Kleine Etikette des Trinkens
Sie wollen Kollegen oder Geschäftspartner zu sich nach Hause einladen
oder müssen in der Firma einen kleinen Empfang vorbereiten. Dann kommt
schnell die Frage auf, welche Gläser Sie bereitstellen sollen und ob es
nicht auch Alternativen zu Champagnerflöte und Co. gibt.
Im Restaurant können Sie einfach dem Kellner die Wahl des richtigen
Glases und das Einschenken überlassen. Aber nun sind Sie verantwortlich.
Und natürlich wollen Sie nicht als unkultivierter Banause auftreten.
Das richtige Glas
Bei besonderen Feierlichkeiten oder Stehempfängen wird meistens Sekt
oder Champagner gereicht. Diese prickelnden Schaumweine serviert man in
speziellen hohen und schmalen Sektgläsern, denn nur darin hält sich der
Kohlensäuregehalt auch über einen längeren Zeitraum und das Getränk
behält seinen frischen Geschmack. Sektschalen sollte man nur bei
Cocktails mit Sekt oder Champagner einsetzen.
Weißwein wird kühl in kleinen, langstieligen Gläser ausgeschenkt, die
man zu zwei Dritteln füllt.
Für Rotwein hingegen sollte man große, dickbauchige Gläser mit langem
Stiel bereitstellen. Der Wein sollte nur wenig von der Raumtemperatur
abweichen und das Glas nur bis zur Hälfte gefüllt werden. So kann der
edle Tropfen noch atmen und sein Bouquet optimal entfalten.
Langstielige Gläser werden übrigens immer am oberen Drittel des Stiels
gehalten – niemals am Kelch selbst. So wird verhindert, dass die
Handwärme die Getränketemperatur beeinflusst.
Noch mehr Infos zu allem rund um das Thema Wein gibt es unter „Kleine
Weinkunde“ Teil eins und zwei.
Auch für die unterschiedlichen Biersorten gibt es verschiedene Gläser.
Pils gehört in V-förmige oder bauchige Gläser mit einem kurzen Stiel.
Weizen- oder Weißbier behält seine Frische am besten in großen
blumenvasenähnlichen Biergläsern, in denen der Inhalt einer kompletten
Flasche Platz findet. Kölsch sollte hingegen immer in schmalen hohen
Stangen serviert werden, wobei sich deren größere Brüder für Altbier
eignen.
Cognac wird in speziellen dickbäuchigen Gläsern mit ganz kurzen Stielen
gereicht, die es in unterschiedlichen Größen gibt. Auch in ganz große
Cognacschwenker schenkt man nur ganz wenig ein – und je größer das Glas,
um so edler sollte der Cognac sein. Wer ein perfekter Gastgeber sein
möchte, wärmt es vor. Denn dann kann sich das Aroma des Cognacs voll
entfalten – und deshalb schwenkt man ihn auch im Glas, bevor man ihn
trinkt.
Sherry wird in Gläsern gereicht, die einer Miniaturform von
Weißweingläsern ähneln. Sie haben einen tulpenförmigen Kelch, der sich
nach oben weitet und einen der Größe des Glases entsprechenden langen
Stiel.
Schnapsgläser kennt sicher jeder: Sie sind sehr klein und es gibt sie in
unterschiedlichen Formen – manche haben einen kleinen Kelch und einen
ganz kurzen Stiel, andere ähneln einem Mini-Wasserglas.
So trinkt man stilecht
Die eiserne Regel, dass man ausschließlich mit alkoholischen Getränken
anstoßen darf, hat heute keine Bedeutung mehr. Auch wer „nichts“ trinkt,
weil er ans Fahren denkt oder einfach zu den Wasser- oder Saftfans
zählt, darf mittlerweile selbst bei offiziellen Anlässen sein Glas
erheben.
Anstoßen heißt aber nicht, dass man die Gläser so gegeneinander knallen
lässt, dass Scherben drohen. Eigentlich nickt man seinem Gegenüber nur
kurz zu – wobei man ihm in die Augen schaut – und grüßt ihn mit seinem
Glas. Die Gläser sollten dabei – wenn überhaupt – nur ganz zart
zusammenstoßen.
Natürlich sollte man jedes Zusammentreffen offiziell einleiten – selbst
wenn man keine Ansprache halten möchte. Der Gastgeber erhebt sein Glas,
grüßt freundlich in die Runde und wiederholt dies, nachdem alle den
ersten Schluck zu sich genommen haben. Als Trinkspruch kann man es bei
einem einfachen „zum Wohl“ belassen oder aber bei dieser Gelegenheit
seinen Gästen einen angenehmen Abend wünschen. Ist ein Geburtstagskind
oder Jubilar zugegen, sollte der erste Schluck natürlich auf dessen Wohl
getrunken werden. Als Gast sollten Sie die Aufforderung zum Trinken
immer dem Gastgeber überlassen und den entsprechenden Trinkspruch
wiederholen.
Bildquelle: snygo.com