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Körperkontakt

Don’t touch!
Auch wenn es heutzutage viel lockerer als früher zugeht: Am und im Umfeld des Arbeitsplatzes sollten Sie Körperkontakt nur sehr zurückhaltend einsetzen. Händeschütteln oder ermunterndes auf die Schulter Klopfen im Kollegenkreis sind völlig okay. Doch diese Körperzonen sind auch schon die einzigen, die man bei Kollegen oder Personen, die nicht zum engeren Bekanntenkreis zählen, berühren sollte. Klar verspürt man in bestimmten Situationen den Reflex, den anderen tröstend in den Arm zu nehmen oder aus lauter Freude an sich zu drücken – doch Vorsicht, diese Gesten werden leicht missverstanden. Auch ständiges Arm Tätscheln oder auf die Schulter Tippen kommt nicht gut an – die meisten Menschen fühlen sich „unangenehm berührt“. Sie sollten also lieber davon Abstand nehmen.

Apropos Abstand: Sicher haben Sie schon mal bemerkt, dass Sie zurückweichen, wenn Ihnen jemand bei einem Gespräch zu dicht auf die Pelle rückt. Jeder Mensch hat um sich herum eine imaginäre Sicherheitszone, deren Überschreitung als bedrohlich empfunden wird. Deshalb sollten Sie diesen Raum respektieren. Falls Sie sich unsicher sind, wie nahe Sie Ihrem Gegenüber kommen dürfen, stellen Sie sich einfach dessen ausgestreckten Arm als Radius um seinen Körper vor. Das ist genau der Sicherheitsabstand, den jeder Mensch bei sich toleriert und der nicht unterschritten werden darf, will man die Intimsphäre des anderen nicht verletzen.
 
















Berührungen sind aber nicht nur Träger emotionaler Botschaften; sie können, vor allem in der Arbeitswelt, auch den Status einer Person unterstreichen. Der Staatspräsident führt den Gast auf seinen Platz, indem er ihm die Hand auf den Rücken legt – dieses Bild haben Sie im Fernsehen bestimmt schon mal gesehen. Der Vorgesetzte klopft seinem Mitarbeiter als Zeichen der Anerkennung wohlwollend auf die Schulter. Der Chef zieht seinen Lehrling am Arm, um ihm etwas zu zeigen. Umgekehrt sind all diese Situationen unvorstellbar. Wer wen berührt lässt folglich Schlüsse auf die Stellung der beteiligten Personen zu. Sie sollten also dringend davon absehen, Ihrem Chef lobend auf die Schulter zu klopfen – diese Geste steht nur Höherrangigen zu; sie ist ein gesellschaftlich anerkanntes Statussymbol.

Körperkontakt über die Grenzen hinaus

So schwierig das richtige Verhalten im eigenen Land ist – noch komplizierter wird es, wenn man mit Kunden oder Geschäftspartnern aus anderen Ländern zu tun hat. Denn überall herrschen andere Sitten: auch beim Körperkontakt. Während man sich in Frankreich mit zwei Küssen auf die Wangen begrüßt, läuft man in China schon mit einem Händedruck Gefahr, sich falsch zu verhalten. Auch in Großbritannien oder Skandinavien sollte man sicherheitshalber auf Abstand gehen, um nicht als aufdringlich zu gelten. Und in den USA ist vor allem für Männer Vorsicht angesagt: Hier kann die unschuldig gemeinte Berührung einer Kollegin schnell als sexuelle Belästigung ausgelegt werden.

Generell kann man sagen: Je weiter südlich man kommt, desto überschwänglicher sind die Menschen. So kann es Ihnen leicht passieren, dass Sie selbst sich während einer Geschäftsreise im Süden Europas etwas mehr Distanz ersehnen.

Doch wo auch immer Sie sich aufhalten: Üben Sie Toleranz gegenüber anderen. Erkundigen Sie sich vorher über die Gepflogenheiten und akzeptieren Sie die Intimsphäre Ihrer Mitmenschen – so wie auch Sie möchten, dass Ihnen niemand unerwünscht zu nahe kommt.