LeitzKnowHow

Fortbilden als Angestellte

 

Als Sekretärin wissen Sie: Die Welt dreht sich heutzutage scheinbar schneller. Was vor kurzem noch der neueste Schrei war, ist schnell ein alter Hut. Gestern kamen Sie mit ihrem Betriebssystem und Office-Paket gut zurecht, heute haben Sie eine neue Version auf dem Rechner. Gestern konnten Sie Ihre Briefe auf deutsch schreiben, heute ist Ihr Unternehmen global aufgestellt – englische Korrespondenz ist angesagt. Ging es gestern noch formlos, läuft heute alles über Projekte, die über eine spezielle Software abgewickelt werden müssen. Gestern ist man zu Meetings angereist, heute konferiert man über Videokonferenzen. Und Sie stehen mittendrin in diesem ganzen Chaos, müssen den Überblick behalten und stets auf dem neuesten Stand sein...

Verlieren Sie nicht den Mut! Sondern nehmen Sie die Situation als Ansporn und Anlass, Ihr Wissen zu vermehren und damit gleichzeitig etwas für Ihr Weiterkommen zu tun.

Beweisen Sie Ihr Engagement!
Wer sich fortbildet zeigt, dass er Interesse an seiner Arbeit hat und sie nicht nur als notwendiges Übel betrachtet. Weiterbildungsmöglichkeiten fliegen einem allerdings nicht einfach so zu – man muss sich darum kümmern. Und das alleine ist schon ein Beweis dafür, dass man bereit ist, sich zu engagieren.

Oft genügt es, wenn man einfach jeden Morgen einen Blick auf das schwarze Brett wirft und Angebotszettel, die im Eingangsbereich herumliegen aufmerksam durchliest. Meist handelt es sich hierbei um firmen- bzw. branchenspezifische Seminare, für die Sie sich leichter die Unterstützung Ihres Chefs sichern können, als für allgemeinere Themen.

Natürlich gibt es nicht nur betriebsinterne Weiterbildungsmöglichkeiten. Hören Sie sich im Kollegenkreis um, suchen Sie in Fachzeitschriften nach entsprechenden Angeboten oder recherchieren Sie im Internet, dann werden Sie schnell auf entsprechende Angebote stoßen. Relativ preiswerte Seminare bieten zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern oder Volkshochschulen an.
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Und wenn Sie erst mal die ersten Schulungstermine hinter sich haben, werden Sie merken: Weiterbildung kann auch Spaß machen! Ihr neu gelerntes Wissen kann Ihnen eine ganz neue Arbeitsmotivation verschaffen. Und ganz abgesehen davon kann man viel von dem, was man gelernt hat, auch im Privatleben verwerten – zum Beispiel die neu erworbenen Sprachkenntnisse im nächsten Urlaub.

Informieren Sie sich und entscheiden Sie dann...
Wenn Sie sich informieren, werden Sie überrascht sein, wie groß die Auswahl ist. Die Bundesanstalt für Arbeit verzeichnet über 40.000 Anbieter von Schulungs- und Weiterbildungsangeboten. Da liegt es auf der Hand, dass auch das eine oder andere schwarze Schaf darunter ist. Deshalb: Lesen Sie auch das Kleingedruckte. Erkundigen Sie sich genau und fragen Sie in Ihrem Umfeld, ob jemand das Institut, für das Sie sich interessieren, kennt und welche Erfahrungen er damit gemacht hat. Außerdem können Ihnen die Verbraucherzentralen weiterhelfen. Bewertungen gibt's zudem im Internet. Aber Achtung: Manchmal hat man den starken Eindruck, dass die Testberichte von den Anbietern selbst geschrieben wurden.

Bevor Sie sich auf ein bestimmtes Seminar versteifen, sollten Sie außerdem mit Ihrem Chef darüber sprechen – zumindest, wenn es während Ihrer Arbeitszeit stattfindet. Hat er nichts dagegen einzuwenden, können Sie sich auch gleich nach einer Finanzierungsmöglichkeit erkundigen. Häufig werden Seminare außer- und innerhalb der Arbeitszeiten nämlich von der Firma teilweise oder komplett bezahlt. Nachfragen lohnt sich also und mehr als Nein kann Ihr Chef ja nicht sagen.

Trotzdem kann es nichts schaden, wenn Sie sich überzeugende Argumente zurechtlegen. So sollten Sie zum Beispiel gut begründen können, warum Ihre Fortbildung auch für Ihren Arbeitgeber von Nutzen ist und nicht allein Ihrem privaten Interesse dient.
Lehnt Ihr Vorgesetzter Ihren Wunsch auf Weiterbildung trotzdem ab, sollten Sie auf keinen Fall gleich die Flinte ins Korn werfen. Erkundigen Sie sich beim Betriebsrat. Häufig gibt es genaue Vereinbarungen zum Thema Weiterbildung, auf die Sie sich stützen können.

Doch auch wenn es in Ihrer Firma keine derartigen Bestimmungen gibt, sollten Sie nicht auf Lehrgänge verzichten. Mindestens einmal im Jahr ist eine Fortbildung von Nöten, wenn Sie Ihr Wissen nicht einstauben lassen wollen – ob Sie es nun selbst bezahlen oder vom Unternehmen gesponsert werden!

Laufend lernen
Es muss übrigens nicht immer ein Kurs oder eine Tagung sein: Man kann sich auch laufend informieren, in dem man regelmäßig Fachzeitschriften liest und sich ab und zu mal ein Fachbuch zu Gemüte führt. Diese Art der „Fortbildung“ ist zwar nicht so intensiv – ist aber billiger und weniger zeitraubend. Kleinere Lücken im Fachgebiet lassen sich auf diese Weise schließen, zumindest aber ist man über neueste Trends informiert und kennt die aktuellsten Themen. Das Lesen kann die Weiterbildung über Kurse nicht völlig ersetzen – es ist das Minimum, auf das man keinesfalls verzichten sollte.

Eine weitere, intensivere Möglichkeit, sich „nebenher“ weiterzubilden, bieten Online-Akademien und Fernstudiengänge. Auch hier fällt Ihnen das Wissen zwar nicht in den Schoß – aber Sie können sich wenigstens Ihre Zeit frei einteilen und müssen keine fixen Unterrichtstermine einhalten.

Karriere machen
Möchten Sie sich in Ihrem Job nicht nur verbessern, sondern streben Sie in erster Linie den beruflichen Aufstieg an, genügt eine einfache Fortbildung natürlich nicht. Für Sekretärinnen gibt es ganz spezielle Ausbildungsgänge, wie zum Beispiel die zur Assistentin. Als Assistentin wird Ihnen mehr Verantwortung und ein wesentlich größeres Aufgabenspektrum übertragen. Eine weitere Möglichkeit bieten unter anderem die Industrie- und Handelskammern:
Hier können Sie sich zum Beispiel zwei Jahre berufsbegleitend zur „Fachfrau für Büromanagement“ weiterbilden. Und mit etwas Durchhaltevermögen können Sie es bis zur Betriebswirtin schaffen, indem Sie eine Fortbildung für Management- und Direktionsassistenz abschließen. (Nähere Informationen unter www.ihk.de und www.vhs.de )