LeitzKnowHow

Gesprächsführung

 

Eigentlich sind es nur wenige – und ganz einfache – Regeln – deren Einhaltung Ihnen zu einer fairen Gesprächsführung verhilft. Trotzdem werden Sie diese nicht von heute auf morgen umsetzen können. Denn wir führen zwar jeden Tag unendlich viele – wichtige oder unwichtige – Gespräche, achten aber kaum darauf, wie wir das eigentlich tun. Machen Sie sich Ihr Gesprächsverhalten bewusst und versuchen Sie, die Regeln nach und nach umzusetzen. Sie werden erstaunt sein, was Ihnen dabei plötzlich alles auffällt.

Regel 1: Spielregeln einhalten
Wer von anderen eine faire Gesprächsführung erwartet, sollte sich auch selbst an die Spielregeln halten. Wenn Sie andere ständig unterbrechen, können Sie nicht erwarten, dass andere das nicht tun. Wenn Sie Argumente Ihres Gegenübers nicht ernst nehmen, warum sollte Ihr Gesprächspartner dann auf Ihre Thesen eingehen? Nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen: Auch im Gespräch gilt der Kantsche Imperativ: Mute andern nur zu, was Du von ihnen auch ertragen möchtest.

Regel 2: Zuhören
Nur wer gut zuhört, kann auch gut antworten. Denn nur dann nimmt man Nuancen wahr, kann auf Andeutungen oder Zwischentöne achten – und entsprechend reagieren.

Regel 3: Überlegen
Der Volksmund hat recht: Vor dem Reden sollte man das Gehirn einschalten. Reflektieren Sie, was Ihr Gegenüber sagt. Geben Sie keine vorschnellen Antworten.
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Unüberlegte Äußerungen –Behauptungen, Versprechungen, Anschuldigungen – können Sie in unangenehme Situationen bringen, die sich vermeiden lassen. Und: Nur wer überlegt, bleibt überlegen.

Regel 4: Kurz fassen
Auch diese Regel ist sprichwörtlich bekannt: In der Kürze liegt die Würze. Reden Sie Ihr Gegenüber nicht in Grund und Boden. Lassen Sie auch andere mal zum Zuge kommen – und fallen Sie ihnen nicht ins Wort. Wenn allerdings jemand gar nicht zum Ende kommen will und den Fortgang eines Gesprächs mit einem langen Redeschwall behindert, ist es nicht nur erlaubt, sondern geradezu geboten, freundlich zu unterbrechen. Schließlich haben andere auch etwas zu sagen.

Regel 5: Wahrhaftig sein
Erfolgreich kommunizieren kann nur, wer überzeugend wirkt. Und überzeugend wirkt nur, wer echt und wahrhaftig auftritt. Dass diese Regel richtig ist, belegen jeden Tag unzählige Politiker, die uns „Wahrheiten“ verkünden, an die sie selbst längst nicht mehr glauben – und deshalb völlig unglaubwürdig klingen.

Regel 6: Ruhe bewahren
Halten Sie sich an den Spruch „Fahre langsam, ich habe es eilig“ und lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Halten Sie Pausen aus und nutzen Sie sie zum Nachdenken. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie das Gesagte verstanden haben, fragen Sie nach. So vermeiden Sie Komplikationen verursachende Missverständnisse. Fassen Sie Äußerungen im Zweifel nochmals zusammen, so hat auch Ihr Gesprächspartner die Sicherheit, dass seine Aussagen richtig angekommen sind.

Regel 7: Nicht zappen
Was beim Fernsehen noch angehen mag, sollte im Gespräch tabu sein: Das Zappen. Achten Sie darauf, dass Sie beim Thema bleiben und machen Sie Ihren Gesprächspartner höflich darauf aufmerksam, wenn er abschweift. Sie können sonst sicher sein, dass am Ende niemand mehr weiß, worum es eigentlich ging und ob das Gespräch irgendein Ergebnis hatte.
Regel 8: Keine Phrasen
Äußern Sie keine Phrasen und lassen Sie auch nicht zu, dass andere sie verwenden. Nur echte Argumente überzeugen. Entlarven Sie Phrasendrescher durch Gegenfragen. Haken Sie nach und bitten Sie Ihr Gegenüber, Ihnen zu erklären, was er mit seiner Äußerung ausdrücken wollte. Nehmen Sie Unkonkretes nicht einfach hin, sondern bitten Sie um eine genauere Definition.

Regel 9: Bildhaft sprechen
Ich kann ihn nicht riechen. Wir funken einfach nicht auf der gleichen Wellenlänge. Die Kollegin wurde viel zu spät ins Boot geholt. Der Zug ist schon abgefahren: Unsere Sprache ist voller Bilder. Setzen Sie sie ein und sprechen Sie nicht zu theoretisch, denn Bilder oder bildhafte Vergleiche machen das Gesagte anschaulicher und bleiben deshalb länger im Gedächtnis. Lassen Sie auch Gefühle in Ihre Äußerungen mit einfließen. Und belegen Sie Ihre Thesen immer wieder mit praktischen Bespielen.

Regel 10: Lenken
Versuchen Sie, das Lenkrad in der Hand zu halten und lassen Sie sich nicht auf den Beifahrersitz abschieben. Denn nur dann können Sie Einfluss auf die Strecke und Fahrtziel – den Gesprächsverlauf und dessen Ergebnis – nehmen. Die Beachtung der ersten neun Regeln hilft Ihnen dabei.