LeitzKnowHow

Gesprächsmoderation

 

Das Wort „Moderation“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „ein Maß setzen, mäßigen, lenken“. Ein Moderator hat demnach die Aufgabe, die Teilnehmer einer Gesprächsrunde zu lenken, sie zu mäßigen und unter ihnen zu schlichten. Damit hilft er der Gruppe, zu einem guten Ergebnis zu kommen.

Zur Gesprächsmoderation braucht man Talent bzw. Charaktereigenschaften wie Sensibilität und Einfühlungsvermögen. Man sollte sich auf andere einstellen und man muss zuhören können.

Wer diese Fähigkeiten besitzt, hat die Grundvoraussetzungen erfüllt, ein guter Moderator zu werden. Er ist es noch nicht. Aber er kann es lernen.

Die Rolle des Moderators
Der Moderator ist als Diskussionslenker zu strikter Neutralität verpflichtet. Das heißt: Seine eigene Meinung ist nicht gefragt. Er diskutiert nicht mit. Sein Job ist es, darauf zu achten, dass jeder zu Wort kommt, Spielregeln eingehalten werden und sich die Diskussion nicht im Kreis dreht. Er leitet, sortiert, strukturiert, fasst zusammen – aber er bewertet nicht.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete
Sich einfach in die Runde setzen und loslegen – das ist die beste Möglichkeit, das Ganze in den Sand zu setzen. Denn eine Gesprächsmoderation will gründlich vorbereitet sein.

Organisatorisch: Der Raum sollte so groß sein, dass die Teilnehmer gut Platz finden, sich aber nicht verloren fühlen. Wichtig ist auch die Sitzordnung. Als Moderator sollten Sie alle gut sehen können, aber auch die Diskutierenden sollten sich im Blick haben. Am einfachsten ist es, man setzt sich in eine Runde. Metaplan-Tafeln, Flipcharts oder ein Overheadprojektor können hilfreich sein, um Ergebnisse schriftlich festzuhalten. Sie werden dadurch verbindlicher.
embeddedImage


















Inhaltlich: Der Moderator muss sich in das Thema einarbeiten. Denn nur dann kann er die Diskussion sinnvoll lenken und darauf achten, dass alle Aspekte beleuchtet werden. Vorbereitete Fragen erleichtern den Einstieg und helfen, die Diskussion zu strukturieren.

Wie strukturiert man eine Diskussion?
Zu Beginn werden alle Teilnehmer begrüßt. Dann wird das genaue Thema und das Ziel der Diskussion definiert bzw. genannt und die Dauer der Diskussion festgelegt. Schließlich werden die Spielregeln bestimmt. Gibt es eine Redezeitbegrenzung? Einführende Statements? Eine Pause?

In einer ersten Runde wird nun versucht, sich einen Überblick zu verschaffen und inhaltliche Schwerpunkte zu definieren. Jeder sollte mal zu Wort kommen. Am Ende dieser Phase ist die Fragestellung detailliert geklärt.

Nun wird das Thema bearbeitet. Informationen werden ausgetauscht, das Pro und Contra der verschiedenen Positionen erörtert, Lösungswege entwickelt und schließlich werden Entscheidungen getroffen.

Zum Schluss werden die Beschlüsse nochmals zusammengefasst und möglichst schriftlich fixiert. Die Teilnehmer werden mit einem Dankeschön verabschiedet. Gegebenenfalls wird ein Folgetermin vereinbart.

Tipps und Tricks
Wann ist ein Moderator gut? Wann ist er schlecht? Achten Sie mal darauf, wenn Sie die nächste Talkshow einschalten – gute Moderatoren verhalten sich in der Regel wie folgt:

Sie fassen sich kurz.
Ein Moderator darf keine langen Statements abgeben. Er soll die Diskussion in Fahrt bringen – und dazu braucht es keine monologisierenden Einführungen.

Sie stellen immer nur eine Frage.
Wenn man nicht möchte, dass sich die Diskussion in ein ungeordnetes Chaos verwandelt, sollte man bei einem Thema bleiben und nicht mehrere Komplexe gleichzeitig behandeln. Außerdem: Wenn die Diskutierenden mehrere Fragen beantworten, braucht das Zeit – und nichts ist langweiliger, als langen Statements zu lauschen.
Sie stoppen Quasselstrippen.
Auch wenn eigentlich die Regel gilt, dass man andere aussprechen lassen soll, ist es die Pflicht eines Moderators, Schwafler zu unterbrechen. Schließlich möchte jeder mal zu Wort kommen. Und Grundsatzreferate gehören nicht in eine Diskussionsrunde.

Sie hören aktiv zu.
Moderatoren, die nicht zuhören können, machen die ganze Diskussion kaputt. Denn es ist frustrierend, wenn ein Moderator Beiträge nicht aufgreift, sondern immer nur stur seinem eigenen Faden folgt. So hat man das Gefühl, ins Leere zu laufen und verliert die Lust an der Debatte.

Sie aktivieren Schweiger.
Ein guter Moderator gleicht zwischen Vielrednern und Schweigern aus. Er gibt auch den Ruhigeren eine Chance, ihren Redebeitrag loszuwerden und motiviert sie, sich an der Diskussion zu beteiligen. Dazu muss man übrigens auch Pausen aushalten können. Manche Menschen brauchen ein bisschen Zeit, um ihre Ideen zu formulieren – und die muss man ihnen geben.

Sie verlieren das Ziel nicht aus den Augen.
Es passiert leicht, dass sich die Diskussion plötzlich im Kreis dreht und keiner mehr so recht weiß, worum es eigentlich geht. Gute Moderatoren schaffen es, indem Sie zum Beispiel das Gesagte kurz zusammenfassen und zielführende Fragen stellen, um wieder eine Struktur in die Debatte zu bringen.

Sie bringen Ruhe in die Debatte.
Nichts ist unproduktiver als eine Diskussion, bei der alle durcheinander reden und keiner dem anderen zuhört. Gute Moderatoren würgen nicht jeden Disput gleich ab – schließlich bringt er Salz in die Suppe – aber sie wissen, wann man wieder zur Ordnung zurückkehren muss. Sie beruhigen die Teilnehmer, indem sie Resultate zusammenfassen, Kompromisse vorschlagen oder helfen, Missverständnisse zu klären.
Das sind im Wesentlichen die Punkte, die zu einer produktiven Debatte führen. Wenn Sie diese beachten, wenn Sie eine Diskussion leiten müssen, ist die Chance groß, dass Sie Ihren Job gut erledigen. Klar, mit ein bisschen Übung und Erfahrung geht es besser. Die aber bekommt man mit der Zeit – oder man entscheidet sich, einen entsprechenden Kurs zu belegen.