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Dresscodes

 

44 Seiten braucht die Schweizer UBS-Bank, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vermitteln, wie sie am Arbeitsplatz zu erscheinen haben, berichtete unlängst die Süddeutsche Zeitung. Auch wenn es so streng in den allerwenigsten Unternehmen zugeht, Dresscodes gibt es fast überall – oft sind es allerdings ungeschriebene Regeln, die man trotzdem tunlichst einhalten sollte. Als Neuling braucht man dann eine gute Beobachtungsgabe und Fingerspitzengefühl.

Manchmal ist auch ausdrücklich formuliert, wie man zu einem bestimmten Anlass zu erscheinen hat. Doch was bedeutet der Hinweis „Business casual“ oder „Come as you are“? Und was soll frau mit der Aussage „Dunkler Anzug“ anfangen?

Dresscodes beziehen sich immer auf das männliche Outfit. Frauen müssen diese Angaben dann für sich übersetzen. Man sagt, das läge daran, dass für Frauen keine klaren Ansagen möglich seien, weil es zu viele Alternativen gäbe. Vielleicht sollte man es auch eher darauf zurückführen, dass wir immer noch in einer männerdominierten Gesellschaft leben. Wie auch immer – wer sich mit den verschiedenen Dresscodes beschäftigt, erkennt, dass sich selbst für Männer die verzweifelte Frage stellen kann: Was zieh ich bloß an?

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Day Informal
„No brown in town“ ist die Devise. Die richtige Wahl ist folglich ein dunkelblauer, dunkelgrauer oder anthrazitfarbener Anzug mit Hemd und Krawatte. Frauen greifen zum klassischen Hosenanzug oder Kostüm und einer hellen Bluse. Angesagt ist dieses Outfit in der Regel außerhalb der eigenen Büroräume bei Kundenbesuchen oder Geschäftsreisen.

Business – hochoffiziell und offiziell
Beim hochoffiziellen Outfit für oberste Führungsebenen sowie Businessveranstaltungen sind ein dunkler Anzug mit Weste, ein Hemd mit Manschettenknöpfen, Krawatte sowie passende Lederschuhe angesagt. Frauen tragen einen stilvollen Hosenanzug oder ein klassisches Kostüm mit Bluse.

In höheren bis mittleren Führungsebenen geht es nicht hochoffiziell, sondern nur offiziell zu: Hier tragen die Männer auch mal einen zweiteiligen braunen oder hellgrauen Anzug. Krawatte und Hemd bleiben natürlich obligatorisch. Dezente feine Streifen und Karos sind möglich.

Semi-formal
Semi-formal könnte man mit „halbformell“ übersetzen. Aber Achtung: Das klingt lockerer, als es gemeint ist. Erwartet wird auch hier, dass der Herr im dunklen Anzug mit Hemd und Krawatte erscheint. Frauen sollten elegant gekleidet sein. Abends liegt man mit dem kleinen Schwarzen richtig.

Business casual / Casual wear
Das englische Wort „casual“ bedeutet auf Deutsch zwar „bequem“, aber allzu wörtlich sollte man das nicht nehmen. Gemeint ist vielmehr eine elegante Freizeitbekleidung, die man auf die Formel „No jeans, no tie“ bringen kann. Anlass für diesen Dresscode kann ein Begleitprogramm bei einer Geschäftsreise oder ein internes Meeting außerhalb des Büros sein. Mit einem Polohemd, farbigen Oberhemd oder feinen Pullover und einer Baumwoll- oder Feincordhose liegen Sie richtig. Auf eine Krawatte dürfen Sie verzichten, die Jeans muss aber trotzdem im Schrank bleiben. Für die Damen gilt Vergleichbares: Hosenanzug oder Baumwollhose mit feinem Pulli bzw. Rock mit Twinset.

Come as you are
Heißt es bei der Einladung „Come as you are“, so ist gemeint: Bleiben Sie, wie Sie tagsüber gekleidet waren. Sie müssen sich also nicht extra umzuziehen. Behalten Sie den Anzug an – die Krawatte dürfen sie ausziehen. Polohemd und Stoffhose sind auch akzeptabel. Wer die Ansage so versteht, dass er ganz einfach in dem bequemen Schlabberlook kommen kann, den er zuhause am liebsten trägt, liegt also völlig falsch!

Casual friday
Am casual friday ist die sonst während der Arbeitszeit geltende Kleiderordnung aufgehoben. Erlaubt sind (Designer-)Jeans – ohne Risse oder tief sitzenden Hosenboden. Möglich sind auch Stoffhosen und Jacketts oder Leinenanzüge, auf die man im Berufsalltag sonst verzichtet, weil sie so leicht knittern.

Dunkler Anzug
Erwartet werden ein einreihiger dunkler Anzug mit einem weißen Hemd mit Doppelmanschette und Manschettenknöpfen, Krawatte und schwarze stilvolle Schuhe. Frauen sollten sich für ein Kleid entscheiden – zum Beispiel das kleine Schwarze oder ein Etuikleid.

Cut
Der Cut wird auch „Morning Dress“ oder „Frack des Tages“ genannt, weil man ihn nur tagsüber trägt, hauptsächlich bei Hochzeiten. Die Jacke ist immer einreihig mit Schößen, die vom Knopf im Bogen nach hinten geschnitten sind. Man trägt sie mit einer grauen Weste und einer gestreiften Hose, einem weißen Hemd und silbergrauer Krawatte.

Black Tie / Smoking
Der Smoking ist eine Variante des Fracks, die zu festlichen Abendveranstaltungen getragen wird. Die ein- oder zweireihige Jacke ist schwarz oder tiefblau. Man kombiniert sie mit einem Kummerbund oder einer geschlossenen Weste – damit man keinesfalls den Hosenbund sehen kann – und trägt dazu ein weißes Hemd mit schwarzer Schleife. Die Hose hat entlang der Außennaht einen glänzenden Streifen. Auf Schiffsreisen oder Gartenpartys kann man anstelle der schwarzen Smokingjacke ein weißes oder elfenbeinfarbenes Dinnerjacket wählen. Wer als Dame von einem im Smoking gekleideten Herrn begleitet wird, erscheint im „kleinen“ (langen, schlichten) Abendkleid oder im sehr eleganten kurzen Cocktailkleid.

White Tie / Frack
Der „große Gesellschaftsanzug“ wird nur bei ganz besonders herausragenden Anlässen wie hochherrschaftlichen Hochzeiten, Preisverleihungen oder dem Wiener Opernball getragen. Die Jacke ist zweireihig mit kurzen Rockschößen vorne und einem sogenannten Schwalbenschwanz hinten. Sie wird offen mit einer sehr tief ausgeschnittenen Weste, einem Frackhemd und einer weißen Schleife getragen. Die Hose hat an der Naht einen doppelten, glänzenden Streifen – den Seidengalon. Männer von Welt setzen sich nie auf den Frackschwanz, sondern lassen ihn seitlich oder hinten über die Stuhlkante hängen.

Bild: MisterQM/photocase