Themen

 
Deutschlands beste/r Sekretär/in

 
Termine, Downloads, Newsletter

 

Die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse


Die Hochschulen – ob Universität, Fachhochschule oder die baden-württembergische Berufsakademie – durchlaufen derzeit einen umfassenden Reformprozess. Denn entsprechend dem von der Politik in Gang gesetzten, nach dem Tagungsort benannten „Bologna-Prozess“, an dem sich inzwischen 45 europäische Staaten beteiligen, werden bis 2010 die bisherigen Abschlüsse Staatsexamen, Magister und Diplom durch die neuen Abschlüsse Bachelor und Master ersetzt. Ziel ist es, international vergleichbare Abschlüsse zu schaffen. Außerdem werden die Studieninhalte neu auf berufliche Anforderungen ausgerichtet. Nicht zuletzt wurde eine Qualitätssicherung eingeführt. Die neuen Studiengänge werden extern begutachtet und die Konzeption des Studiengangs im Hinblick auf die definierten Ziele überprüft.

Weil die Studiengänge in den Hochschulen nach und nach umgestellt werden, verlassen in der derzeitigen Übergangsphase Absolventen mit „alten“, wie auch mit neuen Abschlüssen die Hochschulen. Doch bereits in wenigen Jahren werden die letzten Diplome verliehen und die letzten Staatsexamina abgelegt sein.

Künftig wird der Nachwuchs sich also entweder als Bachelor oder als Master bewerben. Doch wie sind diese Qualifikationen zu bewerten?

Was ist ein Bachelor?
Der Bachelor ist der erste berufsbefähigende Hochschulabschluss. Er wird von den Fachhochschulen und den Universitäten nach einem drei- bis vierjährigen erfolgreichen Studium verliehen. Gelehrt werden Methoden, wissenschaftliche Grundlagen und fachliche Qualifikationen. Mit dem Abschluss können sich die Absolventen entweder um einen Arbeitsplatz bewerben oder ihre Ausbildung mit einem Masterstudiengang fortführen. Es ist auch möglich, zwischen dem Bachelor- und dem Masterstudium eine Pause einzulegen, zum Beispiel, um erste berufliche Erfahrungen zu sammeln.
 
















Was ist ein Master?
Der Master wird nach einem vertiefenden ein- bis zweijährigen Studium als zweiter Abschluss verliehen. In diesem zweiten Studium werden die Kenntnisse vertieft und spezialisiert. Ein Fachwechsel ist möglich. Man kann also zum Beispiel im Bachelorstudium Ingenieurwissenschaften studieren und dann ein betriebs- oder volkswirtschaftliches Studium draufsatteln. Allerdings sind nicht alle Kombinationen möglich. Und man muss zum Masterstudium zugelassen werden. Da es nicht genug Plätze für alle gibt, kommt es nicht nur auf die passende Kombination, sondern auch auf eine gute Leistung im Bachelorstudium an. Eine Promotion ist übrigens nur mit einem Master möglich – wobei es keine Rolle spielt, ob er von einer Fachhochschule oder einer Universität vergeben wurde.

Welche Abschlussbezeichnungen gibt es?
Nach einem erfolgreichen geistes-, sozial-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Studium darf man sich Bachelor of Arts bzw. Master of Arts nennen. Nach einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Studium werden die Grade Bachelor of Science und Master of Science verliehen. Zudem gibt es den Bachelor bzw. Master of Engineering – und weitere Abschlussbezeichnungen, wie zum Beispiel Bachelor oder Master of Public Administration oder Business Administration.
 
Was ist der Unterschied zum bisherigen Grund- und Hauptstudium?
Die neuen Studiengänge sind einerseits straffer und andererseits breiter angelegt, weshalb man einen Bachelor nicht mit einem Studenten vergleichen kann, der nach alter Manier ein Grundstudium absolviert hat. Die Wahlmöglichkeiten sind eingeschränkter; man wird gezwungen, sein Fach umfassender zu studieren und kann nicht nach Lust und Laune einseitig die vermeintlich einfachsten oder spannendsten Kurse belegen. Zudem wird stärker auf den Praxisbezug geachtet und die Studiengänge sind internationaler ausgerichtet. Vorlesungen werden in Fremdsprachen – wie zum Beispiel englisch – gehalten. Den Studenten wird ein Auslandsaufenthalt mindestens nahegelegt.

Wie kann man die Leistungen eines Bewerbers bewerten?
Die Einführung von Modulen und Leistungspunkten nach dem European Credit Transfer System (ECTS) soll Transparenz schaffen. ECTS ist allerdings nur ein quantitatives Maß für die Gesamtbelastung und die erforderlichen Studien- und Prüfungsleistungen. Außerdem erhalten die Studenten zum Abschluss ihres Studiums das sogenannte Diploma Supplement. Es beschreibt einheitlich den Hochschulabschluss sowie die damit verbundenen Qualifikationen und wird den anderen offiziellen Abschlussdokumenten beigefügt.

Mit welcher Note Professoren die Leistungen ihrer Studenten bewerten, liegt immer noch in deren Ermessen – und wie schon immer, gibt es auch heute strenge und weniger strenge Dozenten.
 
Was genau ein Bewerber gelernt hat und über welche Qualifikationen er verfügt, kann man immer noch am besten in einem Bewerbungsgespräch herausfinden. Es ist schwer, sich einen Überblick zu verschaffen, welche genaueren Inhalte in welchem Studiengang vermittelt werden. Gerade bei den Geisteswissenschaften, aber auch in anderen Fachbereichen, verstecken sich hinter unterschiedlichen Bezeichnungen oft dieselben oder ähnliche Studienziele. Andererseits heißen manche Studiengänge ähnlich oder gleich – und unterscheiden sich trotzdem in ihrer Ausrichtung und ihren Schwerpunkten. Wenn man sich unsicher ist, sollte man also einfach nachfragen – oder die Homepage der entsprechenden Universität zu Rate ziehen.

Stand: August 2007
Bildquelle: www.aboutpixel.de