch für Hände, die sich in den
Hosentaschen oder hinter dem Rücken verbergen. Benutzen Sie Ihre Hände
stattdessen lieber für öffnende oder freundlich zeigende Gesten.
Verschränken Sie während eines Gesprächs nie die Arme vor der Brust, Sie
drücken damit Ablehnung aus. Durch Schulterzucken und das Aufdrehen der
Handflächen unterhalb der Taille – so genannten Entschuldigungsgesten –
zeigen Sie sich hilflos und unterwürfig.
Der richtige Standpunkt
Sie sind nervös, weil Sie einen Vortrag vor einem größeren Publikum
halten müssen? Keine Angst, das geht vielen Menschen so. Aber bitte
übertragen Sie Ihre Aufregung nicht auf die Zuhörer, die sich dann nicht
mehr auf den Inhalt Ihres Vortrags konzentrieren können. Wichtig ist
zunächst ein selbstbewusstes Auftreten, auch um sich selbst Mut zu
machen. Nehmen Sie zielstrebig – aber nicht hektisch – den Standort ein,
von dem aus Sie sprechen werden. Stehen Sie aufrecht, aber nicht
verkrampft, und verteilen Sie das Gleichgewicht auf beide Füße. Werfen
Sie einen offenen, freundlichen Blick in die Runde und sammeln Sie
gleichzeitig die Blicke des Publikums. Atmen Sie tief durch und beginnen
Sie dann mit Ihrem Vortrag.
Achten Sie darauf, dass Sie ruhig und aufrecht stehen, während Sie Ihre
Argumente vorbringen – wie ein Fels in der Brandung. Denn genauso
„felsenfest“ sind Sie von Ihren Thesen überzeugt und wollen das auch
Ihren Zuhörern demonstrieren. Wer unruhig herumzappelt, den Blick
abwendet oder gar nervös in den Unterlagen kramt, wirkt nicht gerade
überzeugend. Beobachten Sie stattdessen aufmerksam die Reaktionen im
Publikum. Die junge Dame, die Ihren Vortrag mit Stirnrunzeln verfolgt,
meldet sich zu Wort. Ihre kritischen Überlegungen überraschen Sie
keinesfalls – Sie haben ihre Meinung bereits aus ihrer Körpersprache
gedeutet und innerlich schon auf „Verteidigung“ geschaltet.
Denken Sie daran: Oft sagen Gesten mehr als tausend Worte und werden Sie
deshalb zum aufmerksamen Beobachter. Schenken Sie den Signalen, die
unbewusst von uns und anderen ausgehen Aufmerksamkeit und Vertrauen Sie
ihnen, denn: Im Zweifelsfall ist es nicht der Körper, der lügt.
Bildquelle: snygo.com