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Ernährungsirrtümer

 

Wenn die Kids das wüssten: 100 g Spinat enthalten nicht, wie jahrzehntelang behauptet, unglaubliche 35 mg Eisen, sondern nur 3,5 mg. In 100 g Schokolade hingegen findet man 6,7 mg Eisen – also fast doppelt so viel. Das soll nun nicht heißen, Schokolade sei gesünder als Eisen – aber Spinat ist auch nicht so unglaublich gesund, wie man immer dachte.

Es gibt viele derartige Ernährungsirrtümer, die kaum aus der Welt zu bringen sind. Wir haben die Top Ten für Sie zusammengestellt:

1. Diät- und Lightprodukte sind gut für die Figur
Der Begriff Diät kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Lebensweise“. Entsprechend handelt es sich bei Diätprodukten um Lebensmittel für Menschen, die auf eine bestimmte Lebensweise achten müssen – zum Beispiel, weil sie unter Diabetes leiden. Bei diesen Nahrungsmitteln wird Kristallzucker durch eine andere Zuckerart ersetzt. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass das Produkt weniger Kalorien hat, denn es kommt nicht nur auf dessen Zucker-, sondern auch auf den Fettgehalt an. Und der kann trotzdem ziemlich hoch sein.

Auch Light-Produkte sind nicht unbedingt kalorienarm; sie sollten aber wenigstens kalorienreduziert sein. Allerdings ist der Begriff „light“ nicht geschützt – und somit bleibt es dem Produktmanager oder Werbetexter überlassen, welches Lebensmittel aus seiner Sicht „leicht“ ist. Eine halbe Tüte „Light-Chips“ enthält immer noch so viele Kalorien wie ein Abendessen – man knabbert die Chips aber in der Regel zusätzlich!

2. Süßstoff löst Heißhunger aus
Ob Süßstoff dick macht, weil er Heißhunger auslöst, in dessen Folge man gleich wieder isst, darüber streiten sich die Experten. Die einen sagen „Ja“, die anderen bestreiten es – beide Fraktionen können ihre Positionen mit Studien belegen. Fakt ist jedenfalls: Wer Cola light statt Cola trinkt, nimmt erheblich weniger Kohlenhydrate zu sich. Fakt ist allerdings auch: Süßes schmeckt den Meisten besser als Ungesüßtes. Also isst man mehr davon. So betrachtet wäre es das Beste, ganz auf Süßes zu verzichten. Will man aber nicht immer nur Wasser oder ungesüßten Tee trinken oder den Bonbons völlig entsagen, ist Süßstoff eine gute Alternative – auch für die Zähne.

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3. Honig ist besser als Zucker und Müsliriegel sind gesund

Honig hat ein bisschen weniger Kalorien als normaler Zucker – aber immer noch viele. Honig süßt stärker als Zucker – man braucht also weniger und spart damit wieder Kalorien. Honig enthält mehr Vitamine und Mineralstoffe als Zucker – soll der Unterschied Wirkung zeigen, müsste man aber schon sehr, sehr viel Honig essen. Aber: Wie Zucker verursacht auch Honig Karies. Und: Säuglingen darf man gar keinen Honig füttern! Er enthält Bakterien, die zu lebensbedrohlichem Botulismus führen können.

Müsli-Riegel sind keine besonders gesunde Zwischenmahlzeit. Denn in den meisten derartigen Riegeln sind mehr Fett und Zucker als Getreide enthalten. Meistens muss man die Zutatenliste allerdings ganz genau lesen, damit man das auch entdeckt: Glukose, Glukosesirup, Fruktose, Fruchtzucker, Saccharose, Laktose, Malzzucker, Honig – hinter all diesen Begriffen verbirgt sich nichts anderes als verschiedene Arten von Zucker.

4. Eine Fastenkur entschlackt den Körper

Die Annahme, im Körper würden sich nach und nach Schlacken und Giftstoffe – also Abfall – ansammeln und man müsse sich deshalb immer wieder mal entschlacken – also sozusagen, den Mülleimer leeren – ist falsch. Schlacken gibt es nicht – jedenfalls hat noch kein Wissenschaftler ihre Existenz bewiesen. Alle Endprodukte des Stoffwechsels, die der Körper nicht braucht, werden laufend abgebaut und über die Blase und den Darm ausgeschieden bzw. über die Lunge abgeatmet. Muss der Körper beim Fasten ohne Nahrung auskommen, baut er zuerst das gut verfügbare Muskeleiweiß und dann die Fettreserven ab.

5. Besser man isst zu viel Vitamine, als zu wenige

Unter Vitaminmangel leidet in unseren Breitengraden eigentlich niemand. Wer sich abwechslungsreich ernährt und regelmäßig an die frische Luft geht, braucht keine Vitamine in Pillenform zu sich zu nehmen. Wer es trotzdem tut: Bei den meisten Vitaminen scheidet der Körper einen Überschuss einfach aus. Die fettlöslichen Vitamine A, E, D und K sowie das Vitamin B12 können allerdings im Körper gespeichert werden. Und bei diesen Vitaminen kann eine Überdosierung langfristig schädlich wirken.

6. Zu viele Eier sind schlecht für den Cholesterinspiegel

„Iss nicht so viele Eier. Denk an deinen Cholesterinspiegel“, hört man immer wieder. Eier enthalten tatsächlich viel Cholesterin. Doch bei fast allen Menschen wird die Produktion des körpereigenen Cholesterins reduziert, wenn sie Cholesterin über die Nahrung aufnehmen. Der Cholesterinspiegel steigt also nicht, wenn man Eier isst. Selbst Menschen mit einem erhöhten Cholesterinspiegel brauchen deshalb auf das Frühstücksei nicht zu verzichten.

7. Frischer Saft ist frisch gepresst

„Frischer Orangensaft“ steht auf der Speisekarte. Wer ihn bestellt, geht davon aus, dass der Saft, der ihm nun gebracht wird, soeben in der Küche frisch gepresst wurde. Das kann, muss aber nicht sein. Er kann auch gestern, vorgestern oder irgendwann produziert worden sein. Denn das Wort „frisch“ ist nicht geschützt – wie auch der Begriff „light“. Es lohnt sich also ein zweiter Blick oder eine Nachfrage, wenn frischer Fisch, frischer Pflücksalat oder eben frischer Saft versprochen werden.

8. Kaffee zählt nicht

Rund zwei Liter Flüssigkeit soll man täglich zu sich nehmen, empfehlen Ernährungswissenschaftler. Kaffee zählt dabei nicht, behaupten viele, weil Kaffee harntreibend sei. Die Italiener – Espresso-Profis – wüssten dies, und deshalb wird dort in den Cafés zum Espresso auch immer gleich automatisch ein Glas Wasser serviert. Wissenschaftliche Studien haben allerdings gezeigt, dass die Harnmenge gleich groß ist, wenn man zwei Liter Wasser oder die gleiche Menge Wasser und Kaffee trinkt. Denn ganz normal starker Kaffee enthält gar nicht so viel Koffein, als dass sich die entwässernde Wirkung wirklich auf den Körper auswirken könnte – vor allem, wenn man ihn regelmäßig trinkt und der Körper Koffein gewöhnt ist. Kaffee zählt deshalb bei der Flüssigkeitsbilanz. Alkohol aber nicht! Denn Alkohol verursacht tatsächlich, dass der Körper mehr Flüssigkeit ausscheidet. Dieser Wassermangel führt unter anderem auch zum Kater, mit dem man nach übermäßigem Alkoholkonsum am nächsten Tag zu kämpfen hat. Und deshalb kann ein Kater auch nicht so groß werden, wenn man nicht nur viel Wein, sondern auch viel Wasser trinkt.

9. Alkohol wärmt und fördert die Verdauung

Cognäckchen sind die wärmsten Jäckchen, entschuldigen sich Schwiegermütter fröstelnd und greifen zur Cognacflasche. Zur Verdauung, erklären die Schwiegerväter und schenken sich einen Obstler ein. Ist da was dran? Alkohol erweitert die Blutgefäße – es kann also mehr körperwarmes Blut hindurchfließen. Allerdings geben erweiterte Gefäße auch mehr Wärme ab als enge. Und schon hat man das Gegenteil erreicht: Man friert stärker. Und zum Thema Verdauung: Alkohol kann tatsächlich Fette emulgieren und leichter verdaulich machen. Alkohol erhöht aber die Konzentration der Neutralfette im Blut. Und dies kann Diabetes oder eine Fettleber verursachen. Ein Spaziergang nach dem Essen ist deshalb erheblich sinnvoller als ein Verdauungsschnäpschen.

10. Bei Durchfall helfen Cola und Salzstangen

Bloß nicht! Cola macht alles nur noch schlimmer, denn es enthält sehr viel Zucker und dieser bewirkt, dass der Körper noch mehr Wasser ausscheidet, als er es aufgrund des Durchfalls ohnehin tut. Das im Cola enthaltene Koffein wiederum führt dazu, dass der Körper vermehrt Kalium ausscheidet – und auch davon hat man bei Durchfall ohnehin schon viel verloren. Besser man isst Bananen, die viel Kalium enthalten. Salzstangen schaden zumindest nicht. Wichtig ist bei Durchfall aber vor allem, dass man sehr viel trinkt, damit der Körper nicht austrocknet – am besten Wasser oder Kräutertee.

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