Immer Ärger mit dem Chef?
Was machen Sie, wenn Sie mit jemandem zusammen treffen, der eine starke
Erkältung hat? Sie kommen sicher nicht auf die Idee, sich dafür schuldig
zu fühlen. Sondern Sie setzen auf Ihre Abwehrkräfte und halten
vorsichtshalber Abstand, damit er Sie nicht anstecken kann. Wenn es
geht, nehmen Sie ihm Arbeit ab, damit er keinen Stress hat und es ihm
bald wieder besser geht. Sie trösten ihn vielleicht ein bisschen. Sie
lassen ihn ansonsten möglichst in Ruhe. Und Sie nehmen es gelassen:
Schließlich ist so eine Erkältung ja eigentlich harmlos und geht bald
wieder vorbei. So sollten Sie auch mit den Launen Ihres Chefs umgehen!
Ein Blitzableiter verhindert Schlimmeres
Auch wenn es nicht leicht ist: Bieten Sie sich hin und wieder als
Blitzableiter an. Wenn er seinen Zorn loswerden und danach wieder zur
Tagesordnung übergehen kann, ist das besser, als wenn er tagelang
schlechte Laune verbreitet.
Gute Laune wirkt ansteckend!
Lassen Sie sich von seinem Frust nicht anstecken! Denn sonst haben Sie
bald ein unerträglich tristes Arbeitsklima. Überlegen Sie, wie Sie ihn
aufmuntern können. Zeigen Sie Ihre positive Haltung, indem Sie ihm
Verständnis signalisieren – und ihm dadurch den Wind aus den Segeln
nehmen. Eine schlecht gelaunte Sekretärin wird seine Stimmung kaum
heben. Fühlen Sie sich aber auch nicht für seine Launen zuständig. Sie
können nur versuchen, in aus seinem Tief zu ziehen – wenn es nicht
klappt, muss das nicht an Ihnen liegen!
Wenn etwas schief gelaufen ist...
Sollte Ihnen ein Fehler unterlaufen sein – was jedem mal passieren kann
–, dann stehen Sie dazu. Auch das ist ein Zeichen von Stärke. Bringen
Sie die Sache wenn möglich wieder in Ordnung und entschuldigen Sie sich.
Versuchen Sie nicht, Missgeschicke zu vertuschen oder abzustreiten; Sie
zerstören dadurch nur das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Vorgesetzten.
Eine pauschale Verteidigung weckt womöglich sogar Zweifel an Ihrer
Kompetenz.
Setzen Sie Grenzen!
Wenn es immer wieder dasselbe Verhalten ist, mit dem Ihr Chef Sie „auf
die Palme“ bringt, sollten Sie ihren Ärger nicht zu oft runterschlucken.
Besser ist es, das Problem anzusprechen. Warten Sie, bis Ihre Wut auf
ihn verraucht ist, und sprechen Sie die Sache dann ruhig und gelassen
an. Wenn Sie sich zu Unrecht angegriffen fühlen und Sie beide sehr
gereizt sind, bitten Sie um Bedenkzeit und ein späteres Gespräch („Ich
muss diese Kritik erst noch für mich überdenken. Können wir morgen noch
einmal in Ruhe darüber sprechen?“). Damit signalisieren Sie, dass Sie
sich Gedanken machen und an einer Lösung interessiert sind. Und Sie
geben ihm ebenfalls Zeit, sich zu beruhigen und den Streit zu überdenken.
Sollte Ihr Chef Sie für Dinge kritisieren, die Sie nicht nachvollziehen
können, bitten Sie ihn um Fakten oder konkrete Beispiele, die seine
Vorwürfe belegen und geben Sie sich nicht mit einer Pauschalkritik
zufrieden. Scheuen Sie sich nicht, Kritik höflich von sich zu weisen,
wenn sie an die falsche Adresse gelangt ist. Sprechen Sie ihn dabei am
besten namentlich an, das führt fast immer dazu, dass der Betroffene
sich das Gesagte eher zu Herzen nimmt und überdenkt. Und entschuldigen
Sie sich nicht für Fehler, die Sie nicht verursacht haben!
Lieber ein Ende mit Schrecken...
Grundsätzlich sollten Sie Probleme mit Ihrem Chef immer erst unter sich
klären. Wenn er allerdings absolut uneinsichtig ist und keine
Bereitschaft zu einem Gespräch zeigt, hilft manchmal nur noch,
Außenstehende mit einzubeziehen. Diese Personen müssen aber unbedingt
objektiv sein!
Eine Beschwerde über den Dienstweg an den Vorgesetzten Ihres Chefs
sollten Sie erst richten, wenn Sie gar keine andere Möglichkeit mehr
sehen. Dann muss Ihnen aber klar sein, dass Ihr Verhältnis mit großer
Wahrscheinlichkeit auf Dauer zerstört ist. Trotzdem dürfen Sie sich
nicht permanent alles bieten lassen. Auch wenn Ihr Chef Ihr Vorgesetzter
ist, hat er kein Recht, Sie bloß zu stellen oder zu verletzen. Hier gilt
das alte Sprichwort „Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken
ohne Ende“.
Die positiven Seiten sehen
Niemand hat nur schlechte Eigenschaften oder ist wirklich immer
übellaunig. Machen Sie sich deshalb die positiven Seiten Ihres Chefs
bewusst. Bereitet er sich stets besonders gut auf Sitzungen vor? Ist er
ein gewiefter Taktiker? Ein mitreißender Redner? Sagen Sie es ihm! Jeder
freut sich über Lob, und außerdem fördert es ein gutes Verhältnis.