LeitzKnowHow

Gehaltserhöhung

 

Es gibt verschiedene Anlässe für eine Gehaltserhöhung: Sie haben ein neues, anspruchsvolleres Tätigkeitsfeld übernommen. Sie haben herausragende Leistungen und überdurchschnittliches Engagement bewiesen. Oder Sie sind nach Tarifvertrag in eine andere Gehaltsklasse gerutscht.

Das heißt im Umkehrschluss: „Ich habe zwei Kindern und komme mit meinem Gehalt nicht zurecht“ ist kein Argument. Bei Gehaltsverhandlungen geht es um Ihre Leistung und nicht um Ihre private Situation.

Auch die Formen einer Gehaltserhöhung können variieren: Entweder Ihr Bruttogehalt wird ganz einfach erhöht bzw. Sie steigen in eine höhere Tarifklasse auf. Oder Ihnen wird eine Leistungszulage zugesprochen. Oder – falls das bisher noch nicht der Fall war – Sie bekommen Weihnachts- bzw. Urlaubsgeld. Eine weitere Möglichkeit ist die Gewährung zusätzlicher Urlaubstage oder die Reduzierung der Arbeitszeit ohne Gehaltsverzicht. Diese indirekte Form der Gehaltserhöhung kann durchaus interessant sein – Sie können über mehr Freizeit verfügen und Ihr Arbeitgeber muss keine höheren direkten Kosten verbuchen.

Wie auch immer die Gehaltserhöhung aussieht, in den seltensten Fällen wird Ihr Chef sie Ihnen von selbst anbieten. Hier heißt es: Einfordern. Aber wie?

Eigenlob stinkt nicht!
Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Boutique. Eine Kundin möchte eine Jacke kaufen. Sie hat sich für ein Modell entschieden, das Sie in zwei Varianten anbieten. Beide sehen fast gleich aus. Allerdings hat die eine Jacke ein herausnehmbares warmes Innenfutter und abnehmbare Ärmel – und kostet deshalb mehr als die andere. Selbstverständlich werden Sie Ihrer Kundin zur teureren Jacke raten. Klar, Sie verdienen besser daran. Doch die Kundin hat auch mehr von Ihrer Anschaffung – schließlich kann Sie das gute Stück vom frühen Herbst bis in das Frühjahr hinein tragen. Sie haben Sie also gut beraten.
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Genau so sollten Sie auch argumentieren, wenn Sie Ihren Chef um eine Gehaltserhöhung bitten. Sie müssen ihm deutlich machen, dass Ihre Forderung gerechtfertigt ist. Ein besseres Produkt kostet mehr – besseres Knowhow auch! Stellen Sie sich aber darauf ein, dass Sie sich nicht nur verkaufen, sondern auch den Preis verhandeln müssen.

Die eigenen Stärken kennen!
Bereiten Sie sich auf das Gespräch gut vor. Überlegen Sie, was Sie im besten Fall erreichen wollen und was Ihr absolutes Mindestziel ist. Es stimmt zwar, dass Geld nicht alles und ein gutes Arbeitsklima wichtig ist. Trotzdem sollten Sie sich nicht unter Wert verkaufen und für einen Dumpinglohn arbeiten, nur weil sie das Betriebsklima nicht gefährden wollen.

Es scheint ein Problem vor allem von Frauen zu sein, dass sie sich Ihrer Stärken nicht bewusst sind und Ihr Licht gerne unter den Scheffel stellen. Tendieren Sie auch dazu? Ja? Wenn nicht mal Sie selbst Ihre Stärken kennen: Wie soll Ihr Chef wissen, was er an Ihnen hat?

Wenn es eine gibt, dann nehmen Sie Ihre Stellenbeschreibung zur Hand. Ihr können Sie entnehmen, was eigentlich zu Ihren Aufgaben gehört und so erkennen, was Sie darüber hinaus geleistet haben. Setzen Sie sich hin und schreiben Sie auf, was Sie auszeichnet und was Sie in den vergangenen Monaten oder Jahren alles bewältigt haben. Das stärkt Ihr Selbstvertrauen und hilft Ihnen, sicherer aufzutreten. Halten Sie sich im Gespräch an Ihre Liste; lassen Sie nichts unter den Tisch fallen – und heben Sie sich das beste Argument bis zum Schluss auf! Denken Sie an das Beispiel mit der Jacke: Gutes hat seinen Preis. Es ist überhaupt nicht peinlich, in einem derartigen Gespräch auf eigene Qualitäten hinzuweisen!
Der richtige Zeitpunkt
Wenn gerade verheerende Quartalszahlen veröffentlicht wurden, wenn im Raum steht, dass Mitarbeiter entlassen werden müssen, wenn der wichtigste Kunde abgesprungen ist oder wenn Ihr Chef vor lauter Arbeit kaum noch Luft bekommt – dann jedenfalls ist nicht der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch über eine Gehaltserhöhung.

Warten Sie lieber ab, bis sich die Lage beruhigt hat. Denn hat Ihr Vorgesetzter Ihre Forderungen erst einmal abgelehnt, haben Sie einen schwereren Stand – und können Ihren Wunsch für die nächsten Monate vergessen.

Die Pistole auf der Brust
Und wenn Ihr Vorgesetzter nicht auf Ihre Forderungen eingehen will? „Ich will mehr Geld oder ich gehe!“ So einen Satz sollten Sie nur äußern, wenn Sie ihn wirklich ernst meinen und womöglich schon ein besseres Jobangebot in der Tasche haben. Denn es könnte sein, dass Ihr Chef ihn als Erpressungsversuch versteht und mit einem kurzen „Tun Sie, was Sie nicht lassen können“ reagiert.

Ziemlich sicher hilft es auch nicht, wenn Sie auf die Tränendrüse drücken. Das ist im übrigen für beide Seiten entwürdigend. Bleiben Sie sachlich. Suchen Sie lieber nach einem Kompromiss. Einigen Sie sich zum Beispiel auf eine Prämie, wenn Sie ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Oder setzen Sie einen Termin fest, an dem Sie auf Ihren Wunsch zurückkommen dürfen. Das sollten Sie dann schriftlich festhalten – und zwar so konkret wie möglich. Denn Unangenehmes vergisst man gerne...

Diskretion ist gefragt!
Was auch immer Sie vereinbaren – es geht niemanden sonst im Büro etwas an! Wenn Ihr Chef den Eindruck hat, dass die ganze Abteilung auf den Ausgang Ihres Gesprächs gespannt ist, wird er sich mit Sicherheit stur stellen. Schon allein deshalb, weil er Angst hat, dass morgen der nächste ankommt.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Krankheitszeiten sind kein Grund, Sie von allgemeinen Lohnerhöhungen auszuschließen!

Man kann das Thema Gehaltserhöhung natürlich auch von einer ganz anderen - humorvollen - Seite betrachten; lesen Sie weiter!
Was, Sie wollen eine Gehaltserhöhung?
Bei dem bisschen, was Sie arbeiten, wollen Sie auch noch mehr Geld? Das kann ja wohl nicht Ihr Ernst sein. Schauen Sie doch mal:
Das Jahr hat bekanntlich 365 Tage. Jeden Tag schlafen Sie etwa 8 Stunden, das macht also 122 Tage im Jahr. Bleiben 243 Tage.

Von den verbleibenden 16 Stunden arbeiten Sie auch nur die Hälfte, also müssen Sie noch mal 122 Tage abziehen. Macht also 121 Tage.

Das Jahr hat aber auch noch 52 Sonntage, die arbeitsfrei sind und abgezogen werden müssen. Bleiben also noch 69 Tage.

Samstags arbeiten Sie eigentlich auch nicht. Da aber selbst bei Ihnen ab und zu Überstunden anfallen, rechnen wir die Samstage zur Hälfte. Und ziehen folglich nur 52 halbe (macht 26 ganze) Tage ab. Das sind dann noch 43 verbleibende Tage.

Dann machen Sie auch noch jeden Tag eine Stunde Mittagspause. Zusammengerechnet sind das 16 Tage. 43 minus 16 ergibt 27 Tage.

Tja, und dann haben Sie ja noch 26 Tage Jahresurlaub.
Sie arbeiten also einen Tag im Jahr – und das ist dann auch noch der erste Mai.

Sind Sie sicher, dass Sie eine Gehaltserhöhung verdienen???