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Corporate Responsibility (CR)


Ob Bertelsmann oder Siemens, ob Vodafone, Telekom oder o2, ob BP, DaimlerChrysler, BMW, Deutsche Bank oder Bayer: Es gibt wohl kaum noch einen großen Konzern, der sich nicht mit dem Thema „Corporate Responsibility“ auseinandersetzt. Doch auch für mittelständische Unternehmen – börsenorientiert oder nicht – wird das Thema immer wichtiger. Nicht zuletzt, weil es bei der Kreditvergabe überprüft wird und sich, je nach Ergebnis, negativ oder positiv auswirken kann. Doch was versteckt sich eigentlich hinter dem Begriff?

„Corporate Responsibility“ bedeutet im Wesentlichen „unternehmerische Verantwortung“ – allerdings in einem sehr umfassenden Sinn. Denn es geht nicht nur um Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, sondern um auch die Menschen in der Nachbarschaft, der Kommune, ja sogar der ganzen Welt – um alle Bereiche, auf die sich die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens auswirken kann, ob in ökologischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht. Es gibt genügend Negativbeispiele, die wir alle kennen, um diese möglichen Auswirkungen zu illustrieren: Durch Tankerunfälle werden Flüsse und Meere verseucht. T-Shirts aus Baumwolle, die mit großen Mengen von Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde, können Allergien beim Träger und sehr viel schwerere Krankheiten bei den Pflückern und Näherinnen verursachen. Schuhe oder Spielsachen, die wir hier kaufen, werden womöglich am anderen Ende der Welt von Kindern gefertigt, die von morgens bis abends arbeiten müssen und nicht selten wie Sklaven gehalten werden. Korruption schadet dem Ruf eines Unternehmens und damit auch dessen wirtschaftlichen Erfolg. Und welche Debatten gigantische Managementgehälter auslösen können, wenn gleichzeitig Massenentlassungen verkündet werden, konnten wir in den letzten Monaten immer wieder verfolgen.
 
















Die Globalisierung, aber auch der Klimawandel, zeigen deutlich, dass wir nicht in einer ersten und dritten, sondern in einer Welt leben, für die wir insgesamt verantwortlich sind. Der Begriff „Corporate Responsibility“ steht für eine Unternehmensphilosophie, die sich dieser Verantwortung stellt. CR beinhaltet also die Definition von Werten, nach denen ein Unternehmen sein Handeln ausrichtet.

Angesichts der vielen relevanten Themenbereiche ist „Corporate Responsibility“ ein Oberbegriff, unter den sich drei weitere, häufig genannte Schlagworte einordnen:

Corporate Governance beschäftigt sich mit Fragen der Unternehmensführung und -kontrolle sowie der Transparenz.

Corporate Citizenship beschreibt, wie sich Unternehmen für die Gesellschaft engagieren.

Corporate Social Responsibility befasst sich mit ökologischen, sozialen und ökonomischen Faktoren.

Oft richten Unternehmen eigene Abteilungen ein, die sich mit CR befassen. Und es werden Leitsätze oder Programme verabschiedet, an denen sich das Management und die Mitarbeiter orientieren können. Manchmal klingten diese eher vage. Nicht selten werden aber auch ganz konkrete Handlungsanweisungen und Verhaltensregeln gegeben.

Auch die Beteiligung an Stiftungen sowie die Unterstützung von Umweltinitiativen oder Bildungsprogrammen lässt sich hier einordnen. Die Frage, ob es sich eher um publikumswirksame PR oder echte Überzeugung handelt, wenn Brauereien den Regenwald schützen, Mineralwasserkonzerne Trinkwasser-Initiativen gründen oder Pharmaunternehmen Selbsthilfegruppen sponsern, ist nicht immer eindeutig zu beantworten. Allerdings gibt es auch zahllose Beispiele dafür, dass Unternehmen ohne großes Tamtam und ohne eindeutige wirtschaftliche Interessen zum Beispiel Schulen oder Krankenhäuser unterstützen.

Fakt ist jedenfalls, dass es schwer ist, einen schlechten Ruf wieder zu korrigieren und dass sich ein guter Ruf wirtschaftlich auswirkt. Nicht zuletzt auf dem Kapitalmarkt, der Unternehmen für Fehlverhalten abstraft.
 
Stand: Dezember 2006
Foto: aboutpixel.de