LeitzKnowHow
Einstellungstests
 
Die schriftlichen Bewerbungsunterlagen sagen zwar viel über einen Bewerber aus – aber eben nicht alles. Und deshalb legen Unternehmen Wert darauf, Kandidatinnen oder Kandidaten, die bei der Neubesetzung einer Stelle in die engere Wahl kommen, persönlich kennenzulernen: Sie laden sie zu einem Bewerbungsgespräch ein. Doch natürlich kann man sich auch bei diesem meist eher kurzen Termin nur einen oberflächlichen Eindruck verschaffen. Wenn Führungspositionen neu besetzt werden sollen, erhalten Bewerberinnen und Bewerber deshalb manchmal eine Einladung zu einem Assessment Center, in dem sie auf Herz und Nieren geprüft werden sollen. Bei Berufseinsteigern scheut man den hohen Aufwand, setzt aber neben dem Bewerbungsgespräch gerne auf Einstellungstests.
Natürlich bringen auch Tests nicht unbedingt die volle Wahrheit ans Licht – jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Aber das Unternehmen kann sich einen Gesamteindruck verschaffen – die Bewerbungsunterlagen, das Bewerbungsgespräch und die Tests sind Mosaiksteine, die zusammen ein mehr oder weniger buntes Gesamtbild ergeben.
Wenn Sie bei einem Unternehmen nicht bestehen, heißt das noch lange nicht, dass Sie auch bei anderen keine Chance haben. Es kommt schließlich nicht nur auf die Ergebnisse, sondern auch auf deren Bewertung an und hier kann jedes Unternehmen andere Schlüsse ziehen. Viele berühmte Schauspieler sind an den Aufnahmeprüfungen unzähliger Schauspielschulen gescheitert und haben dann doch noch ihre Chance bekommen. Wer bei Feuerwehr, Polizei oder Bundeswehr durch die Sportprüfung fällt, kann trainieren und es im nächsten Jahr noch einmal versuchen. Übung macht den Meister! Und das gilt nicht nur für Schauspiel- oder Sportprüfungen, sondern auch für andere Einstellungstests. Man kann sich vorbereiten – Testtrainings findet man in Büchern oder auf DVD.
Im Großen und Ganzen gibt es drei Hauptthemen, die im Fokus der Tests stehen: die Intelligenz, das Wissen und die Belastungsfähigkeit des Bewerbers.
Intelligenztests
Bei Intelligenztests geht es darum, wie schnell man Aufgaben erfassen kann und wo persönliche Begabungen oder Schwächen liegen. Die Aufgaben sind in verschiedene Kategorien unterteilt – abgefragt werden mathematische, sprachliche und logische Fähigkeiten. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen: Man kann innerhalb der vorgegebenen Zeit niemals alle gestellten Aufgaben lösen.
Ging es früher nur um den IQ, ist heute auch der EQ – die emotionale Intelligenz – ein wichtiges Thema. Denn selbst Hochbegabten ist der berufliche Erfolg nicht garantiert, weil sie manchmal Probleme mit der zwischenmenschlichen Kommunikation haben. Bei den EQ-Tests werden soziale Kompetenzen und die Selbstwahrnehmung gemessen. Diese sind vor allem dann wichtig, wenn die Bewerber künftig oft im Team arbeiten oder Mitarbeiter führen sollen.
Wissenstests
Bei den Wissenstests geht es einerseits um die Allgemeinbildung – also um die Frage, ob sich der Bewerber mit aktuellen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auseinandersetzt und hin und wieder auch mal in eine Zeitung schaut. Andererseits können aber auch fachbezogene Begabungen überprüft werden. Ist der Bewerber technisch begabt? Kann er mit Sprache umgehen? Hat er handwerkliches Geschick oder zwei linke Hände? Schulnoten sagen darüber oft nicht viel aus. Die Tests funktionieren in der Regel nach dem Multiple-Choice-Verfahren; jede Aufgabe muss innerhalb einer definierten Zeit beantwortet werden.
Belastungstest
Im Prinzip sind alle Tests auch Belastungstests, denn die Fragen müssen unter Zeitdruck beantwortet werden und die Kandidaten stehen schon durch die besondere Situation unter Stress. Jeder Test zeigt also auch, ob die Bewerber die Nerven behalten.
Bei manchen Tests – den sogenannten Brain Teasern – kommt es aber überhaupt nicht auf das Wissen an. Gefragt ist vielmehr die Fähigkeit, ein Problem zu lösen. Oft erscheinen die Aufgaben unsinnig oder schlicht unlösbar – getestet wird die Kreativität und die Fähigkeit des Kandidaten, eingefahrene Bahnen zu verlassen und um die Ecke zu denken.
Bild: aboutpixel.de / Labyrinth 2 © Karin Reich