LeitzKnowHow

Kopfschmerzen vermeiden

 

Kopfschmerzen sind zermürbend. Sie halten uns nicht nur vom Arbeiten ab, sondern können uns stunden- oder sogar tagelang völlig lahm legen.

Oft werden sie als Wehwehchen angesehen, das man mit einer Tablette selbst kurieren kann. Bei seltenen Attacken oder nach einer durchzechten Nacht ist das auch vertretbar – manchmal ist es sogar besser, gleich etwas gegen die Schmerzen zu tun, anstatt so lange abzuwarten, bis sie unerträglich stark werden und ein einfaches Aspirin nicht mehr hilft.

Warnsignale nicht einfach ignorieren
Allerdings sind Schmerzen immer ein Warnsignal des Körpers. Sie sollten deshalb den Ursachen auf den Grund gehen und spätestens dann zum Arzt gehen, wenn die Schmerzen häufig auftreten oder länger als drei Tage andauern. Denn eine falsche Eigenbehandlung kann schlimme Folgen haben:

Acetylsalicylsäure (ASS) zum Beispiel, ein Wirkstoff in manchen Schmerztabletten, greift die Magenschleimhaut an; Kombinationspräparate belasten die Nieren. Wenn Sie also ohne Verschreibung zur Schmerztablette greifen, sollten Sie ein Mittel wählen, das nur einen Wirkstoff hat.

Absolute Warnsignale sind Sehstörungen, Nackensteifheit, Übelkeit und Erbrechen sowie eine Verschlimmerung der Schmerzen – im schlimmsten Fall kann es sich um einen Tumor oder eine Hirnblutung handeln!

Migräne
Wer unter Migräneanfällen leidet, hat ein schweres Los zu tragen. Dass manche Menschen es immer noch witzig finden, Migräne mit Zimperlichkeit gleichzusetzen, ist deshalb eine Beleidung all derer, die oft tagelang von so schweren Attacken heimgesucht werden, dass sie es vor Schmerzen nur noch in abgedunkelten Räumen aushalten. Migränepatienten kann man nicht mit einfachen Tipps helfen. Oft ist sogar der Hausarzt überfordert. Doch auch in diesem Fall sollte man nicht aufgeben, sondern sich an eine spezialisierte Schmerzklinik überweisen lassen!
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Zum Glück treten Kopfschmerzen jedoch meist nicht in dieser schweren Form auf und haben auch keine ernsten körperlichen Ursachen. In diesen Fällen gibt es Möglichkeiten, ihre Entstehung zu vermeiden – und das ist natürlich besser als jede Medizin.

Die Spannung steigt...
Die häufigste Form sind die sogenannten Spannungskopfschmerzen. Die Muskelschicht, die wie ein Mantel außen um den Schädelknochen liegt, spannt sich an – es entsteht das Gefühl, dass bestimmte Regionen oder gar der ganze Kopf zusammengepresst werden. Das Gehirn selbst kann übrigens keinen Schmerz empfinden – lediglich die Gehirnhaut, von der es umgeben ist.

Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind zum Beispiel Stress, Schlafmangel, übermäßiger Konsum von Nikotin oder Alkohol, Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich oder Wetterfühligkeit.

Wer auf diese nervenden Schmerzen verzichten möchte, sollte die Ursachen vermeiden: Lernen Sie, besser mit Stress umzugehen – autogenes Training kann hier zum Beispiel eine gute Hilfe sein. Reduzieren Sie Ihren Alkohol- und Nikotinkonsum (gerade wenn es stressig wird, greift man schneller zur Zigarette). Schlafen Sie genug. Gönnen Sie sich bei der Arbeit immer mal wieder eine Pause – und bewegen Sie sich, damit sich die Muskeln lockern. Auch eine Massage der eigenen Kopfhaut kann manchmal Wunder wirken.

Wasser und Sauerstoff sind Lebenselexiere
Sehr häufige, aber harmlosere und leicht zu behebende Ursachen für Brummschädel sind Sauerstoff- oder Flüssigkeitsmangel.

Ein Erwachsener sollte am Tag allermindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Kaffee und alkoholische Getränke dürfen dabei nicht mitgerechnet, sondern müssen genau genommen sogar abgezogen werden. Denn Koffein und Alkohol regen die Nieren zur verstärkten Wasserausscheidung an und trocknen den Körper somit aus (dadurch erklärt sich auch der „Brand“ nach verstärktem Alkoholkonsum).
Stellen Sie sich also morgens am besten eine große Flasche Wasser auf den Schreibtisch – und achten Sie darauf, dass Sie sie bis abends ausgetrunken haben!

Gewöhnen Sie sich außerdem an, Ihr Büro immer wieder kräftig zu lüften – kurzes Stoßlüften ist übrigens ökonomischer und ökologischer als über längere Zeit ein Fenster schräg zu stellen.

Den Durchblick behalten
Auch schlecht angepasste – oder fehlende – Brillen und die damit verbundene Anstrengung beim Sehen können Kopfschmerzen verursachen. Wer häufig darunter leidet, sollte also vom Augenarzt seine Sehfähigkeit überprüfen lassen.

Planen Sie feste Pausen ein, wenn Sie viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Weitere Tipps, wie Sie sich auch bei Schreibtisch-Jobs entspannen können, finden Sie unter dem Stichwort „Fit im Büro“.

Viele Menschen reagieren empfindlich auf extreme Helligkeit und UV-Strahlung. Vermeiden Sie deshalb, sich im Sommer in der prallen Mittagshitze in die Sonne zu setzen. Wenn es doch sein muss, sollten Sie unbedingt eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung tragen.

Auch Eisenmangel kann übrigens eine Ursache sein. Abhilfe können hier Dragees oder Säfte aus der Apotheke schaffen.

Viele Frauen kennen die Tage, an denen Kopfschmerzen drohen, genau. Denn bei ihnen sind Hormonschwankungen während des Zyklus Auslöser der bohrenden Schmerzen im Kopf.

Buchführen
Bei häufig wiederkehrenden Schmerzen empfehlen Fachleute ein sogenanntes „Kopfschmerz-Tagebuch“. Darin sollten Sie über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten festhalten, wann die Schmerzen auftreten und wie stark sie (auf einer Skala von 1-5) sind. Dazu gehören zum Beispiel Stress, Konsum von Alkohol, Nikotin oder Koffein, die Wetterverhältnisse und die Art und Dauer des Schmerzes. Frauen sollten zudem vermerken, in welcher Phase des Monatszyklus die Kopfschmerzen auftreten.

So ermöglichen Sie Ihrem Hausarzt eine differenzierte Diagnose – und er kann Ihnen die richtigen Tipps geben, wie sie die Schmerzen loswerden!