LeitzKnowHow

Energiekosten senken

 

Oft treibt einfach nur Gedankenlosigkeit den Stromverbrauch und die monatlichen Kosten nach oben. Man ist in alten Gewohnheiten verhaftet und sich gar nicht bewusst, wo und wann Strom verbraucht wird, den man problemlos einsparen könnte. Treten Sie deshalb gedanklich einfach mal einen Schritt zur Seite: Begutachten Sie Ihr Büro mit fremden Augen und beobachten Sie sich und das Verhalten Ihrer Kollegen bzw. Mitarbeiter.

Heizung, Klimaanlage
Es ist Winter, aber die meisten haben ihre Jacketts über die Stuhllehne gehängt, weil es so warm ist? Oder: Es ist Hochsommer, aber man muss Strümpfe und eine Jacke mitbringen, weil die Räumlichkeiten auf Kühlschranktemperaturen gekühlt werden? Derartige Fälle sind gar nicht selten – und hier lässt sich viel Geld sparen. Die Temperatur in Büroräumen sollte zwischen 20 und 22 °C betragen – im Hochsommer, wenn draußen tropische Temperaturen herrschen und alle leichtbekleidet sind, darf’s ruhig auch ein bisschen wärmer sein. Es ist gesünder, wenn der Schritt vor die Tür nicht mit einem Temperaturschock verbunden ist.

Flure, Toiletten, Teeküche, Lagerräume oder Büros, die nicht genutzt oder nur kurz betreten werden, müssen nicht auf das gleiche Niveau geheizt werden, wie Räume, in denen man sich den ganzen Tag ruhig sitzend aufhält. Statten Sie alle Heizkörper mit Thermostaten aus und programmieren Sie eine Nachtabschaltung. Bedenken Sie dabei, dass Räume langsam abkühlen. Man muss also nicht heizen, bis der allerletzte Mitarbeiter das Haus verlässt.

Das Wasser muss nicht so heiß aus dem Hahn fließen, dass man sich beim Händewaschen verbrühen kann. Lauwarmes Wasser genügt völlig!

Heizung und Klimaanlage sollten regelmäßig gewartet werden. Neue Filter sparen Energiekosten!

Lüften
Ganz auf oder ganz zu – das ist die Devise. Schräg gestellte Fenster sollte es höchstens geben, wenn draußen die Temperatur herrscht, die man sich drinnen wünscht. Ansonsten geht Lüften wie folgt: Heizung abstellen, Fenster für einige Minuten ganz öffnen, Fenster wieder schließen, Heizung wieder anstellen.

Im Hochsommer sollte man in den frühen Morgenstunden oder über Nacht lüften – allerdings nur, wenn man damit keine Einbrecher einlädt. Außerdem sollte man direkte Sonneneinstrahlung vermeiden – am besten durch Außenjalousien, die die Hitze erst gar nicht in die Räume einlassen.

Beleuchten
Man glaubt es kaum: Bis zu 75 Prozent der Stromkosten lassen sich einsparen, wenn man veraltete Beleuchtungssysteme gegen moderne austauscht oder sie entsprechend umrüstet – zum Beispiel mit Energiesparlampen.

Leuchtstofflampen arbeiten nicht nur um ein Vielfaches effizienter als Glühbirnen (die die EU inzwischen ohnehin verboten hat), sondern haben auch noch eine längere Lebensdauer – insbesondere, wenn sie durch elektronische Vorschaltgeräte gesteuert werden. Dann schaffen sie bis zu 20.000 Betriebsstunden. Aluminiumreflektoren erhöhen die Lichtausbeute noch – man kann sie oft auch nachrüsten.

Wer als Letzter geht, macht das Licht aus: Dieser Spruch sollte zum Prinzip werden – und zwar nicht nur abends, sondern auch tagsüber, zum Beispiel in der Mittagspause. Dass man nicht einerseits die Rollos runterlässt oder die Fenster mit Blumen oder Schnickschnack zustellt und gleichzeitig das Licht einschaltet, müsste selbstverständlich sein. Wer von der Sonne geblendet wird oder Probleme mit dem Bildschirm hat, sollte seinen Schreibtisch umstellen.
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Elektrische Geräte
Monitore und Kopierer, die eingeschaltet sind, aber nicht benutzt werden. Kaffeemaschinen, die als Warmhalteplatten dienen, auf denen der Kaffe eindampft. Leere, aber eingeschaltete Kühlschränke. Geschirrspülmaschinen, die laufen, obwohl sie gar nicht voll sind. Wasser, das auf der Herdplatte vor sich hinkocht, weil es vergessen wurde. Oder Wasserkocher, die einen Liter Wasser zum Kochen bringen, obwohl man nur ein Tässchen für den Teebeutel braucht. Das alles kann man in vielen Büros beobachten – und die Liste der Verschwendung lässt sich oft beliebig verlängern.

Wie macht man’s besser? Stellen Sie alle elektrischen Geräte – ob Monitore, Kopierer oder Kaffeeautomaten – so ein, dass sie nach einiger Zeit automatisch in den Energiesparmodus wechseln. Fahren Sie nach der Arbeit nicht nur den PC herunter, sondern schalten Sie auch den Bildschirm aus. Organisieren Sie es so, dass sich mehrere Mitarbeiter einen Drucker, Kopierer oder ein Faxgerät teilen – das spart nicht nur Energie-, sondern auch Anschaffungskosten. Kaufen Sie eine kleine Büro-Spülmaschine. Wärmen Sie Speisen mit der Mikrowelle statt auf der Herdplatte. Füllen Sie den fertigen Kaffee in eine Warmhaltekanne. Und schalten Sie den leeren Kühlschrank einfach aus!

Green IT
Mit der Anschaffung von IT legt man nicht nur fest, auf welchem technischen Stand man die nächsten Jahre arbeiten wird, sondern auch, wie viel Geld man künftig monatlich an den Stromanbieter zu überweisen hat. In kleinen Unternehmen machen die Energiekosten für die EDV immerhin fast ein Drittel der gesamten Energiekosten aus. Achten Sie deshalb beim Kauf neuer PCs oder Server auch auf deren Energieverbrauch. Die Office TopTen der deutschen Energieagentur bietet ihnen einen guten Überblick.

Oft liegt die Serverauslastung gerade mal bei fünf bis 15 Prozent. Ein Großteil der Rechenleistung, für die man viel Geld ausgegeben hat, wird also gar nicht genutzt. Server ziehen aber Strom – und das rund um die Uhr. Moderne, energiesparende Server verbrauchen weniger als 50 Watt – und damit weniger als die Hälfte als herkömmliche Server. Die Virtualisierung und Konsolidierung der Strukturen kann die Auslastung um ein Vielfaches steigern – überflüssige Server können abgeschaltet und erhebliche Stromkosten eingespart werden. Wie stark die Server ausgelastet sind, lässt sich über das Betriebssystem ermitteln. Lassen Sie sich entsprechend beraten!

Wer ohnehin neue PCs anschaffen will, sollte darüber nachdenken, ob sich nicht eine Thin-Client-Lösung lohnt. In diesem Fall gibt es einen zentralen Rechner. Die Schreibtische der Mitarbeiter sind nur mit Bildschirm, Tastatur, Maus und dem Thin Client ausgestattet – also der Verbindung zum zentralen Server. So kann man bis zu 50 Prozent Strom einsparen. Außerdem sind die Anschaffungskosten niedriger. Und man muss neue Programme oder Updates nur noch einmal installieren.

Alle Geräte, die nicht rund um die Uhr laufen müssen, sollten an abschaltbare Steckdosenleisten angeschlossen sein. Denn auch der Stand-by-Modus verbraucht Strom – und das völlig unnötig. Dass nicht jeder seinen eigenen Drucker oder sein eigenes Fax-Gerät haben muss, haben wir bereits erwähnt.

Rechenzentren verfügen in der Regel über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Sie garantiert, dass die Stromversorgung auch bei einem Ausfall des Stromnetzes aufrecht erhalten wird. Auch hier kann durch eine sorgfältige Planung und die richtige Dimensionierung Strom eingespart werden. Die Kosten, die ein erfahrener Fachmann für eine Beratung berechnet, amortisieren sich deshalb unter Umständen schnell.

Daten, auf die man selten zurückgreifen muss und die womöglich nie mehr geändert werden, müssen nicht jede Nacht von Neuem gesichert werden – insbesondere private Foto- oder Musikdateien, die viel Speicherplatz brauchen. Ziehen Sie Derartiges zum Beispiel auf eine externe Festplatte oder ein Laufwerk, das von der routinemäßigen Speicherung ausgenommen ist.

Energiedienstleister wechseln
Ein Preisvergleich lohnt sich. In der Regel bieten die Energieversorger unterschiedliche Tarife – je nach Menge des Stromverbrauchs. Lassen Sie sich beraten und verhandeln Sie. Eine Umfrage hat ergeben, dass sich die Energiekosten durch einen Anbieterwechsel im Durchschnitt um 13 Prozent senken lassen.

Mitarbeiter belohnen
Der Mensch ist träge und ändert seine Gewohnheiten nur ungern. Wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Energiesparinitiative mitziehen, ist viel gewonnen. Eine Belohnung motiviert alle, in den Anstrengungen nicht nachzulassen. Deshalb: Wenn ab dem Start der Kampagne x Prozent an Stromkosten eingespart wurden, bekommen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein kleines Geschenk oder die Einladung zum Betriebsausflug der Extra-Klasse – zum Beispiel einer Strom sparenden Floßfahrt?

Neuanmietung
Das Unternehmen zieht um? Das ist die Chance, die Energiekosten zu senken. Lassen Sie sich bei der Neuanmietung den Energieausweis für das Gebäude zeigen. Achten Sie zum Beispiel darauf, ob das Gebäude gut gedämmt ist, die Räume hell sind – aber nicht zu viel Verglasung aufweisen – und ein effektiver Sonnenschutz vorhanden ist.

Stand: August 2009
Bild: aboutpixel.de GrasMaus II © Christoph Ruhland