LeitzKnowHow
Höfliche Absagen
 
Klar, dass man nicht alle Anfragen positiv bescheiden kann. Und selbst
bei einer strukturierten und langfristigen Terminplanung passiert es
manchmal, dass man eine Zusage nicht einhalten kann. Deshalb kommt im
Berufsalltag niemand drum herum, immer wieder Absagen erteilen zu
müssen. Dabei ist es natürlich wichtig, Kunden oder Geschäftspartner
nicht zu vergrätzen. Denn schließlich will man auch weiterhin gut mit
ihnen zusammenarbeiten. Gefragt sind also Takt und Fingerspitzengefühl.
Einladungen ausschlagen
Auf Einladungen sollte man immer eine
Rückmeldung geben. Und zwar so schnell wie möglich. Ist eine
Entscheidung gefallen, gibt es keinen Grund, eine Antwort aufzuschieben.
Wenn noch nicht klar ist, ob Ihr Chef teilnehmen kann, sollten Sie sich
trotzdem melden und darum bitten, später definitiv Bescheid sagen zu
dürfen. Die Gastgeber werden es Ihnen danken, weil sie besser planen
können.
Weder Ab- noch Zusagen müssen übrigens staubtrocken
sein. Eine Veranstaltung zu organisieren macht zum Beispiel eine Menge
Arbeit – da freut man sich, wenn man ein bisschen Anerkennung erfährt.
Wie können Sie also im Namen Ihres Chefs reagieren, wenn er auf eine
Tagung als Referent eingeladen wird, aber nicht teilnehmen kann?
„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Leider muss ich aus terminlichen Gründen
absagen“ Diese Formulierung ist nicht zu beanstanden – aber ein bisschen
langweilig.
„Vielen Dank, dass Sie mich als Referent für Ihre
Tagung gewinnen möchten. Ich habe mich sehr gefreut, dass Sie meine
Positionen zum Thema so interessant finden, dass Sie sie den Teilnehmern
präsentieren wollen. Um so mehr bedaure ich es, dass ich Ihre Einladung
nicht annehmen kann, weil ich mich an diesem Tag auf einer
Geschäftsreise im Ausland befinde. Vielleicht klappt es ja beim nächsten
Anlass? Ich hoffe, dass Sie schnell einen Ersatz für meinen Part finden
und wünsche Ihnen und Ihren Gästen einen erfolgreichen Verlauf der
Veranstaltung.“

Das klingt ein bisschen lockerer und persönlicher. Gleichzeitig können
Sie diesem Beispiel entnehmen, was das Absageschreiben enthalten sollte:
Ihr Bedauern, eine plausible Begründung und gute Wünsche für den
Verlauf. Müssen Sie die Einladung zu einem Geburtstag, einem
Firmenjubiläum oder einer ähnlichen Feierlichkeit absagen, sind
natürlich noch Glückwünsche angebracht.
Wenn es
auf die Schnelle gar nicht anders geht, können Sie notfalls auch per
Mail, Fax oder Telefon absagen. Das ist in jedem Fall besser, als sich
gar nicht zu melden. Danach sollte aber trotzdem noch ein förmlicher
Absagebrief mit einer Entschuldigung folgen.
Wenn die Zeit
knapp wird...
Auch wenn Sie die Termine Ihres Chefs gut geplant
haben: Manchmal kommt einfach etwas dazwischen. Informieren Sie den
Betroffenen so bald wie möglich – er hat sich auf den Termin
eingestellt, bereitet sich entsprechend vor und hat vielleicht sogar
einen Flug und ein Hotelzimmer gebucht. Da ist es nur fair, wenn ihm
noch Zeit zur Umorientierung bleibt.
Kann ein Termin kurzfristig
nicht wahrgenommen werden, etwa weil Ihr Chef überraschend krank
geworden ist oder im Stau feststeckt, sollten Sie natürlich ebenfalls so
bald wie möglich Bescheid geben. Verspätungen können Sie übrigens
vermeiden, wenn Sie Termine nicht Schlag auf Schlag hintereinander
festsetzen, sondern stets einen Zeitpuffer einplanen.
Warum auch
immer Sie ein Treffen absagen müssen: Wenn es zu einem späteren
Zeitpunkt noch Sinn macht, dann sollten Sie sofort zwei oder drei
Alternativtermine anbieten. Damit machen Sie deutlich, dass Ihrem Chef
das Meeting durchaus wichtig ist. Dass Sie sich förmlich entschuldigen
und den Terminausfall oder die Verspätung begründen, sollte
selbstverständlich sein.
Wenn andere besser waren
Auf eine ausgeschriebene Stelle werden sich normalerweise mehrere
Personen bewerben. Das bedeutet, dass Sie allen – bis auf einem –
absagen müssen.
Machen Sie sich klar, dass Ihr Schreiben für den Empfänger eine große
Enttäuschung sein wird. Das können Sie nicht vermeiden – aber indem Sie
ihn nicht mit ein paar dürren Worten abspeisen, können Sie
signalisieren, dass Ihnen das bewusst ist. Sparen Sie sich den Hinweis,
dass jemand anderes den Job bekommen hat – das ist sowieso klar.
Vermeiden Sie hohle Phrasen – aber gehen Sie auch nicht zu sehr ins
Detail. Was nützt es, wenn Sie dem Bewerber mitteilen, dass er die
Nummer Zwei war? Der Trost ist gering – der Ärger, knapp am Ziel vorbei
geschrappt zu sein, um so größer.
Bedanken Sie sich für
die Bewerbung. Drücken Sie Ihr Bedauern über die Absage aus. Betonen
Sie, dass die Entscheidung nicht leicht war. Wenn das Nein an einem ganz
konkreten Punkt festgemacht werden kann – z.B. weil der Bewerber
unzureichende PC- oder Fremdsprachenkenntnisse vorzuweisen hat –,
sollten Sie mit Ihrem Chef klären, ob Sie dies erwähnen dürfen. Das kann
dem Betroffenen bei weiteren Bewerbungen helfen. Aber Achtung bei der
Formulierung: Achten Sie auf die Vorschriften des Allgemeinen
Gleichbehandlungsgesetzes. Und geben Sie dem Adressaten nicht das Gefühl,
ein Versager zu sein. Zum Schluss wünschen Sie ihm alles Gute für die
Zukunft – das gehört einfach zum guten Ton!
Ein kurzes
Beispiel kann Ihnen vielleicht weiter helfen: „Vielen Dank für Ihre
Bewerbung, der wir entnehmen konnten, dass Sie alle Qualifikationen für
die von uns ausgeschriebene Stelle mitbringen. Wir hatten nicht damit
gerechnet, dass sich so viele Interessenten auf unser Angebot melden.
Entsprechend ist uns die Auswahl sehr schwer gefallen. Nur einer kann es
werden – alle anderen müssen wir enttäuschen. Das fällt nicht leicht,
aber es muss eben sein. Bewerten Sie es also bitte nicht als persönliche
Abwertung, wenn wir Ihnen nun die traurige Mitteilung überbringen
müssen, dass wir uns nicht für Sie entschieden haben. Wir hoffen, dass
Sie sich von unserer Absage nicht entmutigen lassen und wünschen Ihnen,
dass Sie sich bald über die Zusage eines anderen Unternehmens freuen
können.“