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Interim-Management

 

Mit dem Begriff „Interim-Management“ bezeichnet man das Konzept, externe Manager für eine bestimmte Zeit ins Haus zu holen und ihnen ganz spezielle Aufgaben zu übertragen. Letztendlich ist Interim-Management also eine Dienstleistung, die man einkaufen kann.

Wann kommt der Interimsmanager?
Externe Führungskräfte werden meist gerufen, wenn in Unternehmen besondere Situationen zu bewältigen sind. Interimsmanager werden dann als externe Fachkräfte engagiert, die die gegebene Geschäftssituation analysieren, Aufgaben übernehmen und nach der Bewältigung der Situation wieder gehen. Interimsmanager können also gewissermaßen Teil des Krisenmanagements sein – man kann ihnen undankbare Aufgaben wie Bereichsschließungen, Umstrukturierungen, Abwicklungen oder Massenentlassungen übertragen. Entsprechend sehen sich Interimsmanager gerne als Feuerwehr, die kommt, wenn es irgendwo brennt.

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Eine externe Führungskraft kann aber auch eingekauft werden, wenn eine temporäre Vakanz zu überbrücken ist, zum Beispiel weil der Chef wegen Krankheit für längere Zeit ausfällt.
Oft wird allerdings schlicht und einfach Fachwissen gebraucht, das intern nicht vorhanden ist: Rechtfertigt die Aufgabe es nicht, eine permanente Stelle zu schaffen, kauft man externe Experten auf Zeit ein – eine Politik, die sich durchaus rechnen kann.
Werden neue Geschäftsbereiche gerade erst erschlossen oder eine Bereichsleitung ist noch nicht etabliert, kann ein Interimsmanager als Überleitungs- oder Überbrückungsinstanz sinnvoll sein – die externe Führungskraft agiert dann wie ein Projektleiter oder Strategieentwickler.

Manchmal wird ein externer Manager auch vom Gesetzgeber als Kontrollinstanz eingesetzt – zum Beispiel als Insolvenzverwalter, oder wenn gegen das Unternehmen ein offizielles Gerichtsverfahren angestrengt wird. Der Interimsmanager kann dann als neutrale Institution dafür sorgen, dass nichts vertuscht wird und Ruhe ins Unternehmen bringen.

Vorteile
Interimsmanager bringen in der Regel substanzielle Führungs- und Prozessoptimierungserfahrung mit. Idealerweise können sie als außenstehende Begutachter eine objektivere Problemanalyse vornehmen und als „Aufräumer“ anstehende schwierige Entscheidungen leichter durchsetzen und rechtfertigen, zumal der Interimsmanager normalerweise an der Entstehung der Probleme im Unternehmen nicht beteiligt war. Aus Abteilungsquerelen, firmeninterner Profilierungspolitik oder jahrzehntelang gewachsenen Rivalitäten im Management kann sich eine externe Führungskraft gut heraushalten – sie stellt ja für interne Führungskräfte keine Konkurrenz dar und ist nicht Teil der normalen Firmenhierarchie. Zudem ist es kein Problem, wenn sich der Interimsmanager mit seinen Entscheidungen – Kündigungen, Kürzungen, Restrukturierungen – bei den Mitarbeitern unbeliebt macht. Er verschwindet ja wieder und ist folglich ein idealer Sündenbock, der für diesen Job gut bezahlt wird.

Kritik
Problematisch kann die Rolle eines Interimsmanagers dann werden, wenn die Mitarbeiter oder das interne Führungsteam seine Entscheidungen nicht akzeptieren oder sich zu stark in seine Arbeit einmischen.
Gerade wenn sein Auftrag auf einen engen Zeitrahmen begrenzt ist, muss sichergestellt sein, dass der Übergang in den Alltag gut und reibungslos vonstattengeht. Dass die externe Führungskraft nach Beendigung der Tätigkeit Stillschweigen über die firmeninternen Prozesse zu bewahren hat, ist selbstverständlich und wird schriftlich vereinbart.

Bild: „Geschäftsreise“ © berlin-pics / pixelio.de