Keep cool
Sicher ist ein gutes Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen
erstrebenswert. Schließlich verbringt man mit ihnen mehr Zeit als mit
der eigenen Familie. Manche Menschen sind unkompliziert, mit ihnen fällt
die Zusammenarbeit leicht. Bei anderen braucht man viel Geduld. Weil
jedoch mit einer schlechten Stimmung im Büro niemandem gedient ist,
empfiehlt es sich, ruhig zu bleiben.
Wie aber geht man mit Kollegen um, deren Verhalten zum
Aus-der-Haut-fahren ist – und bei denen ein vernünftiges Gespräch nichts
bringt? Denken Sie daran: Fast immer ist die Ursache mangelndes
Selbstwertgefühl – selbst wenn auf den ersten Blick das Gegenteil der
Fall zu sein scheint. Deshalb hilft es meistens, das Selbstbewusstsein
des Gegenübers durch positive Rückmeldungen zu stärken – auch wenn einem
dies in manchen Fällen schwerfallen kann.
Die im folgenden beschriebenen Typen kommen Ihnen bestimmt bekannt vor.
Sie treten allerdings selten in Reinform auf: Neider sind oft
gleichzeitig Streber, Angeber meistens auch Egoisten – und dass
Klatschtanten echte Quasselstrippen sind, versteht sich von selbst.
Der Angeber
Gehört Ihr Kollege zu den Menschen, die ständig darauf aufmerksam machen
müssen, wie super sie sind? Glaubt er, einfach immer alles besser zu
können, egal, worum es gerade geht? Können Sie dieses ewige Wichtiggetue
einfach nicht länger ertragen? Dann versuchen Sie es mal mit der
folgenden Strategie: Zeigen Sie ihm Ihr charmantestes Lächeln und halsen
Sie ihm mit den Worten „Sie können das doch viel besser als ich“ die
Arbeit auf, zu der Sie nun wirklich gar keine Lust haben. Alternativ
können Sie ihn auch vor versammelter Mannschaft überschwänglich loben:
„Also, Herr Maier, Sie sind wirklich ein ganz toller Hecht.“
Der Egoist
Es ist immer das Gleiche: Alles soll so ablaufen, wie es für ihn am
besten ist. Nie denkt er an die anderen. Lassen Sie ihn gewähren, wenn
es um Kleinigkeiten geht. Bei wichtigen Dingen sollten Sie allerdings
nicht ständig klein beigeben. Machen Sie Ihren Kollegen darauf
aufmerksam, wenn er gewonnen hat, und fordern Sie dafür einen Ausgleich
ein: Du kannst am ersten Brückentag freinehmen. Und ich dafür am
nächsten. Oder: Heute hole ich für alle das Essen. Morgen bist du dran.
Die Klatschtante
Sie kennt immer den neuesten Tratsch – und wenn die Gerüchteküche gerade
mal nicht brodelt, dann schürt sie eben selbst das Feuer. Unterbrechen
Sie sie sofort in ihrem Redefluss, und sagen Sie ihr klar und deutlich,
dass Sie Klatsch nicht interessiert. Sollten Sie herausfinden, dass sie
hinter Ihrem Rücken über Sie tratscht, dann sprechen Sie sie direkt
darauf an. Angriff ist die beste Verteidigung! Vor allem bei bösartigen
Unterstellungen ist eine rasche Klärung wichtig. Übrigens: Wer sich am
Tratsch beteiligt, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst
ins Schussfeld gerät.
Der Neider
Immer fühlt er sich ungerecht behandelt. Nie kann er sich über die
Erfolge anderer freuen – und die eigenen sieht er gar nicht. Immer
schielt er nach denen, denen es vermeintlich besser geht. Was tun?
Halten Sie ihm einen Spiegel vor, in dem er nur sich selbst sieht. Loben
Sie seine Arbeit. Oder sein schickes Outfit. Machen Sie ihm bewusst,
dass er als einziger aus der Abteilung an einer Fortbildung teilnehmen
darf. Und nur er das Glück eines Büros mit schöner Aussicht hat.
Die Quasselstrippe
Ihre Kollegin führt stundenlang private Telefongespräche. Und Sie wissen
vor lauter Arbeit nicht, wo Ihnen der Kopf steht. Warten Sie nicht, bis
sich Ihre Wut aufgestaut hat. Sondern sprechen Sie mit ihr, wenn Sie
wenigstens einigermaßen ruhig sind. Am besten, Sie teilen dabei die
Arbeit untereinander so auf, dass jeder genau weiß, was er bis wann zu
tun hat. Sie können Ihre Kollegin auch bitten, für ihre privaten
Telefonate das Büro zu verlassen. So wird ihre Privatsphäre gewahrt –
und Sie werden wenigstens nicht in Ihrer Konzentration gestört.
Der Streber
Am liebsten würde er sich dem Chef auf den Schoß setzen. Ständig drängt
er sich vor, um auch ja alle Lorbeeren für sich einzuheimsen. Im Umgang
mit Strebern gibt es eigentlich nur eine sinnvolle Verhaltensweise:
Ignorieren und sich auf die eigene Arbeit konzentrieren. Es bringt
nichts, wenn Sie sich aufregen – schonen Sie lieber Ihre Nerven. Wenn es
Sie befreit, können Sie ihm in einer ruhigen Minute sachlich mitteilen,
dass Streber im Kollegenkreis kein gutes Ansehen genießen.
Der Träumer
Während Sie fünf Dinge gleichzeitig zu erledigen versuchen, sitzt Ihr
Kollege seelenruhig an seinem Schreibtisch und arbeitet gemütlich vor
sich hin. Doch trödelt er wirklich? Oder lässt er sich einfach nicht aus
der Ruhe bringen? Sind Ihr Arbeitsstil und Ihr Arbeitstempo wirklich der
einzige Maßstab? Das sollten Sie zuallererst überdenken. Wenn Sie dann
immer noch der Überzeugung sind, dass Ihr Kollege mit der
Geschwindigkeit einer Schnecke arbeitet, dann sollten Sie herausfinden,
welche Ursache seine langsame Arbeitsweise haben könnte. Fühlt er sich
überfordert? Setzt er zu hohe Qualitätsmaßstäbe? Lässt er sich ablenken?
Verzettelt er sich? Sprechen Sie ihn an und versuchen Sie, ihm bei der
Lösung seiner Probleme zu helfen. Ein gutes Zeitmanagement mit der
Erstellung von Aufgabenlisten kann ein erster Schritt in die richtige
Richtung sein.
Die Wehleidige
Ihre Kollegin erscheint nicht zur Arbeit, weil sie Migräne hat? Dabei
waren letzte Woche Magenkrämpfe Anlass für eine Krankmeldung, und die
Woche davor musste sie eine Erkältung auskurieren. Die Arbeit bleibt
inzwischen an Ihnen hängen. Kein Wunder, dass Sie nicht besonders gut
auf sie zu sprechen sind. Doch ziehen Sie bitte keine voreiligen
Schlüsse! Wiederholte Krankmeldungen müssen nicht unbedingt bedeuten,
dass sich Ihre Kollegin vor der Arbeit drücken möchte. Migräne ist eine
echte Plage, die man niemandem wünscht. Vielleicht belasten sie auch
private Probleme oder sie fühlt sich überfordert? Sprechen Sie mit ihr.
Wenn es trotzdem bei häufigen Fehlzeiten bleibt, dann sollten Sie Ihren
Chef einschalten. Denn wenn Sie ständig für zwei arbeiten müssen, werden
Sie irgendwann selbst krank.
Der Pessimist
Sein Glas ist immer halb leer. Er glaubt nicht, dass das Projekt
erfolgreich sein wird. Er weiß, dass der dicke Auftrag nie und nimmer
erteilt wird. Er sieht immer schwarz – und zieht die anderen mit in sein
Stimmungstief. Hören Sie nicht auf ihn. Bewahren Sie sich ihre positive
Einstellung. Ignorieren Sie seine Unkenrufe. Und weisen Sie ihn am Ende
darauf hin, dass seine Befürchtungen mal wieder nicht eingetreten sind.
Der Zuspät-Kommer
„Tut mir leid, aber meine Bahn hatte Verspätung“, „Man, heute war viel
Verkehr auf den Straßen“, „Wurde noch am Telefon aufgehalten“, „Hab gar
nicht gemerkt, wie spät es schon ist“. Notorische Zuspätkommer halten
den ganzen Laden auf. Da sitzt ein hochbezahltes Team von Fachleuten in
einem Meeting – und wartet auf einen, der mal wieder nicht pünktlich
sein kann. Beginnen Sie einfach ohne ihn. Fahren Sie zum verabredeten
Zeitpunkt ab – ohne ihn. Wie heißt es so schön: Wer zu spät kommt, den
bestraft das Leben.